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Umland Für einen sicheren Gang und ein besseres Gleichgewichtsgefühl
Region Umland Für einen sicheren Gang und ein besseres Gleichgewichtsgefühl
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16:36 25.02.2019
Gerda Fels (l.) macht unter Anleitung von Chefärztin Sabine Vodenitscharov eine Gleichgewichtsübung mit einem Thera- bzw. Fitnessband. Quelle: Silvio Kuhnert
Radeburg

Wenn Gehwege durch Regen oder Schnee nass sind, wächst mit zunehmendem Alter die Angst auszurutschen und zu stürzen. Viele Senioren bleiben zu Hause statt sich an der frischen Luft zu bewegen. Und selbst in der Wohnung verbringen sie oft viel Zeit im Sessel. Denn es passieren nur Stürze, wenn man sich bewegt, denken sie. Doch das ist ein großer Fehler. „Wer rastet, der rostet“, sagt bereits der Volksmund.

„Inaktivität führt zu Muskelabbau und Reduktion von Gleichgewichtsfunktionen. Das Risiko zu stürzen steigt“, berichtet Sabine Vodenitscharov, Chefärztin an den Fachkliniken in Radeburg. Das Krankenhaus in der Zille-Stadt ist auf Geriatrie, Altersmedizin, spezialisiert. „Bewegung ist die beste Sturzprävention“, sagt die Expertin.

Die Fachkliniken Radeburg sind seit dem sächsischen Geriatriekonzept aus dem Jahr 2010 einer von fünf Stützpunkten im Freistaat, die mit dem Aufbau und der Etablierung eines geriatrischen Netzwerkes betraut sind. „Ziel ist es, die medizinische Versorgung älterer Mitbürger wohnortnah zu verbessern“, erklärt Frau Vodenitscharov. Dazu gehört eine verstärkte professions- und trägerübergreifende Zusammenarbeit aller an der Versorgung älterer Menschen Beteiligten im stationären, ambulanten und therapeutischen Bereich sowie der Pflege.

Wie die Fachkliniken informieren, zeigen Studien, dass jeder Dritte der über 65-jährigen mindestens einmal pro Jahr stürzt, ein hoher Anteil sogar mehrmals. In der Bevölkerungsgruppe der über 80-jährigen kommt es sogar bei jedem Zweiten zu mindestens einem Sturz im Jahr. „Ein Sturz führt zu Frakturen, Schmerzen und Leid. Nach einer Operation sind die Betroffenen häufig stark eingeschränkt, auf Hilfsmittel wie Gehstützen, Rollator, oder Rollstuhl angewiesen oder werden pflegebedürftig“, so Frau Vodenitscharov. Um dies zu vermeiden, möchte die Klinik über das Netzwerk spezielle Programme anbieten, um älteren Menschen ihre Mobilität zu erhalten und das Sturzrisiko zu minimieren. Auf dem Gebiet der Sturzprävention machte die Klinikleiterin bislang das Fehlen spezieller Angebote in der Region aus. Daher entschied sie sich mit ihrem Team, einen speziellen Kurs zu entwickeln.

Dazu lud sie mehrere Probanden ein. Unter ihnen war Gerda Fels aus Moritzburg. Die 75-jährige hat in ihrem näheren Umfeld drei schwere Stürze erlebt. „Mein Wunsch ist es, selbstständig zu sein, solange es geht. Dafür benötigt man eine gewisse Fitness“, sagt sie. Bei einem Kurs, der von Januar bis April 2017 an den Fachkliniken lief, lernte sie, ihre Muskulatur und den Gleichgewichtssinn zu stärken. Dazu gehörten Streck- und Dehnübungen mit einem Thera- bzw. Fitnessband. Bei anderen Übungen, die man ohne große Probleme in den eigenen vier Wänden vollziehen kann, standen die Kräftigung von Füßen, Schulter, Nacken und Rücken im Vordergrund.

Des Weiteren galt es zur Stärkung des Gleichgewichts, sich von einem Semi- über einem Tandem- bis hin zum Einbein-Stand vorzuarbeiten. Bei einem Semi-Tandem-Stand stehen die Füße versetzt nebeneinander, bei einem Tandem-Stand hintereinander, so dass die Ferse des einen Fußes die Zehen des anderen berührt. Gerade im Alter stellt der Tandem-Gang, wenn man sich Fuß an Fuß setzend vor- oder rückwärtsbewegt, eine Herausforderung dar. Mit jeder Übung bekommt man aber mehr Sicherheit und stärkt den Gleichgewichtssinn. Gerda Fels übt seither mindestens drei Mal die Woche in ihrem Zuhause. „Ich merke, dass es mir gut tut. Wenn man immer nur auf dem Sofa sitzt, wird man langsam zu einem Holzklotz“, sagt Frau Fels.

„Bei dem Kurs bekamen wir zahlreiche Tipps, wacher und mit offenen Augen durch Wohnung und Umgebung zu gehen, um Stolperfallen zu vermeiden“, berichtet Frau Fels. So legte sie in ihr Bad eine rutschfeste Matte. Bei Läufern und Teppichen glättete sie Wölbungen. Sie geht bewusster Treppen auf und ab, um nicht auf der letzten Stufe zu stolpern. Und sie achtet auf ihr Schuhwerk, dass es vor allem im Winter ein ordentliches Profil hat.

Aus den Tests und Übungen mit den Probanden hat Chefärztin Vodenitscharov mit ihrem Team ein spezielles Trainingsprogramm entwickelt. Nun wollen sie Therapeuten bei der Vermittlung dieser Übungen an ältere Mitmenschen schulen. Das erste Kursangebot fand im vorigen September statt, das Zweite ist vom 28. bis 31. März dieses Jahres geplant und weitere sollen folgen. „Unser Ziel ist es, Therapeuten in unserer Region als Übungsleiter in der Sturzprävention weiterzubilden, damit sie flächendeckend und für die Zielgruppe wohnortnah solche Kurse in ihr Angebot aufnehmen können“, so Frau Vodenitscharov.

Eine Anmeldung für die Übungsleiterweiterbildung für Sportwissenschaftler, Physio- und Ergotherapeuten ist bis 07. März über das Geriatrische Netzwerk Radeburg (info@gern-radeburg.de oder Fax: 035208-88653) möglich. Auf Basis der umfangreichen Sturzstudie startet zudem am 20. März 2019 einer von zwei Präventionskursen mit dem Titel „Standfest im Alltag“. Das Zentrum für Altersmedizin bietet diesen Kurs mit zwölf Terminen einmal wöchentlich zu je 1,5 Stunden an. Die Kurskosten können bei regelmäßiger Teilnahme durch die Krankenkassen anteilig erstattet werden. Zielgruppe sind ältere Versicherte (ab ca. 65 Jahre) die ersten Unsicherheiten beim Gehen bemerken, oder häufiger im Alltag Stolpern. Mehr Informationen zum Kursangebot erhalten sie unter www.gern-radeburg.de oder unter der Telefonnummer 035208/ 88 623.

Von Silvio Kuhnert

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