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Umland Das Elbsandsteingebirge: Reich der Gnome und Moos-Wichte
Region Umland Das Elbsandsteingebirge: Reich der Gnome und Moos-Wichte
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15:57 15.05.2019
Wie Finger ragen die Felsen im Bielatal in die Höhe. Quelle: Foto: Doreen Garud, dpa
Bad Schandau

Einige Felsen sehen aus wie die Finger eines Riesen. Andere könnten versteinerte Köpfe sein. Und manche Felsen stehen so dicht beieinander, als würden sie miteinander schmusen. Diese assoziationsreichen Formen finden sich im Elbsandsteingebirge.

Eigentlich ist das Elbsandsteingebirge aber gar kein Gebirge, sagt Christian Kubat. Er führt Schulklassen und andere Gruppen durch die Region. Er erklärt: Was für uns heute wie ein Gebirge aussieht, ist tatsächlich der langsam verschwindende Boden eines alten Meeres.

Das Gebirge ist eigentliche eine kaputte Platte

Vor etwa 100 Millionen Jahren gab es an der Stelle nämlich ein Meer. „Bäche und Flüsse haben viel Sand in das Meer gespült und am Boden abgelagert“, erklärt Kubat. Das Meer und der Sand selbst haben durch ihr Gewicht die einzelnen Körner ganz fest zusammengedrückt, bis alles zu einer dicken Platte wurde.

Später verschwand das Meer und die Sandsteinplatte kam an die Oberfläche. Mit der Zeit bekam die sie Risse. „Dort gelangte Wasser und Eis rein und hat die Platte weiter kaputt gemacht“, sagt der Experte.

Die interessanten Felsen, die wir heute sehen, sind das, was von der Sandsteinplatte übrig ist. Nach und nach gehe diese kaputt, sagt Kubat. „Aber gerade das sieht wunderschön aus.“ Weil die Felsen an die Berge in der Schweiz erinnern, wird die Region auch Sächsische Schweiz genannt.

Die Felsen im Elbstandsteingebirge verändern sich ständig weiter: Wind und Regen waschen immer wieder Sandkörner weg. Und auch dort, wo viele Menschen entlang laufen, verschwindet der Felsen nach und nach. Aber das dauert viele Jahre.

Eisvögel, Wasseramseln und Raufußkauze

In dieser besonderen Landschaft ist auch das Wetter speziell. Im Elbsandsteingebirge herrsche oft ein umgedrehtes Klima, sagt die Expertin Daphna Zieschang. „Oben ist es dann warm und unten kalt.“ Denn die Schluchten zwischen den Felsen sind oft so eng und tief, dass die Sonne fast nie hinein scheint. Im Gebirge ist das eigentlich anders herum.

In den ständig feuchten Schluchten fühlen sich Moose, Flechten und Farne wohl. „Wir finden mehr als 350 verschiedene Moos-Arten“, sagt Zieschang. Alles sei grün überwachsen. „Das sieht aus wie ein Reich der Gnome und Moos-Wichte.“

Wer genau hinschaut, kann dort auch viele Tiere entdecken. An den Bächen leben etwa Eisvögel und Wasseramseln. Oben im Fels brüten Wanderfalken. Und aus Höhlen in alten Buchen schauen manchmal Raufußkauze raus. Zieschang verrät, wie man sie sehen kann: „Da muss man ein bisschen Geduld haben und nicht allzu laut sein.“

Von Doreen Garud, dpa

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