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Umland Bierernst: Prüfer verkosten 2000 Weine und Sekte in Radebeul
Region Umland Bierernst: Prüfer verkosten 2000 Weine und Sekte in Radebeul
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09:07 15.08.2019
Die geschulten Verkoster machen für die Bundesweinprämierung erstmals in Sachsen Station. In Radebeul verkosten sie derzeit 1700 Weine und 300 Sekte. Quelle: Lars Müller
Radebeul

Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesweinprämierung verkosten die Experten in Sachsen. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) erklärte, noch bis Freitag werden 1700 Weine und 300 Sekte bewertet. Nach einem festen Fünf-Punkte-Schema und in ziemlich nüchternem Rahmen erhalten die Weine und Schaumweine Medaillen in Bronze, Silber oder Gold verliehen.

Professor Rainer Jung von der Weinbau-Hochschule in Geisenheim betont: „Objektivität ist unsere oberste Prämisse“. Deshalb dürfen auch nur geschulte Verkoster mit DLG-Prüferpass teilnehmen. Sie bewerten die Weine und Sekte nach Farbe/Aussehen, Geruch, Geschmack und Typizität der Rebsorte. Persönliche Vorlieben spielen keine Rolle.

Diskretion wird groß geschrieben

Herkunft und Produzenten sind den Prüfern unbekannt, wohl aber Rebsorte und Jahrgang. Diskretion wird groß geschrieben: Ausgeschenkt wird aus verhüllten Flaschen in einem Nachbarraum. Bei Zweifelsfällen in den Beurteilungen werden die Weine auch zweimal verkostet – stets von Vierer-Teams. Rund zehn bis 15 Prozent der eingereichten Weine fallen durch. Sie haben Fehler und erhalten deshalb keine Prämierung.

Bei der Bewertung müssen sich die Prüfer auch auf neue – sogenannte pilzwiderstandsfähige Neuzüchtungen – oder Einflüsse des Klimawandels auf den Stil traditioneller Rebsorten einstellen. In jedem Jahr werden rund 4000 deutsche Weine und Sekte verkostet, so DLG-Projektleiterin Anika Schramm. Winzer zahlen 125 bis 135 Euro pro eingereichtem Wein, der zuvor schon eine Landesweinprämierung in den Anbaugebieten bestanden haben muss. Aus Sachsen haben sich in diesem Jahr sechs Weingüter bei der Bundesprämierung beteiligt. Ihre Namen werden erst mit Bekanntgabe der Ergebnisse veröffentlicht.

Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdbild erkennen

Die aufgeklebten Medaillen dienen den Weingütern als Marketinginstrument. Eine Teilnahme an der Bundesweinprämierung sei etwa für das Staatsweingut Schloss Wackerbarth sehr wichtig, so Sprecher Martin Junge. Geschulte Weinexperten aus den verschiedenen Weinregionen Deutschlands würden unabhängig und neutral bewerten. Das helfe dem Staatsweingut bei der Einordnung seiner Weine im Markt. Außerdem ließen sich so Unterschiede zwischen dem Selbst- und Fremdbild erkennen, so Junge.

Das Familienweingut Matyas aus Coswig verzichtet hingegen bisher auf eine Teilnahme. Kellermeister und Önologe Hendrik Weber will diese aber für die Zukunft nicht ausschließen. Zur Vermarktung bestimmter Weine sei die Prämierung durchaus geeignet. Gefragte Rebsorten, die sich wie etwa die Scheurebe quasi von alleine verkaufen, benötigten hingegen keine solchen Medaillen auf der Flasche, so der Winzer.

www.dlg-bwp.de

Von Lars Müller

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