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Umland Beim Bau des Coswiger Festplatzes sind Mehrkosten entstanden
Region Umland Beim Bau des Coswiger Festplatzes sind Mehrkosten entstanden
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17:58 13.12.2018
Das Stadtwappen von Coswig. Quelle: Archiv
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Coswig

Harsche Kritik mussten Coswigs OB Frank Neupold sowie sein Beigeordneter und Kämmerer Thomas Schubert (parteilos) auf der Stadtratssitzung einstecken. „Mit dem Projekt können wir uns um den Schleudersachsen bewerben“, ätzte Grüne-Stadtrat Thomas Werner-Neubauer. Diesen Preis vergibt der sächsische Landesverband des Bundes der Steuerzahler jährlich für die Verschwendung von Steuergeldern im Freistaat. Und Christian Buck (Coswiger Bürgerliste) sagte: „Die ganze Sache ist miserabel vorbereitet worden.“

Was bei etlichen Stadträten am Donnerstagabend für erregtes Kopfschütteln sorgte, war die Kostensteigerung bei der Erweiterung des Bürgerparks. Den lässt die Stadt derzeit um einen Festplatz vergrößern. Wenn keine Feier ansteht, soll die Freifläche als Parkplatz dienen. Für Planung und Bau waren im Doppelhaushalt 2018/2019 rund 608000 Euro veranschlagt. Nun musste das Stadtoberhaupt um eine Budgeterhöhung von fast 318000 Euro das Stadtparlament bitten. Das Vorhaben kostet nun reichlich 926000 Euro, wie Schubert informierte, als er eine Liste von Nachträgen präsentierte.

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Zu diesen gehörte unter anderem das Aufstellen eines Bauschildes, was vom Fördermittelgeber gefordert wurde und im Leistungsverzeichnis bei Ausschreibung und Vergabe des Bauauftrages nicht enthalten war. Es sei nicht nachvollziehbar, wie man das vergessen konnte, schließlich baue die Stadt nicht zum ersten Mal, kritisierte Stadtrat Buck.

Zur Kostenerhöhung trug ebenfalls bei, dass die Verwaltung nicht bedacht hatte, dass bei der Verlegung von Trink- und Abwasserleitungen im Gelände hinter der Bruchsteinmauer die gleichen Regeln wie bei Hausanschlussleitungen gelten. Damit gehören diese Arbeiten nicht zum Leistungsumfang der Wasser Abwasser Betriebsgesellschaft Radebeul + Coswig, sondern die Stadt muss sie finanzieren. „Das hätte man vorab klären müssen“, so Buck.

Des Weiteren mussten die Bauarbeiter für den Einbau eines Unterflurverteilers, der der Stromversorgung auf dem Festplatz dient – einen tieferen Schacht ausheben als geplant, da sie auf eine nicht sickerfähige Lehmschicht stießen. Der wasserundurchlässige Lehm musste soweit ausgegraben werden, bis ein sickerfähiger Baugrund vorhanden war.

Mit über 88000 Euro macht ein anderes Bodenproblem den finanziell größten Posten auf der Nachtragsliste aus. Unter Brombeersträuchern versteckt, kamen im Bereich der ehemaligen Kleingartenanlage im westlichen Teil des Grundstückes Glasbruch, Dachpappe, Kleinstmüll sowie mit organischen Rückständen kontaminierter Oberboden, der erhöhte Werte von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz PAK, aufwies, zum Vorschein. Der verseuchte Boden musste speziell entsorgt werden.

Das Problem mit dem Erdreich ärgerte OB Neupold selbst, da die Stadt in Vorbereitung des Vorhabens lokale Bodenproben genommen hatte – allerdings an der falschen Stelle, wie sich nun herausstellte. Der Festplatz entsteht auf einer Teilfläche des ehemaligen Straßenbahnbetriebshofs neben dem Rathaus-Areal.

Von Silvio Kuhnert