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Umland Der Coswiger Stefan Frotscher berichtet über seinen Abenteuertrip durch die Sahara
Region Umland Der Coswiger Stefan Frotscher berichtet über seinen Abenteuertrip durch die Sahara
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16:05 15.03.2018
Zwischen Sanddünen legte Stefan Fortzscher in der Westsahara einen Zwischenstopp ein. Quelle: Foto: Stefan Frotzscher
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Coswig

Stefan Frotzscher hat es geschafft: Der Coswiger fuhr von seiner Heimatstadt aus durch Ostafrika bis zum Kap der Guten Hoffnung und von dort aus über Westafrika wieder zurück nach Hause – und das auf dem Rad. Sein Fahrrad-Abenteuer Afrika ist nach 58250 Kilometern, 408000 überwundenen Höhenmetern, nach 66 Ländern auf drei Kontinenten, nach Monaten und Jahren voller Mühen und Entbehrungen nun Geschichte. Die letzte Etappe hatte es noch einmal in sich. Von Kamerun aus radelte er über Nigeria, Ghana, Côte d’Ivoire, Mali, Guinea, Sierra Leone, Senegal, Gambia, Mauretanien, Westsahara und Marokko und von da aus über Spanien nach Sachsen. Er durchquerte dabei die Sahara-Wüste. Am Sonntag berichtet er von diesem Abenteuertrip in der Börse Coswig.

Einmal den schwarzen Kontinent zu umrunden, war nicht sein ursprüngliches Ziel, als er sich vor 14 Jahren auf den Fahrradsattel schwang. Mit Gleichgesinnten radelte er 2004 nach Athen, um für eine Olympiabewerbung Leipzigs die Werbetrommel zu schlagen. Aus dem Traum, das wohl größte Sportfest der Welt in die Messestadt zu holen, wurde leider nichts. Aber Frotzscher hat das Radfieber gepackt. „Wenn wir es schon bis nach Athen geschafft haben, warum fahren wir dann nicht nach Syrien und Kairo weiter?“, fragte er nicht nur, sondern er tats. Und so folgte von Jahr zu Jahr eine weitere Etappe, bis er an der Südspitze des afrikanischen Kontinents stand und beschloss über Westafrika zurückzufahren. Der Begleittross wurde dabei immer kleiner: war er nach Athen noch in einer Gruppe von 26 Radenthusiasten unterwegs, hatte er durch Afrika wenn überhaupt nur einen weiteren Mitstreiter an der Seite. Oft fuhr er auch allein.

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Seine letzte Etappe war rund 19400 Kilometer lang. In Kamerun fiel der Startschuss und die Strecke verlangte viel Kraft und Durchhaltevermögen von ihm ab. Denn sein Weg führte ihn durch die Wüste bei Temperaturen von bis zu 58 Grad Celsius in der prallen Sonne ohne Aussicht auf Schatten und dem ständig kräftig wehenden Passatwind. „Das war extrem“, gesteht er. Die weiteste Strecke, die er bei seinem Wüstentrip an einem Tag zurückgelegt hat, war rund 170 Kilometer lang. „Es gab keine Servicestation, nur Sand und Steine bis zum Horizont“, erzählt Frotzscher. Zweimal musste er die Fahrtroute ändern, um islamistischen Terrorbanden aus dem Weg zu gehen. Selbst durch zwei tödliche Krankheiten und einen Totalschaden am Fahrrad ließ er sich nicht abhalten, diese Reise erfolgreich zu beenden.

Unter dem Titel „Durch die Sahara nach Hause“ berichtet Frotzscher mit Fotos, Originaltonaufnahmen und viel Hintergrundinformationen aus einer Welt, die so kaum jemand kennengelernt hat, über sein Abenteuer. Sein Diavortrag findet am kommenden Sonntag um 18 Uhr (Einlass ab 17 Uhr) in der Börse Coswig, Hauptstraße 29, statt. Karten kosten im Vorverkauf zwölf, ermäßigt zehn Euro. An der Abendkasse wird ein Zuschlag von zwei Euro pro Ticket erhoben.

Von Silvio Kuhnert