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Polizeiticker Polizei musste 23-jährigen Libyer mit Beinschuss stoppen
Region Polizeiticker Polizei musste 23-jährigen Libyer mit Beinschuss stoppen
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16:25 07.05.2017
Quelle: dpa-Zentralbild
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Klingenberg

Bei einem Polizeieinsatz erlitt am Sonntagmorgen ein Libyer eine Schußverletzung am Bein. Gegen 8 Uhr ging bei der Polizeidirektion Dresden ein Notruf ein. Ein Wachmann des Asylbewerbeheims in Klingenberg hatte Verstärkung angefordert. Grund: Der 23-jährige Heimbewohner hatte das Wachpersonal mit einem Messer bedroht. Sie zogen sich daraufhin in ihr Büro zurück und alarmierten die Polizei. Als die Beamten mit vier Streifenwagen an der Flüchtlingsunterkunft eintrafen, bedrohte der Libyer auch sie mit dem Messer. Die Polizisten bemerkten an ihm frische Schnittverletzungen, zudem sahen sie Blut an den Wänden. Der junge Mann wirkte sehr aufgebracht und aggressiv, wie die Polizeidirektion mitteilte. Die Polizisten versuchten ihn zu beruhigen, jedoch ohne Erfolg. Anscheinend stand er unter Drogen. Als der 23-Jährige mit dem Messer in Richtung der Polizeikräfte ging, schoss in ein 32-jähriger Beamter in den Oberschenkel, um ihn zu stoppen. Der Libyer wurde unter Bewachung in ein Krankenhaus gebracht. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zu den Hintergründen und den genauen Abläufen aufgenommen. Routinemäßig wird in diesem Zusammenhang auch geprüft, ob der Schuss aus der Dienstwaffe rechtmäßig war. Der Asylbewerber müsse sich wegen Bedrohung verantworten.

Die Schusswunde des 23-Jährigen wurde am Nachmittag in der Universitätsklinik operiert. Er habe deshalb noch nicht vernommen werden können, sagte ein Polizeisprecher. Es sei weiterhin unklar, warum die Situation so eskalierte. In der Flüchtlingsunterkunft war es im vergangenen September bei Streit unter den Bewohnern schon einmal zu einer Schlägerei und einer Messerstecherei gekommen. Damals wurden zwei Männer durch Stiche verletzt.

Von DNN/dpa