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Polizeiticker Polizei Meißen zieht durchwachsene Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2017
Region Polizeiticker Polizei Meißen zieht durchwachsene Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2017
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09:19 18.06.2018
Ortseingangsschild umgefahren und umgekippt: Bei diesem Unfall im September 2017 wurde der Fahrer des Kleintransporters schwer verletzt. Quelle: Archiv
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Meissen

Auf der Staatsstraße 177 in Richtung Meißen gerät der Fahrer mit seinem Kleintransporter ins Schleudern. Der Mercedes fährt das Ortseingangsschild um, kippt auf die Seite und rutscht 60 Meter weit über die Fahrbahn, bis er schließlich am Rand liegen bleibt. Der Fahrer, bei dem die Polizei Alkoholgeruch feststellt, wird schwer verletzt und kommt ins Krankenhaus.

Diese Karambolage an einem Spätsommertag des vergangenen Jahres ist einer der folgenschwereren Unfälle, die in die Jahresunfallstatistik 2017 des Polizeireviers Meißen eingeflossen sind. Das ist für den Südteil des Landkreises zuständig – von Radebeul bis Käbschütztal, von Radeburg bis Nossen und von Niederau bis Klipphausen. Die Bilanz, die das Revier zieht, ist durchwachsen. Zwar ist die Anzahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zu 2016 leicht gesunken, doch sind im Jahr 2017 etwas mehr Verletzte zu beklagen.

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Zahl der verletzten Kinder verdoppelt

Der Statistik zufolge haben die Meißner Beamten im Jahr 2017 genau 3143 Unfälle erfasst – 72 weniger als im Vorjahr. In 2708 Fällen war Sachschaden zu verzeichnen. Weitaus schwerer wiegt jedoch, dass ebenso wie schon 2016 vier Personen durch Verkehrsunfälle den Tod fanden. Hinzu kommen 131 Schwerverletzte (plus acht gegenüber dem Vorjahr) und 422 Leichtverletzte (plus 31).

Damit folgt das Meißner Revier dem Trend des gesamten Landkreises, in dem sich außerdem die Reviere Riesa und Großenhain befinden. „Im Landkreis Meißen bewegen sich die Unfallzahlen trotz einer Verringerung der Gesamtzahl auf einem hohen Niveau. Der deutliche Anstieg verunglückter Kinder ist dabei besonders kritisch zu betrachten“, bilanziert Polizeirat Gerald Baier. Er mahnte die Fahrzeugführer dazu an, jederzeit mit kindlichem Fehlverhalten zu rechnen. Die Zahl der schwer verletzten Kinder im Landkreis hat sich mit 25 im Vergleich zum Vorjahr (14) fast verdoppelt, 54 (2016: 37) wurden leicht verletzt. Immerhin: Kein Kind verstarb.

Motorradfahrer überschätzen häufig ihr Können

Hauptunfallursachen bei Unfällen mit Personenschäden im Einzugsgebiet des Reviers waren das Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren bzw. Anfahren mit 1561 Fällen, gefolgt von Wildunfällen (861), zu geringem Sicherheitsabstand (769), unangepasster Geschwindigkeit (587), Vorfahrtsfehlern (581) und Verstößen gegen das Rechtsfahrgebot (421). Das Überholen spielt mit 154 Fällen als Unfallursache eher eine untergeordnete Rolle, hinzu kommen 1901 sonstige oder unbekannte Ursachen.

Die Anzahl der erfassten Motorradunfälle stieg im Vergleich zum Vorjahr um zehn auf 46. Dabei wurden 28 Personen verletzt – eine weniger als 2016. Auch hier spiegelt sich der kreisweite Trend wider. „Nicht selten ist die Diskrepanz zwischen selbsteingeschätzten Fahrkönnen und tatsächlicher Fähigkeit Ursache für schwerste Verkehrsunfälle. Jeder Motorradfahrer sollte daher sein Können realistisch hinterfragen und seinem Fahrverhalten anpassen“, fordert Gerald Baier.

Nur marginal stieg die Zahl der Unfallfluchten: von 720 (2016) auf 728. Damit hatten es die Polizisten im Revier Meißen täglich fast exakt mit zwei Fällen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort zu tun. Kreisweit lag die Aufklärungsquote übrigens bei fast 40 Prozent. Leicht gesunken ist die Anzahl der Kollisionen, an denen Fahrer beteiligt waren, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss standen. Gab es 2016 genau 62 erfasste Fälle, waren es im Jahr 2017 fünf weniger.

Von Stefan Schramm