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Umland Gericht erlaubt Neubau neben Villa Kolbe in Radebeul
Region Umland Gericht erlaubt Neubau neben Villa Kolbe in Radebeul
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08:22 11.10.2019
Hinter Wildwuchs im denkmalgeschützten Park ist Villa Kolbe in Radebeul zum Zankapfel geworden. Quelle: Archiv
Radebeul

Im Streit um einen Anbau an die Villa Kolbe sowie einen Neubau im denkmalgeschützten Park hat die Stadt Radebeul eine Niederlage erlitten. Das Verwaltungsgericht Dresden gab in erster Instanz den Eigentümern und ihren Plänen für die Erweiterung des markanten Gebäudes im Stil eines Renaissance-Schlosses an der Meißner Straße Recht.

Die Jahre vergingen und nichts passierte

Die Richter verdonnern die Lößnitzstadt, den positiven Bauvorbescheid aus dem Jahr 1999 zu verlängern und die Ablehnung des 2015 eingereichten Bauantrags zurückzunehmen. Darüber informierte OB Bert Wendsche (parteilos) auf der Stadtratssitzung am Mittwochabend.

Hinter viel Wildwuchs versteckt, steht die Villa Kolbe zwischen Zinzendorf- und Rathenaustraße an Radebeuls Hauptverkehrsachse. Seit vielen Jahren ist das 1891 entstandene Ensemble aus Villenbau mit einem englischen Park unbewohnt und dem Verfall preisgegeben. Die Eigentümergemeinschaft Zinsendorfstraße 16 GbR möchte die Villa sanieren, sie um einen viergeschossigen Anbau mit einem Grundriss von 15 mal 15 Metern erweitern und an der Rathenaustraße ein Mehrfamilienhaus mit einer Grundfläche von 15 mal 28 Metern errichten. Vor nunmehr 20 Jahren gab die Verwaltung im Einvernehmen mit der Denkmalschutzbehörde einer Bauvoranfrage für das Vorhaben grünes Licht.

Doch die Jahre vergingen und nichts passierte. In Verwaltung und Stadtrat kam es mit der Zeit zu einem Umdenken. Mit dem Ziel, den Neorenaissancebau sowie den Park in seiner jetzigen Größe und Struktur zu erhalten, wurde 2015 ein Bauantrag abgelehnt und die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen, der jegliche neue Bebauung auf dem Villen-Areal verhindern soll. Im vergangenen Jahr lag der B-Plan öffentlich aus. Mit einem zurückhaltenden Anbau an der Südseite kann sich die Stadt anfreunden, beim Neubau bleibt sie bei einem klaren Nein.

Stadt Radebeul kündigt Berufung an

Durch die Entscheidung der Dresdner Verwaltungsrichter droht der B-Plan obsolet zu werden. „Nach Ansicht des Gerichts fügt sich der Neubau in die Umgebung ein“, informierte Wendsche. Eine Baugenehmigung sei zu erteilen. Den Streitwert legte das Verwaltungsgericht auf 140.000 Euro fest. Dieser Wert ist für die Ermittlung der Verfahrenskosten von Belang. Denn die Auseinandersetzung ist mit dem erstinstanzlichen Richterspruch nicht beendet.

Die Lößnitzstadt pocht auf die Ablehnung des Neubaus. „Das Urteil ist nicht rechtskräftig, da die Stadt in die gerichtlich zugelassene Berufung gehen wird“, kündigte Wendsche an.

Von Silvio Kuhnert

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