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Umland Das Lügemuseum Radebeul feiert 100 Jahre Dadaismus
Region Umland Das Lügemuseum Radebeul feiert 100 Jahre Dadaismus
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13:14 08.10.2016
Karl Liebscher auf einem seiner großformatigen Bilder. Der Radebeuler Aktionskünstler hat das Werk im Juni 2016 auf dem Dresdner Neumarkt improvisiert. Quelle: Paul Felix Michaelis
Radebeul

Vor 100 Jahren öffnete das Cabaret Voltaire in Zürich und veränderte die Kunstszene für immer: Seit 1916 muss Kunst keinen Sinn mehr ergeben – der Dadaismus oder auch DaDa war geboren. Das Lügemuseum in Radebeul erinnert ab heute mit einer Sonderausstellung an den „Urknall des künstlerischen Zweifels“. 20 Künstler aus der ganzen Welt haben Videoinstallationen, Möbel, Skulpturen, Bilder und viele Skurrilitäten der Kunstgalerie auf der Kötschenbrodaer Straße 39 zur Verfügung gestellt, zu sehen bis zum 31. Dezember.

„Ich weiß gar nicht, wie viele Exponate wir hier haben. Grob über den Daumen gepeilt würde ich sagen: Eintausendundeins“, erklärt der Galerist Richard von Gigantikow. Ihm gehe es in den zehn Ausstellungsräumen viel mehr um das Gesamt-Ensemble anstatt seiner vielen kleinen Teile. Seit 1990 betreibt von Gigantikow das Lügenmuseum, seit 2012 am Standort Radebeul. „Wir haben wegen des Jubiläums eine Rundmail an die Künstler geschrieben und die eingetroffen Werke seit Donnerstag aufgebaut“, so der Galerist.

Der Radebeuler Aktionskünstler Klaus Liebscher ist mit seinem großformatigen Farbkompositionen vertreten. „Ich liebe die spontane Malerei“, beschreibt Liebscher seine Arbeiten. „Ich sehe mich selbst nicht als Dadaist, sondern ich improvisiere meine Arbeit wie ein Jazzmusiker.“ Anstatt mit Klängen arbeite er mit Farben. Dem Betrachter stehe es frei, einen Sinn dahinter zu suchen.

Im ehemaligen Tanzsaal stehen hauptsächlich Figuren, Installationen und Skulpturen. Auf einem Sarg prangt fröhlich die Aufschrift „Brandenburg neu endecken mit uns! Zentralfriedhof für Investruinen“.

Auch der international bekannte DaDa-Künstler Getúlio Damado aus Rio de Janeiro stellt seine Figuren aus Holz und Müll aus. Die kann man nicht nur in Radebeul, sondern auch im Guggenheim, im MoMa in New York oder in großen Galerien in Tokio und Paris sehen.

Von Paul Felix MIchaelis

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