Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Aronia-Ernte in Coswig fällt aus
Region Umland

Aronia-Ernte in Coswig fällt aus

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:37 30.07.2020
2019 lief es noch besser: Jörg Holzmüller, Gründer und Geschäftsführer der Aronia Original Naturprodukte GmbH, betrachtet Aronia Beeren an einem Zweig auf einer Plantage bei Coswig. Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/d
Anzeige
Coswig

Die Aronia-Ernte fällt in diesem Jahr nahezu aus. „Es ist eine Katastrophe“, sagte Jörg Holzmüller vom Dresdner Unternehmen Aronia-Original. Er arbeitet mit mehreren Landwirten in Sachsen, Brandenburg und Nordhessen zusammen, die Beeren zur Verarbeitung liefern.

Die Spätfröste im Mai hätten den Pflanzen zur Blütezeit so zugesetzt, dass kaum Beeren an den Sträuchern hingen, erklärte Holzmüller. Die Pflanze sei zwar frostresistent, aber die junge Blüte anfällig. Über mehrere Tage hinweg habe es im Mai Nachtfröste mit Temperaturen bis zu minus sieben Grad Celsius gegeben. „Das konnten die jungen Blüten nicht überleben.“

Anzeige

Zu wenig Beeren in Coswig und Naundörfel

Auf Sachsens größter Plantage in Coswig, wo die Früchte auf einer Fläche von rund 80 Hektar wachsen, wird in diesem Jahr nicht geerntet. „Es sind ein paar Beeren dran, aber dafür lohnt sich der kostenintensive Aufwand nicht“, sagt Holzmüller.

Eigentlich wollte Holzmüller zumindest auf der 20 Hektar großen Plantage in Naundörfel bei Meißen ernten. Mehrmals täglich hat er den Zucker- und Farbstoffgehalt gemessen – und hoffte auf eine Ausbeute von 40 bis 50 Tonnen. Nun haben sich die Hoffnungen zerschlagen, die Beeren sind zu klein und trocken. „Für uns ein Totalausfall. Was die Zukunft bringt, weiß ich nicht.“

Bereits in den Jahren 2018 und 2019 habe die Trockenheit die Ernte in Sachsen auf etwa 30 bis 40 Prozent der üblichen Menge geschrumpft. Nun hofft Holzmüller noch auf Beeren von den Anbauflächen in Nordhessen.

Der Aronia-Beere werden gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben, sie ist reich an den Vitaminen A, C und K. Wegen ihres recht sauren rohen Geschmacks kommen sie eher in verarbeiteter Form zum Einsatz, etwa als Saft oder im Müsli.

Lesen Sie auch

Von dpa