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Umland Bullenstall des Landschlosses Zuschendorf wird saniert
Region Umland Bullenstall des Landschlosses Zuschendorf wird saniert
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17:00 29.04.2019
Auf der historischen Illustration des Landschlosses im Verzeichnis der Rittergüter Sachsens (Mitte 19. Jahrhundert) ist der Bullenstall links dargestellt. Quelle: Förderverein
Pirna

Eine weitere Etappe bei der Sanierung des Landschlosses Zuschendorf kann der Förderverein in Angriff nehmen. Vereinsvorsitzender und Leiter der Botanischen Sammlungen der TU Dresden, Matthias Riedel, nahm am Montag einen Zuschuss von 326 729 Euro von Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) für die Instandsetzung des Bullenstall entgegen. Die Fördermittel stammen aus dem Sonderprogramm „Denkmalpflege 2019“. Damit ist die Finanzierung des ersten Bauabschnitts gesichert.

„Direkt an den Giebel des großen Schlossflügels schließt sich der ehemalige Bullenstall an“, berichtete Riedel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser in ein Neubauernhaus umgewandelt. Dabei gingen die damals Verantwortlichen ziemlich rabiat mit der vorhandenen Bausubstanz um. „Durch das herausreißen von Gewölben wurde die Statik des Gebäudes so zerstört, dass dieses nun einsturzgefährdet ist“, so Riedel.

Um den Verlust des Bullenstalls durch Einsturz abzuwenden, steht als erstes die Sicherung der statischen Standsicherheit der Gemäuer auf der Agenda. Dazu zählt unter anderem der Wiedereinbau der Gewölbe. Im Zuge des ersten Bauabschnitts werden auch Dach und Fassade hergerichtet. Die Arbeiten können laut Riedel sofort beginnen und werden voraussichtlich bis Ende nächsten Jahres andauern. „Wenn es gut läuft, werden wir auch eher fertig“, hofft der „Schlossherr“.

Über 753 000 Euro sind für den ersten Bauabschnitt vonnöten. Neben dem Zuschuss vom Freistaat setzt sich die Investitionssumme aus zwei Spenden zusammen. 300 000 Euro hat der langjährige Direktor des Bremer Rhododendronparkes, Dr. Lothar Heft, dem Förderverein Landschloss Pirna-Zuschendorf als Erbschaft hinterlassen. Die Ostsächsische Sparkasse Dresden gab weitere rund 80 000 Euro zur Absicherung des Eigenanteils hinzu. Eigenleistungen im Wert von reichlich 45 000 Euro erbringen die Vereinsmitglieder während der Bauzeit.

Ende 2020 ist die bauliche Hülle des Bullenstalls wiederhergestellt. Dessen Inneres mit neuem Leben zu füllen, ist Ziel des zweiten Bauabschnitts. Riedel möchte dort gern im Erdgeschoss ein Schaudepot für Kutschen, Schlitten und Wagen sowie Drechselbänken in der Weihnachtszeit schaffen, die aufgrund ihrer Größe und des Gewichts nicht in den Schlossräumen gezeigt werden können. Zudem bietet das Obergeschoss Platz für ein gärtnerisches Archiv zur Geschichte der sächsischen Moorbeetpflanzen wie Kamelien, Azaleen und Rhododendron. „Unser Wunsch ist es, den zweiten an den ersten Bauabschnitt anzuschließen. Dafür müssen wir aber noch die erforderlichen Fördermittel auftreiben“, so Riedel. Bei einer Gesamtinvestition von 1,3 Millionen Euro sind für den Innenausbau weitere 547 000 Euro erforderlich.

Ende der 1980er Jahre begann der Wiederaufbau des Landschlosses. Saniert wurden bisher das damals komplett ruinöse Schlossgebäude, ein Häuslerhof und die Wagenremisen. Der völlig verwilderte Park wurde rekonstruiert und von ein auf 6,5 Hektar erweitert.

Von Silvio Kuhnert

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