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Umland Eltern der Questenberg-Schüler fordern Schulbus für ihre Kinder
Region Umland Eltern der Questenberg-Schüler fordern Schulbus für ihre Kinder
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15:58 05.07.2019
Symbolfoto.
Symbolfoto. Quelle: Monika Skolimowska, dpa
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Meißen

Im kommenden Schuljahr besuchen die rund 200 Mädchen und Jungen der Meißner Questenberg-Grundschule das neugebaute Schulhaus an der Ecke Leitmeritzer Bogen/Aritaring. Während der Sanierung und Erweiterung ihres jetzigen Bildungsstandortes müssen sie einmal quer durch die Stadt reisen, um zu ihrem Interimsdomizil im Stadtteil Bohnitzsch zu gelangen. Jedoch werden keine Schulbusse die Grundschüler morgens einsammeln und sie nach Unterrichtsschluss wieder zurück in ihre Wohngebiete auf dem Plossen, in Korbitz und Triebischtal bringen. Die Kinder sollen mit Linienbussen fahren. Das bedeutet für einige, dass sie am Busbahnhof umsteigen müssen.

Diese Lösung schmeckt den meisten Eltern nicht. Bei einer Umfrage des Elternrates wünschten sich 171 Familien der Schulkinder den Einsatz von Schulbussen währen der zweijährigen Sanierungszeit der Questenberg-Schule, nur vier sprachen sich dagegen aus, wie Elternratsvorsitzender Andreas Winter den Stadtrat informierte.

Auf der letzten Sitzung des Gremiums vor der Sommerpause, die zudem die letzte der jetzt endenden Legislatur war, brachte eine Mutter die Sorgen auf den Punkt: „Es handelt sich um Kinder einer Grundschule, sie können noch nicht richtig lesen, lassen sich ablenken, streiten, lachen und toben auf dem Fußweg – und das an viel befahrenen Straßen, neben Baustellen und auf dem Busbahnhof.“ So sei bislang nicht geklärt, ob es am neuen Standort eine Ampel oder ein Zebrastreifen als Querungshilfe geben und wie der Verkehr vor der Schule verlangsamt werde. Die Elternvertreter hätten der Verwaltung wiederholt ihre Bedenken hinsichtlich des Schülerverkehrs mit Linienbussen vorgetragen, seien aber als überängstlich abgewiesen worden. „Warum leistet sich die Stadt jedes Mal, wenn der Burgbergaufzug ausfällt, Shuttlebusse, aber keine Schulbusse für Kinder?“, fragte sie in die Runde.

Die Kritik, die Stadt würde die Sorgen der Eltern nicht ernst nehmen, wies Bürgermeister Markus Renner (parteilos) zurück: „Die Frage der Schülerbeförderung ist eine zentrale und wichtige.“ Daher sei die Verwaltung zu dem Thema schon sehr früh mit der Schule sowie dem Landkreis Meißen als der für die Organisation des Schülerverkehrs zuständigen Behörde in Kontakt gewesen. Nach Berechnungen der Kreisverwaltung seien im ÖPNV-Netz ausreichend Kapazitäten vorhanden, um die Grundschüler aufzunehmen. „Wenn das nicht der Fall sein sollte, wird nachgesteuert noch in der ersten Woche“, versprach Renner.

Am Interimsstandort beginnt der Unterricht erst um acht Uhr. Wenn sich die Questenberg-Kinder auf dem Weg zur Schule befinden, ist der morgendliche Berufsverkehr und die große Welle der Schülerströme zu den anderen Bildungseinrichtungen im Stadtgebiet durch. Die Stadt hat zudem zwei Personen gefunden, die die Schüler in den Bussen begleiten werden. Zudem übernimmt sie die Elternbeiträge für die Fahrkarten. Außerdem werde der gemeindliche Vollzugsdienst morgens verstärkt Geschwindigkeitskontrollen vor der neuen Schule durchführen und in der Stunde vor Unterrichtsbeginn vor Ort sein, versicherte Renner.

Von Silvio Kuhnert

03.07.2019