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Umland Bis zum Frühjahr 2019 fahren keine Züge zwischen Neustadt und Sebnitz
Region Umland Bis zum Frühjahr 2019 fahren keine Züge zwischen Neustadt und Sebnitz
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16:44 12.11.2018
Ein Triebwagen der Städtebahn Sachsen rollt über die Altstadtbrücke Pirna. Ein Bild, das zwischen Neustadt und Sebnitz in diesem Jahr nicht mehr zu sehen sein wird. Quelle: Daniel Förster/Archiv
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Sebnitz

Zwischen Sebnitz und Neustadt fahren bis zum Frühjahr nächsten Jahres keine Züge mehr. Der im Mai dieses Jahres eingerichtete Schienenersatzverkehr mit Dieselbussen zwischen beiden Städten müsse bis 1. März 2019 verlängert werden, teilte am Montag der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) mit. Grund: Der Städtebahn Sachsen (SBS), die vom VVO mit dem Betrieb der Zugstrecke betraut ist, fehlen weiterhin Lokführer.

Dabei hat die auch wegen auf Schienen gestürzter Bäume und der daraus resultierenden Schäden an Triebwagen von Ausfällen geplagte SBS in den vergangenen Monaten einiges getan, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. So haben Städtebahn und VVO einen Maßnahmekatalog vereinbart, um die Lage zu bessern. Beide Seiten hatten gehofft, so bis Ende Oktober Entlastung zu schaffen. Das gelang jedoch nicht.

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Der Maßnahmekatalog sieht unter anderem die Ausleihe von Lokführern, den Start einer eigenen Ausbildung im Unternehmen und die Aushandlung eines Tarifvertrags für die 80 Mitarbeiter der Städtebahn vor. All das sei inzwischen verwirklicht, teilte der VVO mit. „Wir erkennen die Leistungen an, erwarten aber unverändert weitere Anstrengungen, bis das Unternehmen die vertraglich vereinbarten Leistungen erbringt“, betonte Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des VVO. „Die aktuelle Arbeitsmarktsituation macht dies für die Städtebahn natürlich nicht leicht.“

Die Bundesagentur für Arbeit nennt dazu Zahlen. So dauert es derzeit 193 Tage, eine Stelle für Triebfahrzeugführer zu besetzen. Diese sogenannte Vakanzzeit liegt 80 Prozent über dem Schnitt aller Berufe. Für diese Berufsgruppe kann laut Bundesagentur der Bedarf auch nicht aus der Arbeitslosigkeit gedeckt werden. Auf 100 gemeldete offene Stellen kommen bundesweit rechnerisch nur 36 Arbeitslose. Bundesweit plant der Verband der deutschen Verkehrsunternehmen (VDV) daher derzeit eine Kampagne für das kommende Jahr, um mehr Mitarbeiter für die Mobilitätsbranche zu gewinnen.

Auf den vier Bahnstrecken der Städtebahn im Dresdner Umland summieren sich die Aus­fälle in diesem Jahr bereits auf rund 30 000 Zugkilometer. Vor einem Monat beschloss die SBS deshalb, ihre Stammkunden mit 50 Euro zu entschädigen. Entsprechende Formulare gibt es in den Fahrzeugen der Städtebahn. Finanziert wird die Pauschale aus den Strafzahlungen, die die SBS wegen der Betriebsausfälle an den VVO zu zahlen hat.

Von uh

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