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Umland Verzögerungen auf der größten DVB-Baustelle: Wann fährt die Linie 4 wieder durch Radebeul?
Region Umland Verzögerungen auf der größten DVB-Baustelle: Wann fährt die Linie 4 wieder durch Radebeul?
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15:41 13.11.2019
An der Gleisschleife in Coswig sind inzwischen alle Masten neu gesetzt und es hängt ein neuer Fahrleitungsdraht. Quelle: Dietrich Flechtner
Radebeul

Es ist die derzeit größte Baustelle der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB): die Strecke der Linie 4 in Radebeul, Coswig und Weinböhla. Damit ist einmal nicht die Sanierung der Meißner Straße in Radebeul-Mitte gemeint, sondern das Großprojekt, dass seit Februar in deren Schatten erledigt wird. Denn die DVB lassen die gesamte Bahnstromanlage von der Gleisschleife Radebeul-West bis zum Wendepunkt in Weinböhla erneuern. Bei diesen Arbeiten entscheidet sich nun, ob Ende des Monats wieder Straßenbahnen im derzeit gesperrten Abschnitt verkehren können.

Moderner und sicherer

Allein die schiere Größe des Baufelds lässt Bauüberwacher Steffen Lohmann tief durchatmen. Auf den acht Kilometern eingleisiger Strecke müssen 253 Fahrleitungsmasten neu gesetzt, elf Kilometer Fahrdraht an Tragseilen von 17 Kilometern Länge gespannt und 9,7 Kilometer Fernmeldekabel verlegt werden.

Gleichzeitig werden vier neue Gleichrichterunterwerke gebaut, die zwei alte ablösen und wie Trafos funktionieren: Sie wandeln Wechselstrom in die 600 Volt Gleichspannung um, die auf der Strecke über Fahrdraht und Stromabnehmer in die Elektromotoren der Straßenbahnen fließen. Kostenpunkt: Knapp elf Millionen Euro, wobei die Verkehrsbetriebe auf eine 90-prozentige Förderung von Land und Verkehrsverbund Oberelbe hoffen.

Den Grund für die Arbeiten erläutert Jens Thiede, der bei den DVB Instandhaltungsbereichsleiter Bahnstromversorgung ist. „Die Bahnmasten stammen aus dem 1970er Jahren“, sagt er. Zwar habe es keinerlei Zweifel an ihrer Standfestigkeit gegeben, zumal die Masten regelmäßig kontrolliert werden. „Aber es ist an der Zeit, dass sie ausgetauscht werden – dafür gibt uns die Streckenvollsperrung in Radebeul-Mitte die passende Gelegenheit“, sagt Thiede.

Im Ergebnis wird die Bahnstromversorgung nicht nur moderner, sondern auch sicherer. Dafür sorgt die Verdopplung der Gleichrichterunterwerke. Im Havariefall können die drei anderen für das ausgefallene übernehmen. Vorher wäre das nicht gegangen – sobald einer der beiden Straßenbahntrafos am Steinbacher Weg in Coswig und am Spitzgrundweg in Radebeul ausgefallen wäre, hätte dies eine Streckensperrung nach sich gezogen. Außerdem waren früher 30 Kilometer Bahnstromkabel nötig, um die Strecke zu versorgen. Nach dem Umbau ist es nicht einmal ein Zehntel.

Handlungsbedarf in Radebeul-Ost

Die Arbeiten laufen größtenteils auf schwierigem Terrain. Lange Abschnitte der Strecke führen über freies Feld, sind nur über die Schiene zu erreichen. Die Arbeiten an den Masten mussten deshalb von einem Baufahrzeug mit Fahrwerk von den Gleisen aus erledigt werden. „Da können auch nicht zwei Fahrzeuge nebeneinander arbeiten“, sagt Bauüberwacher Steffen Lohmann. „Und man kann sich der Baustelle nicht einfach von zwei Seiten nähern. Man muss sich sehr genau überlegen, welchen Schritt man nach dem anderen macht.“

Das haben die Bauleute, dennoch wird es eng. Grund sind die laufenden Arbeiten der Deutschen Bahn an der Brücke über die Meißner Straße an der Stadtgrenze von Coswig nach Radebeul. Dort konnte bisher keine Fahrleitung für die Straßenbahn gehängt werden, auch wenn alles dafür vorbereitet ist.

Erst wenn nach dieser Woche die Verschalung der neuen Bahnbrücke abgetragen ist, können auch die Oberleitungsexperten der DVB ran. Viel Zeit bleibt dann nicht mehr. „Es wird eng“, sagt Bauüberwacher Lohmann. Am Monatswechsel sollen die ersten Straßenbahnen im Einrichtungsverkehr wieder über die Strecke fahren. Auf der Linie 4 ist dann überall die Bahnstromversorgung auf dem Stand der Technik, nur in Radebeul-Ost, wo auch die Gleise derart schlecht sind, dass die Straßenbahnen nur im Schleichverkehr unterwegs sind, besteht noch Handlungsbedarf.

Von Uwe Hofmann

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