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Umland Figurenbaum dreht und leuchtet dieses Jahr erstmals in Altkötzschenbroda
Region Umland Figurenbaum dreht und leuchtet dieses Jahr erstmals in Altkötzschenbroda
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17:52 22.11.2018
Mit einer Funksteuerung lenkte Stefan Zscherpe einen Kran, der Skulpturen wie den Hund zum Reiten auf den Figurenbaum in Hintergrund hievte. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
Radebeul

Große bunte Figuren stimmen auf dem Dorfanger Altkötzschenbroda vor dem Hotel „Goldener Anker“ auf die Adventszeit in Radebeul ein. Ob Bauersfrau, Bergmann, Räuchermann, Frau Krähe, ein Hund zum Reiten oder zwei Enten – ein Kran hievte sie am Donnerstagvormittag auf ein Wagenrad, das an einem Stamm befestigt ist. Auf dessen Spitze thront Frau Holle.

Am ersten, zweiten und dritten Adventswochenende lockt wieder der WeihnachtsmarktLichterglanz & Budenzauber“ auf den Dorfanger Altkötzschenbroda. Und am 30. November, wenn die rund 90 Marktstände zum diesjährigen Adventsbummel öffnen, setzen sich die aus Weidenruten geformten, mit Stoff bespannten und in fröhlichen Farben bemalten Figuren um 16 Uhr das erste Mal in Bewegung. Lampen im Inneren bringen nicht nur sie zum Leuchten. Sondern Lichterketten mit einer Gesamtlänge von 910 Metern und 5500 Lämpchen lassen den neun Meter hohen Figurenbaum erstrahlen. Bis zum 17. Dezember wiederholt sich allabendlich dieses Spiel.

Über 20 Jahre gibt es den Weihnachtsmarkt in Altkötzschenbroda bereits. Konzentrierte sich anfangs das adventliche Markttreiben auf den Platz vor der Friedenskirche, hat es sich mit der Zeit immer weiter auf dem Dorfanger ausgebreitet. Heutzutage lockt der Weihnachtsmarkt nach Schätzungen des städtischen Kulturamtes rund 60000 Besucher an und hat sich damit zu dem Fest mit dem größten Besucherzuspruch im jährlichen Veranstaltungsreigen der Lößnitzstadt entwickelt. Und so standen die Macher vor der Frage, wie man den Gästen, die aus Richtung S-Bahnstation über die Bahnhofstraße kommen, ein weihnachtliches Entrée, eine besondere Begrüßung bieten kann.

Zu den anfänglichen Überlegungen zählten eine Pyramide oder ein Schwibbogen. Doch diese Ideen wurden im Kulturamt schnell wieder verworfen. „Wir sind nicht im Erzgebirge, sondern in Radebeul im Elbtal“, berichtete Cornelia Bielig, die im städtischen Kulturamt für Märkte und Feste zuständig ist. Um etwas Eigenes und Individuelles zu schaffen, setzte man sich daher mit dem chilenischen Künstlerpaar Muriel Cornejo und César Olhagaray zusammen. Ob Indianerspielplatz im Lößnitzgrund zu den Karl-May-Festtagen oder die Lounge auf der Streuobstwiese beim Herbst- und Weinfest in diesem Jahr – die beiden Südamerikaner, die in der warmen Jahreszeit in Dresden und in den Wintermonaten in ihrem Heimatland leben und wirken, haben schon auf etlichen Festen der Lößnitzstadt ihre künstlerische Handschrift hinterlassen – auch auf dem Weihnachtsmarkt. So gestalteten sie dort die Figuren der Weihnachtskrippe und im vorigen Jahr die für den Lichterpfad. Für den weihnachtlichen Figurenbaum haben sie sich von historischen erzgebirgischen Holzschnitzereien im Volkskunstmuseum Dresden inspirieren lassen. Bei der farblichen Gestaltung sind sorbische Einflüsse zu erkennen. Und das Wagenrad nimmt Bezug auf das Radebeuler Stadtwappen.

Der Weihnachtsmarkt in Altkö hat an den ersten drei Adventswochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag geöffnet. An den rund 90 Marktständen bieten 37 Händler Kunsthandwerk, Geschenkartikel und Textilien an. Sächsischer Winzerglühwein wird an 13 Ständen ausgeschenkt, eine Tasse kostet drei Euro. Rund 350 Künstler und Mitwirkende gestalten das diesjährige Programm. So werden neben Live-Musik wieder Theater und Puppenspiel nicht nur für Kinder geboten. So ist etwa am 1. und 2. Dezember Michael Hatzius mit seiner „Echse“ in der Puppenschaubude zu Gast.

Von Silvio Kuhnert

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