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Umland Abriss der Lederfabrik rückt näher
Region Umland Abriss der Lederfabrik rückt näher
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09:55 25.04.2019
Seit Jahren fristet die Lederfabrik Freital ein trostloses Dasein. Nun soll die Industriebrache abgerissen werden. Quelle: Foto: Stadt Freital
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Freital

Die Tage der ehemaligen Lederfabrik in Freital sind gezählt. Am Freitag erhält die Stadt von Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) zwei Fördermittelbescheide in Höhe von zusammen 4,15 Millionen Euro. Die Zuschüsse stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre). Damit kann die Weißeritzstadt einerseits die Industrieruine im Zentrum der Stadt abreißen. Andererseits sind die Mittel für eine anschließende Begrünung des rund 8000 Quadratmeter großen Areals bestimmt.

Seit nunmehr 25 Jahren steht die einstige Lederfabrik leer und bildet aufgrund des starken Zerfalls einen Schandfleck im Stadtbild an der Poisentalstraße. Im August vorigen Jahres hat die Landesdirektion Sachsen den Abriss des bis dato unter Denkmalschutz stehenden aber stark kontaminierten Gebäudes genehmigt. Nach den auf der März-Sitzung des Stadtrates vorgestellten und beschlossenen Pläne zur weiteren Entwicklung des Grundstückes sollen die Abriss bagger im Spätsommer anrollen. Bis Frühjahr 2020 will die Stadt alle Steine vom Dach bis zum Keller beseitigt und das Loch mit Erde verfüllt haben. Danach wird der Mühlengraben wieder freigelegt und saniert sowie die Bereiche links und rechts seines Ufers zu einem Park mit Durchgangswegen gestaltet. Die Kosten für die Brachflächenrevitalisierung betragen insgesamt rund 5,97 Millionen Euro. In 2021 soll sie abgeschlossen sein.

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Damit ist mit der Entwicklung des Areals noch nicht Schluss. Denn das zentral und verkehrsgünstig gelegene Grundstück soll nicht für immer komplett eine Grünfläche bleiben. Das EU-Förderprogramm sieht die Beräumung eines Grundstückes nur als Durchgangsphase für eine später folgende Nachnutzung vor. Und hier ist die Entwicklung eines Behördenstandortes im Gespräch.

Die Stadt hat die Hoffnung auf ein „Haus der Bildung“ noch nicht aufgegeben. 2011 hatte die Landesregierung beschlossen, dass nach einer Zusammenlegung der Sächsischen Bildungsagentur und des Sächsischen Bildungsinstituts zu einem Landesamt für Schule und Bildung diese neue Behörde nach Freital kommt. Unabhängig davon gab es bereits unverbindliche Vorgespräche mit dem Landrat über ein „Bürgerzentrum“.

Die CDU-Kreistagsfraktion wird da konkreter. In einem Facebook-Beitrag fordert sie, die bislang im Stadtgebiet auf unterschiedliche Standorte verstreuten Behörden wie Jobcenter, Arbeitsagentur sowie Bürgerbüro mit Jugend-, Sozial und Gesundheitsamt sowie Fahrzeugzulassungsstelle in einem neuen Verwaltungszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Lederfabrik zusammenzuführen.

Am morgigen Freitag wollen Wöller sowie OB Uwe Rumberg und Landrat Michael Geisler (alle CDU) über Möglichkeiten der künftigen städtebaulichen Entwicklung der Fläche informieren.

Von Silvio KUhnert