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Umland Betreiber wollen Botanischen Garten Schellerhau retten
Region Umland Betreiber wollen Botanischen Garten Schellerhau retten
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15:10 19.08.2018
Annette Zimmermann hat eine Petition ins Leben gerufen, um ihren Botanischen Garten in Schellerhau zu retten. Quelle: Daniel Förster
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Altenberg

Seit 1906 erfreut sich der Botanische Garten Schellerhau besonders bei Naturfreunden großer Beliebtheit. Auf einer Gesamtfläche von 1,5 Hektar wurden zwei Teiche, ein Moorbiotop und eine Bärwurzwiese angelegt, im Garten wachsen über 1 400 kultivierte Gebirgspflanzenarten aus aller Welt. Ob diese Vielfalt allerdings auch weiterhin für die Besucher zugänglich ist, steht momentan auf der Kippe.

Der Kulturkonvent des Kulturraumes Meißen-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat die finanziellen Zuschüsse für die botanische Anlage Anfang Mai dauerhaft gestrichen. Seitdem bangt der Botanische Garten um seine Zukunft. In diesem Jahr erhält die grüne Oase letztmalig 7 500 Euro, die bereits halbierte Summe an Fördergeldern. Danach fällt die einzige institutionelle Förderung des Botanischen Gartens weg – und der Geldhahn wird auf unbestimmte Zeit zugedreht.

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Ohne Finanzspritze ist die Pflege und Organisation des Botanischen Gartens Schellerhau kaum zu stemmen, das weiß auch Gartenleiterin Annette Zimmermann. „Schließen würde der Garten zwar nicht so schnell, aber Angebotsumfang und Öffnungszeiten müssten stark eingeschränkt werden“, sagt sie. Um das zu verhindern und ihr über 100 Jahre altes Kleinod zu retten, hat Zimmermann eine Petition ins Leben gerufen. „Wir wollen, dass der Konvent das Thema noch einmal aufgreift und seine Entscheidung hinterfragt. Es muss doch nicht immer etwas Neues geschaffen werden. Stattdessen sollte man prüfen, welche bestehenden Einrichtungen schützenswert sind“, fordert Zimmermann.

Innerhalb von zwei Monaten haben fast 5500 Menschen ihre Unterschrift für den Erhalt der Gartenanlage abgegeben. Die Petition wurde kürzlich von Gartenleiterin Annette Zimmermann und Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) an den Landtagspräsidenten Matthias Rößler (CDU) übergeben.

Seither keimt Hoffnung im Botanischen Garten Schellerhau. Mittlerweile kommen mehr Gäste in die Anlage. Das große Interesse der Bürgerschaft berührt die Gartenchefin. „Wir haben sehr viel positive Resonanz, viele gute Angebote und Ideen erhalten. Die Leute zeigen Verständnis für unsere Situation. Gerade für die alten Schellerhauer bedeutet der Botanische Garten viel, sie sind hier aufgewachsen. Für sie ist die grüne Lunge ein Stück Heimat und Identität“, meint Zimmermann.

Am Garten hängen auch mehrere Arbeitsplätze. Gemeinsam mit vier Kollegen kümmert sich Annette Zimmermann seit Jahren um die Grünanlage. „Wir wollen gemeinsam kämpfen und jede Chance nutzen. Deshalb schauen wir jetzt auch, ob es andere Förderansätze gibt, etwa im wissenschaftlichen statt im kulturellen Bereich.“ Zimmermann will außerdem wieder einen Antrag auf institutionelle Förderung stellen – nur für den Fall, dass der Kulturkonvent es sich noch einmal anders überlegt. „Die Chancen stehen 50:50“, schätzt Zimmermann und gibt sich optimistisch.

Bis dahin sammelt der Botanische Garten weiter fleißig Unterschriften. So auch im Rahmen des Kräuterfestes am kommenden Sonntag, 26. August. Unter dem Motto „Kräuterlust im August“ öffnet der Botanische Garten Schellerhau, Hauptstr. 41 a, von 10 bis 17 Uhr seine Pforten. Es werden Führungen angeboten, zudem preisen Kräuterhändler ihre Ware an. Für musikalische Unterhaltung sowie für Speis und Trank wird ebenfalls gesorgt. Der Eintritt kostet 4 Euro, für Kinder einen Euro.

Von Junes Semmoudi und Daniel Förster

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