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Umland Pendeln in Ostsachsen soll einfacher werden
Region Umland Pendeln in Ostsachsen soll einfacher werden
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18:25 16.07.2018
Schon heute gehört ein Teil des Kreises Bautzen zum Tarifgebiet des VVO. Künftig soll der komplette Landkreis Bestandteil des Verbundraums werden. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Seit 20 Jahren gibt es den Tarif des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO), können die Menschen in Dresden und in der Region zwischen Riesa, Hoyerswerda und Altenberg mit einer Fahrkarte Bus und Bahn fahren. Jetzt soll das Tarifgebiet noch einmal um ein gutes Stück wachsen. Der Landkreis Bautzen, bislang nur teilweise im VVO-Bereich vertreten, strebt einen kompletten Anschluss an. Die Dresdner könnten mit ihrem VVO-Fahrschein somit künftig bis Bautzen oder Wilthen fahren – Tausende Pendler in beide Richtungen würden profitieren. Doch wegen der Pläne gibt es in Ostsachsen auch jede Menge Zoff.

Als der VVO vor zwei Jahrzehnten entstand, wurden lediglich der frühere Landkreis Kamenz und die damals noch kreisfreie Stadt Hoyerswerda mit eingegliedert. Kamenz und Hoyerswerda fusionierten vor zehn Jahren mit dem ehemaligen Landkreis Bautzen. Das neue Gebiet nimmt fast die Fläche des Saarlands ein – und wird doch bis heute von einer unsichtbaren Grenze durchschnitten. Denn das Territorium des Altkreises Bautzen gehört zum Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon). Wer beispielsweise zwischen Kamenz und Bautzen mit Bus oder Bahn unterwegs ist, muss stets zwei Fahrscheine kaufen.

Ein Problem, dessen Lösung schon seit Jahren auf der Agenda steht, lange Zeit aber nicht ernsthaft angegangen wurde. Bis plötzlich vor einigen Monaten doch Bewegung in die Sache kam. Der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) ist einerseits Vorsitzender des Zvon – und übernahm Anfang 2017 diesen Job auch beim Verkehrsverbund Oberelbe von seinem Meißner Landratskollegen Arndt Steinbach (CDU). Die Beseitigung der Tarifgrenze im Kreis Bautzen hatte Michael Harig daraufhin umgehend zur Chefsache erklärt.

Doch ganz so einfach ist es eben nicht. Der Plan des Bautzener Landrats sah zunächst die Fusion der beiden Verkehrsverbünde VVO und Zvon vor. Damit würde ein großes einheitliches Tarifgebiet von Riesa bis Görlitz entstehen. Doch allen voran in Görlitz sind die Verantwortlichen im Landratsamt und im Rathaus skeptisch. Die Stadt und Kreis Görlitz fürchten um den Einfluss im neuen Großverband, wenn deren Vertreter dort gemeinsam mit den Verantwortlichen aus Dresden und den Kreisen Meißen und Pirna am Tisch sitzen. Ein einheitliches Tarifsystem, so erklärt der Görlitzer Stadtsprecher Wulf Stibenz sei „auch ohne den großen Verband und Fusion möglich.“

Im Gegenzug machen allerdings vor allem die Bürgermeister in jenem Teil des Kreises Bautzens Druck, der noch nicht im Tarifgebiet des VVO steckt. Für sie geht es nicht allein um den Aufdruck auf der Fahrkarte – sondern tatsächlich um Standortpolitik. Angesichts steigender Mieten und Baulandpreise in Dresden und dem direkten Umland zieht es die Menschen inzwischen immer weiter über die Stadtgrenze hinaus. In Großharthau bei Bischofswerda entstehen beispielsweise derzeit viele neue Eigenheime.

Der Bahnanschluss nach Dresden ist in Großharthau vorhanden – die Fahrt durch zwei Tarifgrenzen für potenzielle Häuslebauer aber eher abschreckend. Pendler sind aber auch in der Gegenrichtung unterwegs. Hunderte Dresdner fahren allein täglich mit der Bahn nach Bischofswerda oder Bautzen zur Arbeit. „Die unterschiedlichen Tarifzonen müssen im Interesse unserer Bürger schnellstmöglich der Vergangenheit angehören“, erklärt Holm Große (parteilos), Bürgermeister in Bischofswerda. Der Nahverkehr sei für die Region ein wichtiger Standortfaktor.

Doch die bisher unterbreiteten Lösungsvorschläge aus Görlitz konnten den Bautzener Landrat bislang nicht überzeugen. Zuletzt hatte die Dezernentin Heike Zettwitz aus dem Görlitzer Landratsamt einen Oberlausitztarif vorgeschlagen – gültig in den Kreisen Bautzen und Görlitz. Unbrauchbar nennt Michael Harig den Vorstoß. Denn wenn an der Stadtgrenze zwischen Dresden und dem Kreis Bautzen eine neue Tarifgrenze entsteht, „würden mir die Bürgermeister aus Radeberg und Ottendorf-Okrilla aufs Dach steigen“, formulierte es Michael Harig sehr salopp.

Und vermutlich nicht nur die. Inzwischen hat das Bautzener Landratsamt eine Vorlage für den Kreistag erarbeiten lassen. Der sieht den kompletten Beitritt des Kreises Bautzen ab Januar 2020 vor. Aktuell liegt das Papier zur Begutachtung bei der Rechtsaufsicht. Gibt die ihr okay, könnte der Kreistag noch dieses Jahr den Beitritt auf den Weg bringen – wenn zuvor nicht doch noch eine andere Lösung gefunden wird.

Von Sebastian Kositz

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