Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Freital auf dem Weg zu einem Stadtzentrum
Region Umland Freital auf dem Weg zu einem Stadtzentrum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:57 29.04.2019
Die einstige Lederfabrik in Freital steht seit 28 Jahren leer. Das Zeugnis der Industriegeschichte der Stadt ist nur noch eine Ruine. Quelle: Kerstin Ardelt-Klügel
Freital

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) betonte bei der feierlichen Übergabe zweier Zuwendungsbescheide in Höhe von insgesamt 4,15 Millionen Euro: „Es ist ein großer Tag für Freital!“ Mit dem Geld aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) soll die inzwischen ruinöse einstige Lederfabrik an der Poisentalstraße abgerissen und durch ein attraktives Bürgerzentrum inklusive einem Mühlenpark ersetzt werden.

2,8 Millionen Euro für den Abriss

Im August sei nach Auskunft von Freitals Baubürgermeister Jörg-Peter Schautz (parteilos) mit dem Abrissbeginn zu rechnen und bis März 2020 mit der endgültigen Beräumung der Industriebrache.

Für den Abriss und Abtransport des kontaminierten Erdreichs stehen der Stadt Freital 2,8 Millionen Euro aus einem der beiden Fördermittelbescheide zur Verfügung. Das sind 80 Prozent der geschätzten Kosten. Die restlichen 1,35 Millionen Euro aus dem zweiten Zuwendungsbescheid sind für die Etablierung eines Mühlenparks gedacht.

Die rund 8000 Quadratmeter große Grünfläche schließt sich hinter dem neu zu errichtenden Gebäudeensemble an und beinhaltet neben einem Fitnessbereich mit Outdoorgeräten unter anderem Sitzterrassen an dem dann freigelegten Mühlenbach.

Park zum Stadtjubiläum 2021 fertig

Erste Entwürfe von dem geplanten „Bürgerzentrum“ – zu dem das Jobcenter ebenso gehören könnte wie die Arbeitsagentur, das Jugend-, Sozial- und Arbeitsamt sowie die Fahrzeugzulassungsstelle – zeigen ein Gebäudeensemble, das der Kubatur der einstigen Lederfabrik entspricht.

Das aus zwei Teilen bestehende Gebäudeensemble wird auf Höhe des Mühlgrabens, der an dieser Stelle die Poisentalstraße gequert hat, im 5. Obergeschoss mit einem gläsernen Balkon überspannt, der nach seiner Fertigstellung auf einer Fläche von 100 Quadratmetern als Bürgersaal genutzt und einen herrlichen Blick über das Poisental verspricht. Die Kosten für den Neubau schätzt Bürgermeister Schautz vage auf 30 Millionen Euro. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge tritt in diesem Fall als Mieter der Immobilie auf.

Verläuft alles planmäßig, könnte der Park zum Stadtjubiläum 2021 fertig und damit Baustein für ein Gebilde sein, das Freitals Stadtoberhaupt Uwe Rumberg (CDU) das künftige Stadtzentrum nennt. Das Bürgerzentrum selbst wird vermutlich erst 2023 bezugsfertig sein.

Kommentar: Ein Stück Industriegeschichte

Mit dem Abriss der 1893 errichteten Lederfabrik der Brüder Karl Oswald und Heinrich Reinhold Sohre verliert die, mit ihren knapp 100 Lenzen mit Geschichte nicht gerade reich gesegnete Stadt Freital ein weiteres Industriedenkmal. Richtig ist, dass sich nach 28-jährigem Dornröschenschlaf das traditionsreiche Fabrikgebäude nicht einfach so kostengünstig wachküssen lässt. Und richtig ist auch, dass die über Jahre verwendeten und zum Teil im Gemäuer und im Boden versickerten Gerbstoffe eine üble Mitgift darstellen. Aber diese Kröte muss so oder so geschluckt werden. Egal ob im Rahmen einer umfassenden Sanierung oder eines Neubaus.

Nach einer Studie der Stadt würden sich die Kosten für Bestandssicherung, Altlastenbeseitigung und Sanierung auf rund 8,7 Millionen Euro belaufen. Selbst mit Fördermitteln wäre die Weißeritzstadt auf rund 3,8 Millionen Euro sitzengeblieben. Demgegenüber bezifferte ein Gutachten aus dem Jahr 2017 die Kosten für den kompletten Gebäudeabriss und die Entsorgung der Altlasten auf circa 1,5 Millionen Euro.

Wenn OB Uwe Rumberg jetzt im Brustton der Überzeugung sagt, dass sich 80 Prozent aller Freitaler über den Abriss freuen, bedeutet das im Umkehrschluss aber auch, dass es genug Freitaler gibt (möglicherweise mehr als 20 Prozent), die den Abriss bedauern. Klar, die alte verfallene Fabrik will keiner, aber sie hätte auch im neuen Glanz in ihrem ganz eigenen Charme wiedererstrahlen können, gern auch als Behördenstandort.

Von Kerstin Ardelt-Klügel

Ein Radweg entlang der Staatsstraße 163 – dafür setzten sich am Sonnabend rund 70 Radfahrer mit ihren Drahteseln in Bewegung. Der Protestkorso soll die Behörden zum Umdenken bewegen. Zu der Aktion hatte die Bürgerinitiative (BI) „Panorama Fahrradweg an der S 163“ geladen.

29.04.2019

Bereits zum fünften Mal öffnen sich am Sonntag die Tore zum Radeberger Handmade- und Designmarkt. Mehr als 80 Händler präsentieren unter anderem Kleidung, Designobjekte, Schmuck, Wohnaccessoires und Spielzeug.

28.04.2019
Umland Wehlen und Bärenstein - Saison für Radwegekirchen beginnt

Frühlingszeit – Fahrradzeit. Mit dem warmen Ausflugswetter öffnen auch die Radwegekirchen der Region wieder und bieten Pedaleuren einen Ort der Stille an. Die Radfahrerkirche am Elberadweg in Stadt Wehlen startet beispielsweise am Sonntag mit Eröffnungsgottesdienst und Anradeln in die Saison.

27.04.2019