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Umland Fotoausstellung zeigt Wilsdruff im Wandel der Zeit
Region Umland Fotoausstellung zeigt Wilsdruff im Wandel der Zeit
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09:21 25.03.2019
Ein historisches Foto, das in der Ausstellung im Wilsdruffer Heimatmuseum zu sehen ist: Kühe laufen über eine Wilsdruffer Straße. Quelle: Sammlung des Heimatmuseums der Stadt Wilsdruff
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Wilsdruff

Wie sich Wilsdruff im Laufe der Zeiten verändert hat, davon kann man sich jetzt ein recht genaues Bild machen. Eine Ausstellung im Heimatmuseum im Dachgeschoss der Oberschule, Gezinge 12, zeigt 42 farbige Fotos aus den Fünfziger bis Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Eröffnet wird die Schau unter dem Titel „Wilsdruff im Wandel der Zeit“ am Mittwoch, 20. März, 18 Uhr. Zu sehen ist sie bis 10. Juni. Mit der Ausstellung startet die 1259 erstmals urkundlich erwähnte Stadt in ein Festjahr, in dem weitere Veranstaltungen geplant sind.

Im Fokus: Die A 4, der Funkturm und auch die Schmalspurbahn

Die Bilder stammen von drei Amateurfotografen: Paul Mehlig, Ludwig Rentsch und Günther Kutschick. Die haben den Alltag und markante Punkte in der Kleinstadt mit heute rund 14.000 Einwohnern auf Dias festgehalten, wie Museumsleiterin Angelika Marienfeldt sagt. Davon seien für die Schau großformatige Abzüge hergestellt worden. Gezeigt werden die in 21 Bildpaaren. Auf diese Weise könnten sie individuelle Assoziationen anregen oder persönliche Erinnerungen wachrufen. „Wünschenswert wäre es, wenn die Besucher mittels der Bilder miteinander ins Gespräch kämen und sich über Erfahrungen, Erinnerungen oder auch die Wahrnehmung geschichtlicher Fakten austauschten“, sagt Angelika Marienfeldt.

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Die Aufnahmen veranschaulichten detailliert die Veränderungen einer ländlich geprägten Kleinstadt. Zu sehen sind beispielsweise die Autobahn, das Bahnhofsgebäude der Schmalspurbahn, die kursächsische Postdistanzsäule, der „Brunnen der Freundschaft“ oder der rot-weiße Funkturm, dessen Erhaltung sich etliche Bewohner wünschen. Lebensverhältnisse und Arbeitsweisen der damaligen Zeit könne der Besucher sich so vergegenwärtigen. „Erst durch die Reflexion des Betrachters wird der vollzogene Wandel bewusst.“

Zeugnisse der Geschichte und der Lebensverhältnisse der Menschen

Das Datum der Eröffnung weist auf historische Ereignisse hin: Am 20. März 1999 war das Heimatmuseum neu eröffnet worden, nachdem es fast 30 Jahre geschlossen bleiben musste. Vor allem Rolf Görner (1924-2009) ist das zu verdanken, damals ehrenamtlicher Museumsdirektor, später Ehrenbürger der Stadt. Er begeisterte eine ganze Reihe ehrenamtlicher Helfer, die, unterstützt von der Stadt und dem Heimatverein die historischen Ausstellungsstücke wieder zur Besichtigung aufbereiteten.

Im März 1919 wiederum, vor hundert Jahren also, war das Heimatmuseum eröffnet worden. Oberlehrer Artur Kühne (1881–1950) aus Wilsdruff und Lehrer Alfred Ranft (1895–1978) aus Blankenstein hatten diese heimatkundlich und und naturkundlich orientierte Sammlung aufgebaut.

Ein Altes Gut, dessen Foto in der Sammlung zu sehen ist. Quelle: Sammlung des Heimatmuseums der Stadt Wilsdruff

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hätten sie in intensiver Sammeltätigkeit eine Fülle von Dingen vor allem aus der Zeit um 1900 und dem 19. Jahrhundert zusammengetragen, erzählt Angelika Marienfeldt. So zum Beispiel Zeugnisse der Geschichte, der Lebensverhältnisse der Menschen, Arbeitsgeräte, Ergebnisse ihrer Handwerkskunst, des Zusammenlebens, ihrer Feste und ihres Brauchtums. Das typische Heimatmuseum für die 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts sei als Kernbestand im heutigen Museum erhalten geblieben und bei der Neugestaltung mit modernen musealen Darstellungsmöglichkeiten harmonisch verbunden worden. Auskunft gibt die Sammlung nicht nur über die Stadt, sondern auch die Dörfer der Umgebung, das gesamte Wilsdruffer Land.

Ein besonderes Ausstellungsstück ist ein Diorama, das eine Szene der Schlacht bei Kesselsdorf vom 15. Dezember 1745 mit mehr als 1800 Zinnfiguren darstellt. Eine Patenturkunde veranschaulicht die Bedeutung der Stadt als Zentrum für die Herstellung von Küchen- und Schlafzimmermöbeln. In dem Dokument, das aus dem Jahr 1906 stammt, lässt sich Theodor Porsch seinen „Küchentisch mit ausziehbarem Waschtisch“ schützen.

Heimatmuseum Wilsdruff, Dachgeschoss der Oberschule, Gezinge 12, bis 10. Juni, geöffnet Montag bis Donnerstag 9 bis 14 Uhr, Freitag 9 bis 15 Uhr, Sonn- und Feiertag 14 bis 18 Uhr

Von Tomas Gärtner