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Umland Burg Hohnstein soll vom Landkreis an die Stadt übergehen
Region Umland Burg Hohnstein soll vom Landkreis an die Stadt übergehen
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16:36 10.04.2019
Seit dem 12. Jahrhundert wacht die Burg Hohnstein über das Polenztal. Nun bahnt sich ein Eigentümerwechsel an. Quelle: Marko Förster
Hohnstein

Nach langem Hickhack um die Burg Hohnstein ist nun eine Entscheidung gefallen: Der Landkreis hat am Montag zugestimmt, seine Eigentumsrechte an der Burganlage komplett an die Stadt Hohnstein zu übertragen. Mit diesem einstimmigen Beschluss will der Kreistag die Weichen für die geplante Sanierung der Burg stellen – und zeitgleich die Grundlage für das neue Nutzungskonzept der Felsenburg schaffen. Die DNN haben die Entwicklungen zusammengefasst.

Die Vorgeschichte

Ein Rückblick: Im Januar 2017 musste das insolvente Naturfreunde-Häuserwerk den Herbergsbetrieb auf der Burg Hohnstein einstellen. Nach der Pleite herrschte monatelang Unsicherheit über die Zukunft der historischen Immobilie – auch eine Schließung stand im Raum. Der Landkreis, der Ende 2017 die Verfügungsgewalt über die Burganlage wiedergewann, verpachtete sie zum 1. Januar 2018 an die Burg Hohnstein Betriebsgesellschaft gGmbH. Die Gesellschaft führte den Herbergsbetrieb interimsmäßig fort und setzt durch Veranstaltungen und Marketing bis dato neue Impulse.

Das Landratsamt Pirna suchte parallel dazu nach einem tragfähigen Zukunftskonzept für die Burg Hohnstein. Anfang 2018 wurde eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht. Ergebnis: Ein dauerhafter wirtschaftlicher Betrieb der Burg durch die Stadt Hohnstein sei durchaus gewährleistet. Der große Vorteil dabei wäre, dass die geplante Sanierung und der Burgbetrieb in einer Hand lägen.

Die aktuelle Situation

Nachdem sich der Kreistag am Montag auf das Lösungsmodell geeinigt hat, die Burg Hohnstein ans städtische Eigentum zu übertragen, ergeben sich nun mehrere Möglichkeiten: Entweder verkauft der Landkreis die Burg für einen symbolischen Preis an die Stadt, oder die beiden Parteien handeln alternativ einen Erbpachtvertrag aus. Landrat Michael Geisler (CDU) soll die entsprechenden Verhandlungen aufnehmen.

Möglich wäre natürlich auch, dass der Stadtrat Hohnstein das Übernahme-Angebot ablehnt – schließlich äußerten sich die Kommunalpolitiker im März noch skeptisch zum Vorhaben. „Viele Stadträte befürchten, dass die Burg sich als finanzieller und bürokratischer Klotz am Bein der Stadt erweist – und dass man auf den hohen Kosten sitzenbleibt“, sagt Ingo Karsch, Sprecher der Bürgerinitiative zur Rettung der Burg Hohnstein. Daher haben die Stadträte weitere Untersuchungen zu finanziellen Risiken gefordert.

Falls der Stadtrat die Übernahme endgültig ablehnt, bleibt die Immobilie zunächst beim Landkreis. „Dadurch würde die Sanierung in weite Ferne rücken. Und je länger die Burg Hohnstein unsaniert bleibt, desto weniger wirtschaftlich ist sie“, meint Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD).

Die Sanierung

So oder so – der Kreistag möchte, dass die um 1200 errichtete Burg Hohnstein baulich saniert wird. Nach DNN-Informationen hat gestern in Hohnstein ein Angebotsgespräch mit einem Planungsbüro stattgefunden. Weitere Gesprächstermine werden zeitnah folgen.

Die Stadt Hohnstein soll nach Wunsch des Landkreises die Förderanträge stellen und die Sanierung durchführen. Wenn alles klappt und die Stadt Hohnstein die Burg übernimmt, könnte der Planungsprozess für die Sanierung schon in diesem Jahr anlaufen. Frühestens ab 2021 werde dann der erste Spatenstich gesetzt, so Brade.

Ein Blick in die Beschlussunterlagen zeigt allerdings: Das Bauvorhaben ist nicht nur ein kompliziertes, sondern auch ein kostspieliges Unterfangen. Laut Machbarkeitsstudie ist davon auszugehen, dass die bauliche Ertüchtigung der Wehranlage rund 5,5 Millionen Euro kosten wird. Allein für die Grundsanierung – etwa für das Dach, die Fassade und die Burgmauer – seien gut 3,1 Millionen Euro erforderlich. Für einen nutzerspezifischen Burgbetrieb (z.B. durch den Ausbau der Bettenkapazität) sowie eine öffentliche Nutzung für Tagesgäste (z.B. öffentliche Bereiche oder Museum/Gedenkstätte) wären rund 1,4 Millionen Euro vonnöten. Hinzukommen weitere 3,7 Millionen Euro für eine modernisierte Ausstattung in den Burggebäuden.

Finanzielle Hilfe kommt indes vom Freistaat: Das Sächsische Innenministerium möchte das teure Sanierungsvorhaben mit bis zu 3,6 Millionen Euro fördern. Außerdem hat der Landkreis finanzielle Unterstützung in Höhe von 1,6 Millionen Euro zugesichert.

Das Zukunftskonzept

Und wie geht es nach der Sanierung weiter? „Ziel ist, das in einer Machbarkeitsstudie erarbeitete Nutzungskonzept umzusetzen, um die Burganlage dauerhaft wirtschaftlich betreiben zu können“, teilt das Landratsamt mit. Zum einen soll demnach den Hotel- und Herbergsbetrieb ausgebaut werden. „Wir wollen die Qualität in den Beherbergungsräumen steigern“, so Brade. „Außerdem sind eine Gastronomie, ein Eventbereich im Burggarten und ein modernes museales Angebot in den Burgmauern geplant.“ Zudem könnten laut dem Stadtoberhaupt an der Dresdner Straße weitere Parkflächen für die Herberge entstehen.

Wenn die Burg Hohnstein an die Stadt übergeht, stünde zudem der Umsetzung des Konzepts „Genuss- und Landburg“ nichts im Weg: Dieses Konzept, das auch schon in den Bürgerversammlungen zur Burg Hohnstein favorisiert wurde, hat André Häntzschel aufgestellt. Der Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft sieht die Herstellung und Vermarktung regionaler Produkte auf dem Burgareal im Stadtzentrum vor.

Karsch: „So könnte das Wahrzeichen der Stadt in ein städtisches Tourismuskonzept eingebunden und als geschichtlich bedeutsamer Ort dauerhaft für die Öffentlichkeit erlebbar werden.“

Von Junes Semmoudi

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