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Umland FDP-Kandidat Martin Bahrmann bleibt im Rennen
Region Umland FDP-Kandidat Martin Bahrmann bleibt im Rennen
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16:57 14.09.2018
Martin Bahrmann tritt zum 2. Wahlgang am 23. September 2018 an.
Martin Bahrmann tritt zum 2. Wahlgang am 23. September 2018 an. Quelle: Silvio Kuhnert
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Meissen

Von ursprünglich fünf Bewerbern um das Oberbürgermeisteramt in Meißen sind zum entscheidenden zweiten Wahlgang am 23. September 2018 noch drei Kandidaten im Rennen. Bis zum Freitag hat es Martin Bahrmann (FDP) spannend gemacht. „Ich trete definitiv noch einmal an“, verkündete er am Nachmittag im Gasthaus zur Altstadt.

Am vergangenen Sonntag hatte kein Kandidat die absolute Mehrheit errungen. Deshalb werden die knapp 23000 wahlberechtigten Meißner in einer Woche noch einmal an die Wahlurne gerufen. Beim ersten Urnengang erreichte der Bürgerrechtler und ehemalige Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Frank Richter (parteilos), 36,7 Prozent. Auf Amtsinhaber Olaf Raschke (parteilos) entfielen 32,5 Prozent der gültigen abgegeben Stimmen. FDP-Stadt- und -Kreisrat Martin Bahrmann kam auf 14,9 Prozent, Joachim Keiler (AfD) auf 13,7 Prozent und Heiko Lorenz (Sächsische Volkspartei) auf 2,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lab bei 49 Prozent.

Bauunternehmer Lorenz zog bereits am Folgetag seine Kandidatur zurück. Am Donnerstag folgte AfD-Kandidat Keiler. Danach wurde mit Spannung erwartet, wie sich Bahrmann entscheidet.

„Die Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht“, berichtete Bahrmann. In den zurückliegenden Tagen hat er sich mit seinen beiden Mitbewerbern getroffen. Es sei eine gute demokratische Gepflogenheit, mit Richter und Raschke bzw. deren Vertretern zu sprechen und ihre Vorstellungen anzuhören. „Anschließend daran kann ich sagen, dass ich keinen der beiden Kandidaten freien Herzens und guten Glaubens unterstützen kann“, so Bahrmann.

Der 31-Jährige sieht einen Riss durch die Meißner Gesellschaft gehen. Anhänger Richters und Raschkes würden sich gegenseitig anfeinden und unversöhnlich gegenüberstehen. „Vor meinem Büro haben sich in dieser Woche zwei Gewerbetreibende angeschrien“, berichtete Bahrmann, nur weil sie jeweils dem andere Lager zugehören. Zudem machten in der Stadt Aufrufe die Runde, Gasthäuser und Geschäfte von Unterstützern der jeweils anderen Seite zu boykottieren. Die Schlammschlachten würden die politische Debatte völlig überlagern und die Stadt zunehmend spalten. „Die Unterstützung eines Bewerbers darf nicht zu Anfeindungen und persönlichen Konsequenzen führen. Mein Anliegen ist es, die Bürger wieder zusammenzuführen und stehe für all jene zur Wahl, die keinem der beiden Lager zugehören wollen“, sagte Bahrmann. Der Fokus, wie sich Meißen zukünftig entwickeln soll, sei in den Hintergrund gerückt, bemängelt der Liberale, der sich seit fast zehn Jahren im Meißner Stadtrat engagiert.

Des Weiteren handle es sich bei einer OB-Wahl um eine Personenwahl. „Die mündigen Wähler sind keine politische Verfügungsmasse, die man einfach hin und her schieben kann, so wie es in den letzten Tagen bei allen Prognosen und theoretischen Überlegungen immer wieder versucht wurde. Die Bürger und ihre Stimmen sind auch nicht das Eigentum eines Kandidaten oder einer Partei“, meint Bahrmann, weshalb er weder für Richter noch Raschke eine Wahlempfehlung aussprechen wollte, sondern unter dem Slogan „Für Meißen Neues wagen!“ im Rennen um das OB-Amt bleibt.

Von Silvio Kuhnert