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Umland Familie Korch gibt Firmenmehrheit ab
Region Umland Familie Korch gibt Firmenmehrheit ab
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14:04 16.07.2018
Die Radeberger Fleisch- und Wurstwarenhersteller Korch wollen die Nachfolge im Chefsessel frühzeitig regeln und holen sich deshalb einen neuen Mehrheitseigner ins Unternehmen. Quelle: Korch GmbH
Dresden/Radeberg

Zeitenwende bei der Radeberger Fleisch- und Wurstwaren Korch GmbH: Nach 28 Jahren in Familienbesitz holt sich die bisherige Eigentümerfamilie Korch einen neuen Mehrheitseigner ins Haus. Der kommt nach DNN-Informationen aus München, ist studierter Betriebswirt und will in Radeberg selbst in die Geschäftsführung einsteigen – zusätzlich zu den bisherigen Chefs Michael (52) und Andrea Korch (53), die auch als Minderheitsgesellschafter an Bord bleiben.

400 Mitarbeiter erfahren am Montag von den Plänen

Im Unternehmen selbst wollte sich auf Anfrage niemand zum Thema äußern. Dem Vernehmen nach sollten am Montag zunächst die rund 400 Mitarbeiter informiert werden. Beim Bundeskartellamt wurde die Übernahme bereits angemeldet, wie die Behörde mitteilte. Die Entscheidung steht noch aus. Als Investor wird dort aber eine bisher unbekannte Firma namens WhiteGreyBlack genannt.

Dahinter steht nach DNN-Recherchen der Manager Felix Alber aus München. Der gebürtige Südtiroler arbeitet derzeit als Direktor für Firmenübernahmen bei der auf Mittelstandsbeteiligungen spezialisierten Firma Adcuram im München. In Radeberg will der studierte Diplom-Kaufmann aber nicht für seinen Arbeitgeber einsteigen, sondern als Privatmann – und auch selbst vor Ort aktiv werden, hieß es in Finanzkreisen. Alber selbst ließ telefonische Anfragen der DNN unbeantwortet.

Lange Suche nach einem Investor

Finanzkreisen zufolge hatte die Familie Korch seit Monaten gezielt nach einem Investor gesucht, um frühzeitig die Nachfolge im Unternehmen zu regeln. Die beiden bisherigen Chefs Michael und Andrea Korch sind beide Anfang 50, Seniorchef Georg Korch schon 87. Der avisierte neue Gesellschafter Alber wäre zehn Jahre jünger als die beiden derzeitigen Chefs.

Anders als die bisherigen Inhaber ist Alber kein Fleischer. Erfahrung in der Lebensmittelbranche bringt er trotzdem mit: Bis Ende 2015 war er zweieinhalb Jahre lang Controller und Verpackungs-Einkäufer beim Schokoladenhersteller Rübezahl aus Baden-Württemberg, zu dem auch die traditionsreiche Schokoladenfabrik Wergona in Wernigerode gehört. Rübezahl stellt vor allem Schoko-Osterhasen und -Weihnachtsmänner für Discounter her, ist hier sogar weltgrößter Hersteller. Alber war dort laut seinem Profil beim Berufe-Netzwerk LinkedIn unterer anderem für die Schließung der Reutter Zuckerwarenfabrik in Baden-Württemberg zuständig, die die Firma kurz vor seinem Dienstantritt beschlossen hatte.

Kein Personalabbau, sondern Erweiterung im Visier

In Radeberg dagegen sei keinerlei Personalabbau geplant, hieß es in Finanzkreisen. Im Gegenteil: Mit dem neuen Investor im Rücken solle sogar kräftig in den Standort investiert werden. Als Kapitalgeber ist dabei die SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (OSD) mit im Boot, die zusammen mit Alber in Radeberg einsteigen will. Das geht aus der Anmeldung beim Bundeskartellamt hervor. Die SIB selbst wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.

Die Radeberger Fleisch- und Wurstwaren Korch GmbH ist vor allem in Dresden und Ostsachsen stark vertreten: Produziert wird in Radeberg, verkauft in 25 eigenen Fleischerfilialen in ganz Ostsachsen, davon allein zwölf in Dresden. Auch in Supermärkten sind die Produkte aus Radeberg gelistete, etwa beim Edeka-Discounter Netto. 2016 erwirtschaftete der Betrieb laut Bundesanzeiger 47,4 Millionen Euro Umsatz und 260 000 Euro Gewinn. Neuere Zahlen wurden noch nicht veröffentlicht.

Familienunternehmen nach der Wende gegründet

Die Firma war 1990 aus dem VEB Radeberger Fleischwaren hervorgegangen und noch im selben Jahr von Georg Korch übernommen worden – mit damals 30 Mitarbeitern. Der Vater des heutigen Chefs Michael war nach der Fleischerlehre in Hoyerswerda nach Köln gegangen und dann nach der Wende nach Sachsen zurückgekehrt, um mit damals 59 Jahren in Radeberg noch einmal ein Familienunternehmen aufzubauen. Bereits 1992 übernahm sein Sohn Michael, der wie der Vater Fleischermeister ist, die Leitung der Firma. 2015 zog auch dessen Frau Andrea, die gelernte Kauffrau ist, in die Geschäftsführung ein. Georg Korch ist weiter als Seniorchef im Haus.

Von Frank Johannsen

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