Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Das Pfarrgelände in der Mitte von Lohmen ist zum Dreiseitenhof geworden
Region Umland Das Pfarrgelände in der Mitte von Lohmen ist zum Dreiseitenhof geworden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:24 30.08.2019
An der Rückseite des über 150 Jahre alten Pfarrhauses ist ein moderner Anbau mit großem Gemeindesaal entstanden. Quelle: Steffen Giersch
Lohmen

Einer Insel gleich liegt das Pfarrgelände in der Mitte von Lohmen. Besonders deutlich werde das an den Wochentagen, wenn der Lkw- und Pkw-Verkehr auf der Hauptzufahrtsstraße zu Bastei und Nationalpark Sächsische Schweiz um die Häuser flute, sagt Pfarrer Michael Schleinitz. Jetzt wird dieses Stück Ortskern des 3000-Einwohner-Dorfes noch einladender.

Ein geräumiger Gemeindesaal für Lohmen

„Es ist zu einer Art Dreiseithof geworden“, meint Pfarrer Schleinitz. Bislang standen hier nur zwei Gebäude, verbunden durch ein hölzernes Hoftor: Eines, das die Junge Gemeinde mit Tischen, Polstermöbeln und Fußballkicker zu ihrem Treffpunkt ausgestaltet hat; und das Pfarrhaus, über dessen Eingangstür neben dem Jahr 1867, in dem es errichtet wurde, ein Hinweis auf den ersten Vers des 127. Psalms steht: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, arbeiten umsonst, die daran bauen.“

Auf der Rückseite ist das über 150 Jahre alte blassgelbe Gebäude nun mit einem riegelartigen modernen Anbau erweitert worden, entworfen von dem Architekten Thomas Bretschneider. Dieser Anbau bildet die neue dritte Seite des Hofes. Mit ihm hat die evangelisch-lutherische Philippuskirchgemeinde jetzt erstmals einen geräumigen Gemeindesaal bekommen.

Etwa hundert Quadratmeter misst der, ausreichend Platz für 80 bis 100 Personen. Hell ist er. Tageslicht fällt von oben durch den Dachfirst, durch drei bodentiefe Fenster von der Südseite, vor allem aber durch die vollständig verglaste Westwand. Die gibt den Blick in den großen Garten frei. Vor der Glasfront stehen bereits die verzinkten Stahlträger für die Pergola, auf der sich künftig viel Grün entlang ranken soll.

68.000 Euro muss die Gemeinde an Spenden aufbringen

Noch ist der Hof davor aufgewühltes Baustellengelände, aber in den kommenden Monaten sollen die alten Sandsteinplatten, die jetzt am Rand des Geländes lagern, wieder eine ebene Fläche bilden, wie Michael Schleinitz erläutert.

Seit etwa 60 Jahren habe sich die Kirchgemeinde einen richtigen großen Raum gewünscht. Bei den Zusammenkünften des Frauendienstes oder beim Mutter-Kind-Kreis sei es meist recht eng geworden. Der Anbau hat im Inneren des alten Pfarrhauses Platz für einen zweiten kleineren Gemeinderaum geschaffen. Außerdem haben sie nun Toiletten, für die sie sich bei Gästen nicht mehr schämen müssen und die nun auch Menschen mit Rollstuhl benutzen können. Ein knappes Jahr haben die Handwerker gebaut. Die tatsächliche Höhe der Kosten steht noch nicht fest, wie Pfarrerin Brigitte Schleinitz sagt.

. Quelle: Steffen Giersch

Sie rechnet mit über 700.000 Euro. Den größten Teil davon übernimmt die Landeskirche, fast 200.000 Euro stammen aus öffentlichen Fördermitteln, darunter aus einem Programm der Europäischen Union (EU) für den ländlichen Raum. 68.000 Euro muss die Gemeinde an Spenden aufbringen.

Die Kommune freue sich ebenfalls über den zusätzlichen großen Raum, sagt Michael Schleinitz. Privatpersonen könnten ihn für Feiern mieten.

Manches veranstalten Kirchgemeinde und Kommune gemeinsam, zum Beispiel das traditionelle „Steenbrecherfest“ (Steinbrecherfest). Dann wird der weitläufige Garten mit dem riesigen Nussbaum und mehreren Obstbäumen zum Festgelände.

Mitgliederzahlen der Gemeinden schrumpfen

Gegenüber vom Pfarrhaus auf der anderen Straßenseite steht, eingefasst vom Friedhof, die Kirche, 1789 nach Entwürfen von Ratsbaumeister Johann Daniel Kayser aus Pirna und Zimmermeister Christian Gotthelf Reuther aus Kreischa mit massiven Quadern aus einheimischem Sandstein errichtet. In drei Etagen ziehen sich die Emporen um den gestreckten achteckigen Bau, ausgerichtet auf den Kanzelaltar, in dem sich nach protestantischem Prinzip der Tisch für das Abendmahl, Kanzel für die Wortverkündigung, Orgel für die Musik und davor der Taufstein konzentrieren. 835 Sitzplätze gibt es in dem weiß gestrichenen, lichtdurchfluteten Raum mit seinen hohen Fenstern. Damit ist dies die größte Dorfkirche der Sächsischen Schweiz.

Außer Gottesdiensten gibt es hier immer wieder Konzerte, etwa in der Reihe „Sandstein und Musik“. Regelmäßig sind die Landesbühnen zu Gast. Am 8. November, 19.30 Uhr, wollen sie hier ihre beeindruckende Inszenierung von Borcherts „Draußen vor der Tür“ zeigen. In den Sommermonaten ist die Kirche tagsüber die ganze Woche für Besucher geöffnet.

Fünf Orte mit Kirchen hat das Pfarrehepaar Schleinitz zu betreuen, seit es vor zehn Jahren aus Radebeul hierher gekommen ist. Neben Stürza, Rathewalde und Dorf Wehlen gehört auch die 1883 errichtete Kirche in Stadt Wehlen dazu, die seit 2004 Radfahrerkirche ist.

Etwa 1500 Lutheraner gehören heute zur Kirchgemeinde der Schleinitzens. 2021 wird ihr Gebiet noch größer. Weil die Mitgliederzahlen weiter schrumpfen, müssen sie sich mit Pirna und dem Kirchspiel Dittersbach-Eschdorf zu einem Kirchgemeindebund mit dann etwa 8000 Mitgliedern zusammenschließen, sagt Michael Schleinitz. „Ein Gebiet, viermal so groß wie das jetzige.“

Von Tomas Gärtner

Das Staatsweingut Schloss Wackerbarth, die Sächsische Winzergenossenschaft Meißen, das Weingut Schloss Proschwitz und das Radebeuler Stadtweingut Hoflößnitz haben bei der diesjährigen Gebietsweinprämierung Medaillen abgesahnt.

29.08.2019

Der Bau von zusätzlichem Lärmschutz an den Bahnstrecken im Elbtal kann noch in diesem Jahr beginnen. Die Finanzierungsvereinbarung für die über 56 Millionen Euro teuren Vorhaben ist unterschriftsreif.

29.08.2019

Am 1. September 2019 wählt Sachsen einen neuen Landtag. 16 Wahlkreise liegen in Dresden oder grenzen direkt an die Stadt an. Die DNN stellen sie in einer Serie vor. Heute: Wahlkreis 53 – Bautzen 2.

29.08.2019