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Umland Coswig wählt am Sonntag: Das sagt der parteilose OB-Kandidat Thomas Schubert
Region Umland Coswig wählt am Sonntag: Das sagt der parteilose OB-Kandidat Thomas Schubert
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08:56 29.10.2019
Der parteilose Kandidat Thomas Schubert ist seit zwölf Jahren Bürgermeister in Coswig. Am Sonntag möchte er zum OB gewählt werden. Quelle: PR
Coswig

Am 3. November wählt Coswig einen neuen Oberbürgermeister. Im DNN-Interview stellen sich die beiden Bewerber um das Amt des Stadtoberhaupts vor. Heute: Der parteilose Bürgermeister und Kämmerer Thomas Schubert.

Herr Schubert, Sie möchten Oberbürgermeister von Coswig werden. Warum sollen die Wähler am 3. November auf dem Stimmzettel hinter Ihrem Namen ein Kreuz machen?

Ich habe in den vergangenen 19 Jahren als Kämmerer und in den letzten zwölf Jahren als Bürgermeister bereits Verantwortung für Coswig übernommen. Coswig hat sich in dieser Zeit hervorragend entwickelt, die Infrastruktur ist zu großen Teilen saniert, die Stadt ist im Kernhaushalt zum Jahresende vollständig entschuldet und ich durfte gemeinsam mit dem Stadtrat, den beiden Oberbürgermeistern und den vielen Mitarbeitern der Verwaltung maßgeblich daran mitwirken.

Ich denke, ich habe ausreichend Erfahrungen für dieses verantwortungsvolle Amt und weiß, was auf mich zukommt. Die Coswiger Wahlberechtigten würden einen Coswiger mit Leib und Seele zum Oberbürgermeister wählen, der den erfolgreichen Weg der letzten Jahre fortsetzen möchte.

Kluge Entscheidungen treffen und Prioritäten festlegen

Vor welchen Herausforderungen sehen Sie Coswig in den kommenden Jahren stehen?

Um ein paar Schlagwörter als Einstieg zu nennen: Siedlungsdruck, demografische Entwicklung, Maß­nahmen der Klimapolitik und Neustrukturierung des sächsischen Finanzausgleiches. Alle genannten Punkte haben finanzielle Folgen beziehungsweise erfordern Geld. Da dieses eine knappe Ressource darstellt und bekanntlich nur einmal ausgegeben werden kann, werden der Stadtrat und der neue Oberbürgermeister kluge Entscheidungen treffen und Prioritäten festlegen müssen, denn alles zugleich geht nicht. Dabei ist der neue Flächennutzungsplan genauso eine wichtige Grundlage wie das Stadtentwicklungskonzept für den Spitzgrund. Wichtig ist mir Nachhaltigkeit und das Vermeiden von Schnellschüssen, denn Investitionen haben auch Lebensdauerzyklen.

Welches Problem wollen Sie als erstes nach einem Wahlsieg angehen?

Als dringlichste Maßnahme sehe ich die Schaffung zusätzlicher Kita-Plätze. Deswegen ist für mich der Neubau der Kita Salzstraße am wichtigsten. Hier sollen insgesamt 100 Plätze zusätzlich entstehen. Dies ist baulich und finanziell ein Kraftakt. Die notwendigen Beschlüsse werden mit die ersten als neuer Oberbürgermeister sein. Voraussetzung dafür ist der neue Doppelhaushalt, der neben dieser Investition viele weitere wichtige Maßnahmen enthält. Diesen Haushalt gilt es genauso als erstes anzugehen und zu beschließen.

Steckbrief Thomas Schubert

Persönliches: Am 7. No­vember 1971 in Meißen geboren, seither in Coswig wohnhaft. Thomas Schubert ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von sechs bis 18 Jahren. Keine Religionszugehörigkeit.

Ausbildung: Nach dem Abitur hat Schubert ein Studium der Betriebswirtschaftslehre als Diplom-Kaufmann und berufsbegleitend noch ein weiteres Studium als Diplom-Verwaltungswirt (SKSD) abgeschlossen.

Werdegang: Ab dem 2. November 1998 war Schubert bei der Stadtverwaltung Coswig als Mitarbeiter im Finanzcontrolling für Kreditwesen und die Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung verantwortlich. Seit 1. September 2000 ist er Kämmerer. Am 1. Oktober 2007 wurde Schubert vom Stadtrat zum Bürgermeister gewählt, sein Amt als Kämmerer führte er weiter. Seit dem 1. Januar 2008 ist er nebenamtlich Geschäftsführer der Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft Coswig. 2014 wurde er für weitere sieben Jahre als Bürgermeister wiedergewählt.

Können Sie bitte kurz Ihre weiteren Hauptziele nennen?

Ich möchte die vorhandenen Freizeiteinrichtungen von Bad über Kultur bis Sport dauerhaft sichern und Ergänzungen vornehmen, wo diese geboten sind, so zum Beispiel den Neubau der Musikschule oder der Sporthalle Spitzgrund. Coswig hat da ein vielfältiges Angebot. Wichtig ist mir die weitere Sanierung der Nebenstraßen und Fußwege sowie die Schließung von Lücken im Radwegenetz, zum Beispiel durch den Bau der Fuß- und Radwegeverbindung „Grüner Westring“. Wichtig ist mir auch der Stadtumbau im Spitzgrund, um sowohl familientaugliche Wohnungsquerschnitte zu erhalten als auch mit Fahrstuhleinbauten das Wohnen für ältere Bewohner zu erleichtern. Wichtig sind mir auch der Erhalt der vielen Sozialprojekte und deren Verstetigung, zum Beispiel Mehrgenerationenhaus, Interkultureller Garten oder der Stadtteilladen „Lindenauer 29“. Und ich möchte mich intensiv für den schnellen Weiterbau der „S 84 neu“ einsetzen, damit die Coswiger von Verkehr und Lärm entlastet werden.

Wo sehen Sie den dringendsten Investitionsbedarf?

Ich möchte neue Gewerbegebiete erschließen, in denen Brachen revitalisiert werden, zum Beispiel das Gewerbegebiet Cowaplast, denn die Stadt hat fast keine verfügbaren Flächen für Unternehmensneuansiedlungen oder Unternehmenser­weiterungen. Dies erfordert erhebliche Investitionssummen, welche nur mit Fördermitteln zu schaffen sind. Weiterer Schwerpunkt ist die Umsetzung des Digitalpaktes in den Schulen, damit die Coswiger Schulen noch besser den künftigen Anforderungen an Bildung gerecht werden können.

Grünen Westring“ schnell umsetzen

Coswig erlebt Zuzug. Wo können Sie sich im Stadtgebiet eine weitere Wohnbebauung und Verdichtung vorstellen? Welche Bereiche sollen grün bleiben?

Der Flächennutzungsplan ist die Grundlage für das Bauen in Coswig bis zum Jahr 2030. Bebaubare Fläche ist knapp in Coswig, so dass sowohl grüne Kaltluftinseln für ein gutes Stadtklima wichtig sind, als auch bebaubare Flächen gefunden werden müssen. Es muss gut abgewogen werden, wo zukünftig welche Entwicklung passiert. Der Stadtrat wird gemeinsam mit mir als neuen Oberbürgermeister hier sicher gute Kompromisse finden, die eine nachhaltige Entwicklung für das Bauen als auch für das Grün zulässt. Ich würde mir wünschen, den „Grünen Westring“ als grünen Fuß- und Radweg schnell umzusetzen. Bauen kann ich mir sehr gut an der Jaspistraße, der Weinbergstraße und im ehemaligen Betonwerk Weinböhlaer Straße vorstellen.

Das Gymnasium Coswig stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Wie wollen Sie das Problem lösen?

Das Gymnasium ist derzeit sehr beliebt, da es einen guten Ruf hat und toll saniert ist. Das zieht Schüler nicht nur aus dem klassischen Einzugsbereich Coswig und Weinböhla an, für das es eigentlich da ist, sondern auch aus Radebeul und Dresden. Es ist viereinhalbzügig nutzbar, seitdem es erweitert wurde. Weitere Erweiterungen sind derzeit nicht geplant. Mit den Erweiterungen in Meißen, den Sanierungen in Dresden-Cotta und Radebeul sowie dem freien Gymnasium in Weinböhla wird die Nachfrage und das Angebot dauerhaft im Einklang stehen. Dies bestätigt auch der Entwurf des Schulentwicklungsplanes des Landkreises Meißen. Und sollte doch eine andere Entwicklung eintreten, ist die Stadt Coswig bekannt dafür, unbürokratische Lösungen zum Wohle der Schüler zu treffen.

Wie schätzen Sie die Situation in den anderen Schulen sowie im Kita-Bereich ein. Besteht dort Handlungsbedarf und was wollen Sie als OB tun?

Bei den anderen Schulen ist Coswig gerüstet. Mit der neuen Musikschule entspannt sich die Raumsituation in der Grundschule Mitte, so dass Reserven vorhanden sind. An den Oberschulen kann aktuell und voraussichtlich auch in Zukunft der Bedarf ohne Erweiterungen gedeckt werden, wenngleich auch dort eine große Nachfrage von Nicht-Coswigern besteht. Den größten Handlungsbedarf hat Coswig bei den Kitas. Durch den starken Zuzug von Familien ist hier eine genaue Planung schwer. Mit dem ersten echten Neubau einer Kita nach der Wende möchte ich als Oberbürgermeister zum einen den gesetzlichen Anforderungen gerecht werden, aber auch die Familienfreundlichkeit Coswigs stärken. Coswig ist ein attraktiver Wohnort mit tollen Bildungseinrichtungen von der Kita bis zum Gymnasium.

„Ich hoffe, die Stadtgesellschaft ist mehr geeint und zufriedener“

Die Stadt steuert die Schuldenfreiheit an. Sollte Coswig in Zukunft für immer schuldenfrei bleiben oder die gegenwärtige Niedrigzinsphase für größere Investitionsprojekte nutzen? Für welche Vorhaben würden Sie gegebenenfalls Kredite aufnehmen?

Die Stadt wird am 31. Dezember 2019 im Kernhaushalt schuldenfrei sein. Dies ist das Ergebnis langfristiger und nachhaltiger Finanzpolitik des Coswiger Stadtrates, an dem ich mit meinem Wirken als Kämmerer auch meinen Anteil habe. Dieses Vermächtnis möchte ich möglichst beibehalten. Kredite im Kernhaushalt sind meist unrentierlich und haben auch in Niedrigzinsphasen den Nachteil, dass man sie zurückzahlen muss. Ich sehe die Chance, durch Prioritätensetzung auch zukünftig ohne Kredite die Investitionen bewältigen zu können. Kredite zur Finanzierung aufzunehmen ist aber trotzdem nicht grundsätzlich falsch. So war es auch in den 1990er Jahren richtig, Kredite aufzunehmen, um die Infrastruktur zu sanieren.

Ein Blick in die Zukunft: Wo sehen Sie Coswig nach den ersten sieben Jahren Ihrer Amtszeit stehen?

In sieben Jahren sehe ich die Chance, dass viele Ziele meines Wahlprogramms umgesetzt sind und die Coswiger noch mehr stolz auf ihre Stadt sind. Ich hoffe, die Stadtgesellschaft ist mehr geeint und zufriedener mit ihrer persönlichen Situation.

Von Silvio Kuhnert und Uwe Hofmann

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