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Umland Die Mehrheit will eine Friedensburg-Gaststätte, aber wohnen will sie da nicht
Region Umland Die Mehrheit will eine Friedensburg-Gaststätte, aber wohnen will sie da nicht
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20:00 08.12.2016
Die Friedensburg ist seit acht Jahren Gegenstand eines Verfahrens. Die Radebeuler empfinden für die umstrittene Immobilie warme Gefühle. Quelle: Uwe Hofmann
Radebeul

Die Friedensburg und Radebeul – das könnte eine Liebesbeziehung sein. Nimmt man die vielen Leserzuschriften und die Beteiligung an einer vor drei Wochen im Auftrag der DNN gestarteten Umfrage zum Maßstab, hängen die Bewohner der Lößnitzstadt sehr an der 1870/71 erbauten Ausflugsgaststätte mit ihrer den Blick dominierenden Lage an der Hangkante der Niederlößnitz. Entsprechend fällt auch das Votum der ersten und wichtigsten Frage der nicht repräsentativen DNN-Umfrage aus: 84 Prozent der Befragten klickten im Internetprotokoll auf „Ja“ – sie wünschen die Wiedereröffnung einer Ausflugsgaststätte in der Friedensburg.

Entscheidend ist die Frage, ob sich eine Friedensburg-Gastronomie lohnt

Genau über diesen Punkt wird seit acht Jahren vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen (OVG) gestritten. Die Stadt will eine Gastronomie durchsetzen und handelt dabei ganz offenbar im Sinne der Radebeuler. Friedensburgbesitzer Oliver Kreider will die schon von Vorbesitzer Carsten Weinberg aufwendig sanierte Friedensburg dagegen als Luxuswohnanlage nutzen – ob wie von ihm mehrfach behauptet für sich selbst oder für die lukrative Vermarktung auf dem Immobilienmarkt sei einmal dahingestellt.

Im Streit hängt derzeit vieles daran, ob eine Gaststätte in der Friedensburg überhaupt wirtschaftlich arbeiten kann und daher dem Eigentümer der Anlage zugemutet werden kann. In einem ersten Gutachten kam ein Dehoga-Experte zu einem negativen Ergebnis. Das Gericht sah an der Untersuchung Nachbesserungsbedarf, auf ein zweites Gutachten wartet man seither.

Auf diesen Zusammenhang zielt die zweite Frage des Umfragebogens und auch hier fällt die Antwort ziemlich deutlich aus. Reichlich 92 Prozent der Befragten gaben an, eine Friedensburg-Gaststätte besuchen zu wollen, knapp 52 Prozent wollen sogar vier bis sechs Mal im Jahr oder häufiger in der Friedensburg zu Tisch sitzen. Auch wenn die Zahl der Befragten mit rund 150 für repräsentative Aussagen zu gering ist, deutet das auf ein großes potentielles Publikum hin, das den Friedensburg-Schankraum bevölkern könnte.

Betrachtet man hingegen, wie die Befragten das Spitzhaus besuchen, sieht die Sache schon weniger eindeutig aus. Das Spitzhaus wird von Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) aber auch von anderen immer dann ins Feld geführt, wenn es um die Frage der Wirtschaftlichkeit einer Friedensburg-Gastronomie geht. Beide besitzen eine herausragende Lage an der Hangkante mit weitem Blick ins Elbtal, beide sind Radebeuler Sehenswürdigkeiten, bei beiden sind die Zufahrtsstraße sehr eng und die Parkmöglichkeiten sehr knapp. Dennoch laufe die Gastronomie im Spitzhaus profitabel, warum also nicht auch in der Friedensburg, so ein Standardargument vom OB. Von den Befragten gaben jedoch nur reichlich 20 Prozent an, das Spitzhaus wenigstens vier bis sechs Mal im Jahr zu besuchen. Etwas mehr als 70 Prozent gehen allerdings immerhin ein paar Mal im Jahr hin. Dass es sie im Gegensatz so viel mehr in eine Friedensburg-Ausfluggaststätte treiben würde, hängt wohl mit dem Wunsch zusammen, den seit den 90er Jahren nicht mehr möglichen Ausblick von den Terrassen der Friedensburg noch einmal zu sehen.

Die Mehrheit der Befragten will zu Fuß in eine Friedensburg-Gaststätte

Überraschend fällt das Ergebnis auf die Frage aus, wie die Radebeuler in die Friedensburg gelangen wollen. fast 57 Prozent wollen dorthin tatsächlich zu Fuß, zum Beispiel über die von der Stadt vor Jahren sanierte Weinbergstreppe. Etwas mehr als ein Viertel würde das Auto wählen – schon diese Quote dürfte wohl genügen, um die Umgebungsstraßen zu verstopfen. Stärker verteilt sind die kulinarischen Vorlieben. Ein Friedensburg-Wirt müsste nach Meinung der Befragten am besten Hausmannskost anbieten (reichlich Prozent), es folgen mediterrane Küche (knapp Prozent) und einfache Winzerkost (knapp Prozent) auf den Plätzen.

Eindeutig fällt die Antwort auf die Frage aus, ob man sich den Bezug der über einer Friedensburg-Gaststätte liegenden Räume vorstellen könnte. Fast 74 Prozent möchten dort nicht wohnen. Genau das berührt den Grund, warum der Immobilienunternehmer Kreider so vehement gegen den Bebauungsplan mit der Festsetzung einer Gastronomie vorgeht. Gemessen an den zwei Millionen Euro, die er 2014 für die Friedensburg gezahlt hat, wäre die Anlage auf dem Immobilienmarkt fast wertlos, wenn dort tatsächlich eine Ausflugsgaststätte eröffnet.

Von Uwe Hofmann

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