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Polizeiticker Katastrophenübung: Erdrutsch verschüttet Zug in der Sächsischen Schweiz
Region Polizeiticker Katastrophenübung: Erdrutsch verschüttet Zug in der Sächsischen Schweiz
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14:19 25.08.2019
Übung für den Katastrophenfall in der Sächsischen Schweiz. Quelle: Marko Förster
Schmilka

Nach einem tagelangen Unwetter über der Sächsischen Schweiz und rund um Dresden passiert die Katastrophe: Im engen Elbtal unweit der tschechischen Grenze verschüttet ein Erdrutsch die Gleise. Ein Eurocity-Zug fährt in die Gerölllawine und verunglückt. Dies war das Szenario der bislang größten Landeskatastrophenschutzübung Sachsens im Gebiet Schöna, Bad Schandau, Rathmannsdorf, Prossener Hafen und Leupoldishain. An dem Einsatz mit dem Namen „Schöna 2019“ waren rund 930 tschechische und deutsche Einsatzkräfte und an die 300 Verletztendarsteller beteiligt.

Grenzenübergreifender Übungseinsatz

„Katastrophen machen an Ländergrenzen nicht halt“, sagte der Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Oliver Schenk (CDU), zu Beginn der Übung. „Deshalb ist es gut, dass wir grenzübergreifend üben und uns auf solche Situationen vorbereiten“, fügte er hinzu. Neben Schenk verschaffte sich auch Tschechiens Außenminister Tomáš Petříček vor Ort einen Überblick.

Die Übung simulierte einen Massenanfall von Verletzten, die aus einer topographisch schwierigen Lage aus dem Zug gerettet, erstversorgt und in umliegende Krankenhäuser transportiert werden müssen. Als 17.10 Uhr die Sirene ertönt, rasen Rettungswagen mit Blaulicht und Notsignal durch Bad Schandau.

Bei der bisher größten Katastrophen-Simulation in Sachsen waren über 900 Einsatzkräfte beteiligt

Schwierige Zufahrt Teil der Übung

Nur ein asphaltierter Radweg führt an den Unglücksort, keine Straße. Die Zufahrt war nur über einen asphaltierten Radweg möglich. „Die fehlende Infrastruktur ist Teil der Übung“, erläutert der Sprecher Landesdirektion, Holm Felber. Die Anfahrt der Rettungswagen musste genau koordiniert werden. „Das war eine große logistische Leistung“, sagt der Kreisbrandmeister des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Karsten Neumann, später.

Mit falschen Blutflecken im Gesicht, bandagiertem Unterarm und einer Karte mit schriftlichen Notizen um den Hals, liegt Medizinstudentin Jenny Manske auf einer Liege. Sie habe einen Unterarm- und einen Schlüsselbeinbruch, erzählt sie. Im Rahmen der Übung trägt die 23-Jährige den Namen Nora Läsnig und stammt aus Berlin. Sie sei verbunden worden und habe eine Infusion erhalten, berichtet sie. „Aber auf meine Schmerzmittel warte ich noch immer.“ Dann richtet sie sich von ihrer Liege auf und beißt in ihr Pausenbrot.

Einsatz zu Wasser und zu Lande

Boote der tschechischen Rettungskräfte flitzen über die Elbe und bringen rund 50 Verletzte an das gegenüberliegende Ufer zum tschechischen Verbandsplatz. Ein Rettungshubschrauber landet. Vom ehemaligen Abfertigungsgebäude des Grenzübergangs Schmilka am anderen Elbufer aus wird der Einsatz geleitet. Die Mitarbeiter dort sitzen vor Computern und großen Landkarten.

Auch vier Tote gibt es. Für die ist das Landeskriminalamt zuständig, das mit einem Bergungstrupp angerückt ist. Ursprünglich hatte das Drehbuch 15 Tote vorgesehen. Aber das wollten die Organisatoren den Kriminalisten denn doch nicht zumuten. So blieb es zunächst bei drei Leichen. Ein weiterer Verletzter starb am Verbandsplatz.

Streckensperrungen während der Übung

An der Übung waren Einheiten des Katastrophenschutzes und der Rettungsdienste der Kreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Bautzen und der Landeshauptstadt Dresden beteiligt. Hinzu kamen kommunale Feuerwehren und Hilfsorganisationen, mehrere Polizeidienststellen, das THW und die Deutschen Bahn AG.

Kreisbrandmeister Neumann zeigte sich nach dem Einsatz zufrieden, auch wenn es das eine oder andere kleine „Oh Gott!“ gegeben habe, wie er sagt.

Für die Großübung hatte die Bahn die Strecke im Elbtal gesperrt. Zwischen Krippen und Schöna wurde der Zugverkehr bis Mitternacht eingestellt. Anlieger und Besucher mussten Einschränkungen und Umwege in Kauf nehmen.

Von dpa / PS

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