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Umland Fasanenzüchter René Kreher will aufgeben
Region Umland Fasanenzüchter René Kreher will aufgeben
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11:25 18.02.2017
Vor zehn Jahren war René Kreher noch hoffnungsvoll und motiviert. Quelle: Oliver Killig
Moritzburg

„Ich will das nicht mehr“, waren die Worte des bekannten Fasanenzüchters am Donnerstagabend. Seit nunmehr zehn Jahren betreibt René Kreher die historische Fasanenzucht in Moritzburg. Und fast genauso lange ringt er um die Unterstützung des Freistaates bei der Restauration der historischen Bruthäuser. Doch nichts passierte bisher. Er habe das ständige Vertrösten und Hinhalten satt. Ausschlaggebender Punkt war ein Treffen mit der Schlösserland GgmbH am 2. Februar. Diese erhielten zuvor ein Schreiben von René Kreher mit einer Liste an Mängeln, welche die gepachtete Anlage mittlerweile aufweise. Kreher ging laut eigener Aussage mit der Erwartung in das Gespräch, dass ihm mitgeteilt werde, wie und wann diese Mängel behoben werden. Doch dem war nicht so. „Wieder musste ich erklären, ob diese Reparaturen gerechtfertigt seien. Es war wie in einem Kreuzverhör“, äußert sich Kreher dazu.

Nach diesem für ihn sehr enttäuschenden Treffen setzte er am 15. Februar ein weiteres Schreiben an die Schlösserland gGmbH mit der Forderung nach einer klaren Ansage, wann die Mängel beseitigt werden. Auch hier erhielt er lediglich die Aussage, dass sein Anliegen an den zuständigen Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) weitergeleitet worden ist und eine baufachliche Stellungnahme erstellt werde. Dann werde man sich zeitnah melden. Und eben diese Aussage höre René Kreher seit Jahren und er habe es satt.

Die Schlösserland Sachsen gGmbH wollte auf DNN-Anfrage noch keine Aussage zur aktuellen Situation treffen, dazu müsse man sich erst mit den beteiligten Personen abstimmen, Pressesprecher Uli Kretzschmar bestätigte aber die Bauanfrage der SIB. Ein große Gesamtbaumaßnahme für das Areal sei in Planung, doch laut René Kreher ziehe sich das ebenfalls über die letzten Jahre, ohne dass etwas nennenswertes passiere. Diese Maßnahme würde die Restaurierung der historischen Gebäude beinhalten, Kreher habe auch schon Zeichnungen gesehen. Dieses Vorhaben werde nun geprüft, doch auch in den nächsten fünf Jahren werde sich für den Züchter nichts ändern.

„Ich glaube, ich werde das aufgeben“, beharrt er auch nach seinen Ausführungen der Gründe. Den Gedanken habe er bereits seit einem Jahr. Hinzu kommt, dass er den angrenzenden, von ihm bezeichneten „Dreiecksgarten“ erwerben wollte, um seine Anlage und Zucht erweitern zu können. Zurzeit hält er die Tiere in Moritzburg und Weinböhla, was die Wirtschaftlichkeit stark beeinträchtige. Doch die Gärten wolle die Schlösserland gGmbH behalten und für Hochzeiten und andere Events nutzen. Dies sei der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

So einfach aufhören kann er aber auch nicht. Momentan sind dem Züchter wegen der Vogelgrippe die Hände gebunden und es dürfen keine Tiere verbracht werden. Die Auflagen sind derzeit das Salz in der Wunde. „Ich habe nicht genügend Platz, um alle Tiere drinnen zu halten, dafür fehlen mir besagte Bruthäuser“, erklärt Kreher seine Not. Rot-Weißes Absperrband soll die Besucher derzeit von den Tieren fernhalten. Sobald die Sperrgebiete aufgehoben sind, will er 80 Prozent der Jagdfasane verkaufen. Nur die Braunohrenfasane möchte er behalten. Sie fressen ihm und seiner Tochter mittlerweile aus der Hand. Der Fasanenzüchter möchte nun abwarten, ob ein Angebot seitens der Schlösserland gGmbH kommt und ob diese Teile der Züchtung übernehmen wollen. In den vergangenen zehn Jahren baute er die historische Fasanenzucht wieder auf. Alles Eigeninitative. Viel Geld werfe die Zucht nicht ab, der kleine Gewinn fließe direkt in Erneuerungen der Anlagen. Kreher wollte es zu seinem Haupterwerb machen, doch aktuell sieht er darin keine Zukunft mehr.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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