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Umland Fleischereibetrieb aus Klipphausen beantragt Insolvenz
Region Umland Fleischereibetrieb aus Klipphausen beantragt Insolvenz
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09:01 18.09.2018
Die Gehälter der Mitarbeiter sind für drei Monate über das Insolvenzausfallgeld der Agentur für Arbeit gesichert. Quelle: Sören Stache/dpa
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Klipphausen

Der Zerlegebetrieb für Fleisch- und Wurstwaren, die Meinen Fleisch GmbH & Co. KG, hat Insolvenz anmelden müssen. Zum vorläufigen Sachwalter des Klipphausener Unternehmens mit derzeit 43 Mitarbeitern hat das Amtsgericht Dresden den Rechtsanwalt Dr. Nils Freudenberg von der Kanzlei Tiefenbacher Insolvenzverwaltung bestellt. Über ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung versucht der in wirtschaftliche Schieflage geratene Fleischereibetrieb sich mit Restrukturierungsmaßnahmen wieder auf gesunde Beine zu stellen.

Aufgrund des zunehmenden Wettbewerbsdrucks sowie der Folgen der Einführung des Mindestlohns war die Ertragslage trotz steigender Umsatzerlöse in 2016 und 2017 nicht befriedigend. Anfang dieses Jahres zog sich zudem der Gründungsgesellschafter und langjährige Geschäftsführer Kai-Uwe Meinen aus den operativen Aufgaben zurück und setzte einen Fremdgeschäftsführer ein. Durch verschiedene strategische Fehler entstanden innerhalb weniger Monate Defizite, die den Betrieb in Liquiditätsprobleme brachte.

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Als Interimsmanager ist seit kurzem Unternehmensberater Simon Leopold von der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG für die Firma tätig. „Wir möchten die Wettbewerbsfähigkeit im Rahmen des Sanierungsverfahrens wieder herstellen und den Fortbestand des Betriebes sichern“, berichtete Leopold. Die insolvenzrechtliche Beratung verantwortet Rechtsanwalt Stefan Ettelt von der Kanzlei Kulitzscher & Ettelt. Er erläutert die Besonderheiten eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung: „Die Geschäftsführung bleibt Ansprechpartner für Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Geschäftspartner. Dem Management zur Seite steht der vorläufige Sachwalter, der den Prozess überwacht und die Gläubigerinteressen vertritt.“

Der vom Gericht eingesetzte vorläufige Gläubigerausschuss habe seine Arbeit bereits aufgenommen, teilte Sachwalter Freudenberg mit. Die Gehälter der Mitarbeiter sind für drei Monate über das Insolvenzausfallgeld der Agentur für Arbeit gesichert. Sowohl sie als auch die Geschäftspartner unterstützen laut Freudenberg den Sanierungsprozess.

Von DNN