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Polizeiticker Toter Mann in Altenburg – Tatverdächtige wollten Selbstmord vortäuschen
Region Polizeiticker Toter Mann in Altenburg – Tatverdächtige wollten Selbstmord vortäuschen
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17:11 31.12.2018
Tatort Fabrikstraße in Altenburg. Im Haus Nummer 10 wurde in der Nacht zum Freitag ein 33-Jähriger getötet. Quelle: Jens Rosenkranz
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Altenburg

Die schwere Straftat in der Nacht zum Freitag, bei der ein 33-Jähriger gewaltsam ums Leben kam, gibt weiter Rätsel auf. So ist nach wie vor unklar, wie der Mann zu Tode kam und welches Motiv es für das Verbrechen gibt. Fest steht, dass sich das Drama in der Fabrikstraße 10 in Altenburg abspielte. Der 33-Jährige, den Freunde „Punker Haase“ nennen, wurde an jenem Tag laut Polizeiangaben von Mitbewohnern leblos in seiner Wohnung aufgefunden.

Haftbefehle gegen Verdächtige

Die daraufhin aufgenommenen Ermittlungen führten zu einer 27-Jährigen und einem 40-Jährigen, die beide festgenommen wurden und nach einem Haftbefehl des Amtsgerichts Gera in U-Haft sitzen. Beide sind deutsche Staatsbürger und stehen in dringendem Verdacht, den 33-Jährigen getötet zu haben. Informationen der OVZ zufolge sollen sie versucht haben, ihre Tat zu vertuschen. Dazu täuschten sie einen Selbstmord vor, indem sie ihr Opfer in der Nähe des Fensters in dessen Wohnung mit einem Strick strangulierten.

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Keine offiziellen Infos zum Tathergang

In welcher Verbindung die Inhaftierten zum Opfer stehen, wie der Mann zu Tode kam und warum, darüber macht die Polizei weiterhin keine Angaben. Die Ermittlungen führt die Kriminalpolizei Altenburg. Deren Leiter, Ullrich Zeppernick, wollte sich zu Einzelheiten gegenüber der OVZ nicht äußern. Auskünfte erteile ausschließlich die Staatsanwaltschaft Gera, sagte er. Dort war am Montag allerdings niemand zu erreichen, so dass davon ausgegangen werden muss, dass sich die Behörde frühestens am Mittwoch dazu äußern könnte. Zeppernick deutete jedoch an, dass sich die Kripo ziemlich sicher ist, dass es sich bei den beiden Verdächtigen um die wahren Täter handelt. „Ansonsten hätten wir sie nicht festgenommen“, sagte er. Bis Mittwoch würden die weiteren Ermittlungen jedoch ruhen.

Streit geriet zur Schlägerei

Unbestätigten OVZ-Informationen zufolge soll das Opfer in der Nacht zum Freitag mit dem 40-jährigen Tatverdächtigen aus Altenburg vermutlich wegen Drogen oder Alkohol in Streit geraten sein, der in eine Schlägerei mündete. Der Verdächtige verließ dann die Wohnung des Getöteten und kehrte erst Stunden später mit seiner Freundin, die jetzt ebenfalls in U-Haft, sitzt, dorthin zurück. Die 27-Jährige stammt aus Borna. Als beide eintrafen, war das Opfer verstorben. Der 40-Jährige soll stark unter Drogen oder Alkohol gestanden haben.

Kommen und Gehen im Haus des Getöteten

Täter und Opfer kannten sich. Der 33-Jährige soll bis vor einigen Wochen eine mehrmonatige Haftstrafe abgesessen haben. In dieser Zeit habe der Tatverdächtige dessen Wohnung in der Fabrikstraße bewohnt, berichten Nachbarn. Dieses Gebäude hat die besten Zeiten hinter sich und wirkt etwas heruntergekommen. Im Hinterhof türmt sich Sperrmüll auf. Außerdem wird von einem ständigen Kommen und Gehen berichtet, es werde viel Alkohol getrunken und gefeiert, oft auch nachts.

Opfer gehörte zur Punkerszene

Bekannte beschreiben den Getöteten als freundlich und nett. Oft war er mit seinem Hund in der Stadt unterwegs. Er selbst gehöre zur Altenburger Punker-Szene und benutzte, so wie auch seine Freunde, das Wort Punker anstelle eines Vornamens. Eine Nachbarin sprach davon, dass er bald aus Altenburg wegziehen und ein neues Leben beginnen wollte, womöglich im Harz.

In sozialen Medien wird die Tat äußerst rege diskutiert. Viele sprechen ihr Mitgefühl für den Toten aus. Freunde und Bekannte planen einen Trauermarsch, der am Mittwoch rund um die Fabrikstraße stattfinden soll.

Von Jens Rosenkranz

30.12.2018
30.12.2018