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Umland Schwing dein Lichtschwert: Radebeul erlebt seinen ersten „Star Wars“-Tag
Region Umland Schwing dein Lichtschwert: Radebeul erlebt seinen ersten „Star Wars“-Tag
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17:44 27.09.2019
In der „Star Wars“-Welt ist Gregor Herrmann ein Stormtrooper unter dem Kommando des bösen Lords Darth Vader. Quelle: Anja Schneider
Radebeul

Also Darth Vader ist Vater. Aber von wem? Sind die Krieger in den weißen Rüstungen gut oder böse? Und in welcher Reihenfolge soll ich nun die Episoden gucken? Fragen, die Gregor Herrmann im Schlaf beantworten kann. Der 34-Jährige ist seit Kindheitstagen Fan des „Star Wars“-Universums und hat die Filme nach eigenen Aussagen rund 700 Mal gesehen – Tendenz steigend.

Gregor möchte seine Begeisterung teilen und organisiert dafür Radebeuls ersten Star Wars-Tag für die ganze Familie am 5. Oktober. Doch das macht er nicht allein: Hinter ihm stehen acht Mitstreiter, die sich zu jedem möglichen Anlass in ihre Kostüme schmeißen. Dabei verkörpern sie die verschiedensten Figuren aus dem „Star Wars“-Universum.

Gregor hat inzwischen das komplette Outfit eines sogenannten Stormtroopers – ein Soldat des bösen Imperiums – zusammen und war damit der Hingucker auf der Leipziger Buchmesse. Auch zu Premieren im Dresdner UFA-Palast ist er als Soldat im Einsatz und gleichzeitig ein beliebtes Fotomotiv.

„May the force be with you“

Als eingefleischter Fan war es deshalb auch eine schwere Entscheidung, den Tag nicht am 4. Mai zu veranstalten, dem „Star Wars“-Tag schlechthin. Dieser fällt deshalb auf den 4. Mai, weil sich das Datum englisch ausgesprochen „May, the fourth“ anhört, also wie in „May the force be with you“ (zu deutsch: Möge die Macht mit dir sein), der wohl am häufigsten gesprochene Satz in allen Episoden.

Die Idee, einen solchen Tag selbst zu veranstalten, hatten Gregor und seine Freunde Ende 2018. Ziel war der 4. Mai, doch sie mussten schnell feststellen, dass sich das Ganze nicht so einfach organisieren lässt. Eigentlich sollte das Ereignis in Dresden stattfinden. Doch als Privatpersonen dort eine Halle zu finden, war unmöglich. Die Stadtverwaltung in Radebeul zeigte sich da viel kooperativer, erzählt Gregor: „Eine halbe Stunde nach unserer Anfrage haben wir eine Halle zur Verfügung gestellt bekommen“.

Die Kunst des Lichtschwertkampfes

Die „Turnhalle im Charme der 70er Jahre“, wie Gregor sie beschreibt, wird sich nun am 5. Oktober in eine kleine „Star Wars“-Welt verwandeln. Kern der Veranstaltung ist ein Lichtschwert-Kurs. Dort können Erwachsene und Kinder ab neun Jahren unter Anleitung eines Trainers vom Arnis Dresden e. V. die Kunst des Lichtschwertkampfes erlernen.

Das Ziel ist, eine kleine Choreographie einzuüben. Die Teilnehmer haben dafür rund drei Stunden Zeit. Pro Kurs können 20 Leute mitmachen. Der erste beginnt 10.30 Uhr, der zweite 14.30 Uhr. Wer teilnehmen möchte, muss sich bis zum 28. September per E-Mail an eastern.outpost.saxony@gmail.com anmelden. Die Gebühr beträgt 20 Euro.

Lichtschwertkampf – So sieht’s im Film aus

Für alle, die sich dem Schwertkampf weniger hingezogen fühlen, gibt es mehrere Spielebereiche mit Brettspielen und Videospielen. Selbst beim Essen geben sich Gregor und seine Freunde nicht mit Pommes und Bratwurst zufrieden. Neben klassischer Currywurst wird es nämlich Spluffins geben. Dahinter versteckt sich eine Mischung aus dem Berliner Splitterbrötchen und einem Muffin.

Der Eintritt zum „Star Wars“-Tag ist frei

Ein Großteil der Einnahmen, die an diesem Tag durch Lichtschwertkurse oder Imbissangebote eingenommen werden, kommen dem Verein „Angelman“ zugute. Der Selbsthilfeverein wurde von Eltern mit Kindern, die am sogenannten Angelman-Syndrom leiden, 1993 gegründet. Der Eintritt zum „Star Wars“-Tag selbst ist frei.

Angelman-Syndrom

Das Angelman-Syndrom ist die Folge einer angeborenen genetischen Veränderung auf dem 15. Chromosom. Kinder, die von dem seltenen Syndrom betroffen sind, entwickeln sich körperlich und geistig stark verzögert. Auch die Entwicklung der Lautsprache ist nur bedingt möglich.

Die betroffenen Kinder haben häufig einen glücklichen Gesichtsausdruck, lachen viel und strecken ihre Zunge vor. Durch die oft steifen und ruckartigen Bewegungen fällt ihnen das Laufen schwer.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind vom Angelman-Syndrom betroffen ist, liegt bei 1 zu 25 000. Oft ist diese Erkrankung vorher noch nie in der Familie aufgetreten und es handelt sich um eine sogenannte Neumutation. Eine äußere Ursache ist meist nicht erkennbar.

Für Gregor und sein Team ist das alles Neuland. „Wir haben so etwas noch nie organisiert. Es ist ein Experiment“, sagt Gregor. Deshalb bleibe er auch realistisch und rechnet mit etwa 50 Leuten. Dafür seien bisher alle Kosten zu 99 Prozent gedeckt. Um ihr Vorhaben noch ein bisschen bekannter zu machen, wollen sie Mitte des Monats Flyer in der Stadt verteilen – natürlich stilecht im „Star Wars“-Outfit. Und bis dahin wird bei Gregor sicher noch mal die ein oder andere Episode über den Fernseher flimmern.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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