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Umland Bahnpendler im Dresdner Umland erhalten Geld zurück
Region Umland Bahnpendler im Dresdner Umland erhalten Geld zurück
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16:49 15.10.2018
Die Städtebahn ist auf insgesamt vier Nebenstrecken in um Dresden unterwegs. Seit Mai kommt es jedoch zu massiven Zugausfällen. Quelle: Daniel Förster
Dresden/Pirna

Schon seit Wo­chen rollt auch der Bahnstrecke zwischen Sebnitz und Neustadt kein Zug mehr, fallen aber auch auf anderen Ne­benstrecken im Dresdner Umland im­mer wieder Triebwagen der Städtebahn Sachsen (SBS) aus – weil Lokführer fehlen oder Züge defekt in der Werkstaat stehen. Stattdessen müssen die Fahrgäste mit langsameren Bussen Vorlieb nehmen, die als Ersatz rollen. Ein echtes Problem, vor al­lem für die betroffenen Pendler. Die dürfen nun im­merhin mit einer kleinen fi­nanziellen Ent­schädigung re­chnen. Ob sich an der Ge­samtsituation jedoch so bald etwas än­dert – das bleibt erst einmal un­gewiss.

Bereits seit Mitte Mai schauen Fahrgäste zwischen Sebnitz und Neustadt in die Röhre. Seitdem pendeln zwischen den beiden Städten am Rand der Sächsischen Schweiz nur noch Busse statt Dieseltriebwagen. Die Städtebahn hatte den Verkehr einstellen müssen – weil ihr schlichtweg die Lokführer fehlen. Durch die Stilllegung der Verbindung zwischen Sebnitz und Neustadt kann die private Eisenbahngesellschaft immerhin zwei fehlende Mitarbeiter auf den Führungsständen ihrer Triebwagen kompensieren. Doch nicht nur die fehlenden Lokführer bremsen die Städtebahn aus. Nach einer ganzen Reihe von Unfällen mit auf die Gleise gekrachter Bäume mussten Triebwagen immer wieder in die Werkstatt geholt und aufwendig repariert werden. Stattdessen konnte die Städtebahn im Be­rufsverkehr auf vielgenutzten Strecken nur mit einem statt zwei aneinandergekoppelten Triebwagen fahren.

Unterm Strich summieren sich die Aus­fälle auf den vier Bahnstrecken der Städtebahn von Dresden nach Kamenz sowie Königsbrück, vor allem aber von Pirna über Sebnitz nach Bad Schandau und zwischen Heidenau und Altenberg seit Mai auf satte 30 000 Zugkilometer. Deshalb will die SBS nun zu­mindest ihre Stammkunden ent­schädigen. Jeder Pendler wird einmalig einen pauschalen Betrag in Höhe von 50 Euro erhalten. Fi­nanziert wird das aus den Strafgeldern, die die Städtebahn Sachsen an den Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) – der den Verkehr auf den Bahnstrecken bei dem Unternehmen bestellt hat – zahlen muss.

Um die Entschädigung in Anspruch nehmen zu können, erhalten die Fahrgäste in den Zügen der Städtebahn ein Formular, das ausgefüllt als Foto oder eingescannt mit den Kunden- und Bankdaten eingesandt wird. In den Genuss der 50 Eu­­ro kommen nur Fahrgäste mit einer Abo-Monatskarte oder einem Jobticket für die Monate von Mai bis einschließlich Oktober. Und: Das Ticket muss die Tarifzonen Kamenz, Radeberg, Königsbrück, Pirna, Bad Gottleuba, Bad Schandau, Al­tenberg oder Neustadt einschließen. Nach Schätzungen des VVO könnte dies über 2000 Pendler betreffen.

Der Landrat des Kreises Sächsische SchweizOsterzgebirge, Michael Geisler (CDU), zugleich Aufsichtsrat beim VVO, erklärt. „Mir ist es wichtig, dass die Entschädigung direkt bei den Fahrgästen ankommt und damit auch ein deutliches Signal gesendet wird, dass die mangelhafte Leistung nicht einfach so hingenommen wird.“ Der Kreis ist mit der Strecke zwischen Pirna und Sebnitz so­wie der Müglitztalbahn besonders betroffen.

Der Ersatzverkehr zwischen Neustadt und Sebnitz ist zunächst bis Ende Oktober vorgesehen. Wie es danach weitergeht, ist offen. Die SBS suche derzeit in­tensiv nach neuem Personal. Generell leiden viele Bahngesellschaften unter dem Mangel an Lokführern. Brancheninsider verweisen zu­gleich auf die schlechteren Arbeits­be­dingungen und niedrigere Löhne bei privaten Eisenbahnunternehmen. Letzteres soll sich aber bessern – denn die SBS verhandelt aktuell über die Einführung eines Flächentarifvertrags für ihre 80 Mitarbeiter. SBS-Geschäftsführer Torsten Sewerin verspricht aber auch Besserungen für die Kunden: „Wir werden weiter daran arbeiten, die vertraglich vereinbarten Leistungen wieder in gewohnter Weise zu erfüllen.“

Von Sebastian Kositz

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