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Umland Forscher wollen Felsstürze frühzeitig erkennen
Region Umland Forscher wollen Felsstürze frühzeitig erkennen
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17:17 08.05.2019
Einer der jüngsten Felsstürze ereignete sich im Gebiet des Großen Winterbergs bei Schmilka. Quelle: Mike Jäger
Sächsische Schweiz

An einer Smartphone-App, die vor Felsstürzen in der Sächsischen Schweiz warnt, arbeiten deutsch-tschechische Forscher. Dafür haben die TU Bergakademie Freiberg und die Karlsuniversität Prag sowie weitere Partner das grenzüberschreitende Projekt „Georisks“ ins Leben gerufen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, geologische Risiken wie Felsabgänge sowie Geröll- und Schlammlawinen an ausgewählten Stellen im Elbsandsteingebirge frühzeitig zu erkennen. Eine Warn-App sei die Endstufe, wie der Direktor des Geotechnik-Instituts an der Bergakademie, Professor Heinz Konietzky, berichtet. Zuvor müssen die Wissenschaftler viele Daten sammeln. Erst wenn umfangreiches Datenmaterial vorliegt, sind Prognosen über mögliche Gefährdungen in bestimmten Arealen möglich.

Deutsche und tschechische Forscher entwickeln hierfür ein offenes Geoinformationssystem (GIS), mit dem Felssturzereignisse erfasst werden. Da in der Felsenwelt nicht regelmäßig Begehungen stattfinden können, hoffen die Forscher auf die Mitwirkung von Geologieinteressierten und Wanderern. Wenn sie einen Felssturz, Steinschlag oder deren Folgen beobachten, können sie dies ebenfalls über eine Applikation für Smartphones aufnehmen und in die GIS-Datenbank hochladen. Die Angaben werden von Fachleuten kontrolliert. Ziel ist hier, einen besseren Überblick über Ereignisse zu erhalten.

Des Weiteren installieren die Forscher ein Monitoring- und Frühwarnsystem vor allem an Felswänden an Verkehrswegen wie im Grenzbereich Schmilka und in Hrensko, an den Schaarwänden im Kirnitzschtal sowie am Rauenstein und an den Gansbrüchen bei Pötzscha. Messgeräte registrieren mögliche Bewegungen. Bei ungewöhnlichen Bewegungen kann das System ein Warnsignal abschicken.

Das grenzüberschreitende Projekt zum Aufbau eines Frühwarnsystems wird von der Europäischen Union mit 750 000 Euro gefördert.

Von Silvio Kuhnert

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