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Umland Darf der Funkturm von Wilsdruff nun doch stehenbleiben?
Region Umland Darf der Funkturm von Wilsdruff nun doch stehenbleiben?
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13:22 04.08.2019
Der 153 Meter hohe Funkturm in Wilsdruff soll abgerissen werden. Doch nun könnten Fördermittel für den Erhalt des „Bleistifts“ fließen. Quelle: Marko Förster
Wilsdruff

Jeden Tag schaut Sabine Neumann nach dem Sendemast in Wilsdruff – in der Hoffnung, dass er noch steht. Am Freitag konnte die Vorsitzende des Fördervereins Funkturm Wilsdruff erleichtert aufatmen: Der rot-weiße Riese an der Autobahn A 4 ragte immer noch ganze 153 Meter in die Höhe.

Doch bis zum Ende dieses Jahres soll der Wilsdruffer Funkmast verschwunden sein – so will es dessen Eigentümer, die Media Broadcast GmbH aus Köln. Sie plant den Abriss des markanten Turms, den die Wilsdruffer liebevoll ihren „Bleistift“ nennen.

Innenminister schaltet sich ein

Seit die Abrisspläne öffentlich wurden, laufen viele Bewohner von Wilsdruff Sturm. Sabine Neumanns Petition zum Erhalt des Sendemastes wurde rund 4300 Mal unterschrieben und im April abgegeben.

Nun schaltet sich auch Sachsens Innenminister ein: Der Wilsdruffer Bürgermeister Ralf Rother hat sich am Freitag mit Roland Wöller (beide CDU) getroffen. Die einstündige Zusammenkunft hatte der Förderverein Funkturm Wilsdruff initiiert. In den Räumen des Stadtverwaltung Wilsdruff stellte der Verein dem Staatsminister seine Ideen für den Turm vor.

Museum, Schulfunk, Uni-Raum?

Die Funkanlage in Wilsdruff wurde 1954 errichtet. Seit der Sender 2013 vom Netz ging, ist er der Media Broadcast GmbH ein Klotz am Bein. Die Unterhaltungskosten seien laut Angaben des Unternehmens schlichtweg zu hoch, daher der geplante Abriss.

Um diesen zu verhindern, erarbeitet der Förderverein derzeit ein Konzept zur künftigen Nutzung des „Bleistifts“. Die Mitglieder wollen die alten Rundfunkanlagen auf dem Antennengelände museal in Szene setzen. „Die Funkräume bieten ausreichend Platz für ein Museum. Die Sammlung des Technikvereins Wilsdruff würde die Ausstellung wunderbar ergänzen“, meint Neumann.

Der Förderverein Wilsdruff will die alten Funkgebäude in Wilsdruff museal in Szene setzen. Quelle: Marko Förster

Auch ein Schülerfunk in den alten Gebäuden schwebt dem Verein vor. Man stehe bereits mit Gymnasien in Wilsdruff und Nossen im Kontakt, heißt es. Denkbar wäre ebenfalls die Zusammenarbeit mit der Hochschule Mittweida, die Medien-Studiengänge anbietet. Zu guter Letzt wirft der Verein eine mögliche Amateurfunk-Ausbildung am Standort Wilsdruff in den Raum.

250 000 Euro für den Erhalt

Roland Wöller sprach sich beim Treffen weder für noch gegen den Erhalt der Antenne aus, bezeichnete sie aber als „Landmarke“. Zudem stellte er Mittel in Höhe von 250 000 Euro für den Erhalt des „Bleistifts“ in Aussicht. Die Förderung setzt voraus, dass der Verein ein fertiges Konzept im Rahmen des Denkmalschutzes vorlegen kann. Auch müsse das Konzept mit den Turm-Eigentümern abgesprochen sein.

Dass sich der Staatsminister des Funkturmes annimmt, geschieht übrigens nicht ganz uneigennützig: Im Wahlkreis 48, in dem Wilsdruff liegt, tritt Wöller bei den Landtagswahlen im September als Direktkandidat an.

Verein auf Sponsorensuche

Für den Förderverein drängt nun die Zeit – das Landratsamt Pirna hat den Abbruch des Mastes bereits genehmigt. Die Vereinsmitglieder wollen schnellstmöglich auf Sponsorensuche gehen, um ihr Konzept auf breite Schultern zu stellen. „Wir werden auf Unternehmen aus der Region zugehen, die eine gewisse Verbundenheit mit dem Turm haben“, kündigt Neumann an. Unerlässlich seien auch zeitnahe Gespräche mit der Media Broadcast GmbH und dem Grundstückseigentümer.

Sabine Neumann und Jürgen Juhrig vom Förderverein Funkturm Wilsdruff kämpfen für den Erhalt des 153 Meter hohen „Bleistifts“. Quelle: Marko Förster

Für die Vereinsvorsitzende steht fest: „Der ’Bleistift’ bedeutet Heimat. Er ist ein Wahrzeichen von Wilsdruff, das es zu erhalten gilt.“

Von Junes Semmoudi

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