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Polizeiticker Sie lag in einer Baggerschaufel: Fliegerbombe in Halle nach neun Stunden entschärft
Region Polizeiticker Sie lag in einer Baggerschaufel: Fliegerbombe in Halle nach neun Stunden entschärft
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20:09 27.05.2019
Am Hauptbahnhof in Halle ist am Montag eine 250-Kilo-Bombe gefunden worden. Denny Knabe vom Kampfmittelbeseitigungsdienst mit dem erfolgreich entschärften Blindgänger. Quelle: Polizeiinspektion Halle / Martin Pelzl
Halle

Am Hauptbahnhof in Halle ist am Montag nach mehr als neun Stunden eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Die Sperrungen seien aufgehoben, alle Evakuierten könnten zurück in ihre Wohnungen, teilte die Stadt am Abend mit. Die Entschärfung sei um 19.18 Uhr erfolgreich abgeschlossen worden. 

Der Blindgänger war gegen 10.15 Uhr bei Bauarbeiten an der Verlängerung von Gleis 6 in der Schaufel eines Baggers entdeckt worden. Laut Bundespolizei musste ein Sperrkreis mit einem Radius von etwa 800 Metern rings um den Fundort der amerikanischen Fliegerbombe mit mechanischem Zünder eingerichtet werden. Rund 12.400 Menschen waren von der Evakuierung betroffen. In dem dicht bebauten Gebiet mussten den Angaben zufolge allein sieben Pflegeheime, sechs Schulen, eine Kindertagesstätte und fünf Einrichtungen der Kindertagespflege geräumt werden. Auch das Statistische Landesamt gehörte dazu. 

Hauptbahnhof in Halle gesperrt – tausende Pendler betroffen

Der Hauptbahnhof war seit dem Morgen komplett gesperrt. Das hatte auch erhebliche Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Laut der Deutschen Bahn umfuhren alle Züge des Fernverkehrs den Bahnhof. Betroffen waren die ICE-Linien Frankfurt-Berlin sowie München-Hamburg, außerdem die IC-Linien Köln-Dresden und Norddeich-Leipzig. Die Ersatzhaltestellen waren Bitterfeld, Köthen und der Flughafen Leipzig/Halle. Züge wurden teilweise über Gleise des Güterbahnhofes umgeleitet, Reisende mussten zudem auf Busse ausweichen. 

Blick auf die mutmaßliche Fundstelle der Fliegerbombe. Quelle: Martin Pelzl

Auch im Nahverkehr gab es erheblich Einschränkungen, die S-Bahn-Linien S3, S5/S5X und S7 fuhren nicht mehr. Damit waren auch tausende Pendler zwischen Halle und Leipzig von der Sperrung betroffen. Es wurde versucht, Schienenersatzverkehr mit Bussen einzurichten, hieß es von der Bahn. Auch auf den Straßen kam es zu massiven Staus – die durch einen tödlichen Unfall auf der A 14 nahe der Anschlussstelle Halle-Peißen samt mehrstündiger Sperrung noch verstärkt wurden. Die Hallesche Verkehrs-AG hatte seit 13 Uhr Umleitungsstrecken für Busse und Bahnen in Betrieb. Die genauen Streckenführungen konnten auf der Internetseite der Stadtwerke www.swh.de abgerufen werden. 

Ersatzunterkünfte in Schule und in Bussen 

Der Fundort befand sich etwa 100 Meter neben dem Hauptbahnhof. Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes machten den Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vor Ort unschädlich. Die Evakuierung gestaltete sich recht zäh – erst gegen 18.45 Uhr begann die Entschärfung. Insgesamt waren 340 Einsatzkräfte inklusive Polizei vor Ort. 

Die Stadt bot Ersatzunterkünfte etwa in einer Schule sowie in Bussen an. Die Feuerwehr informierte die Menschen per Lautsprecherdurchsagen. Polizei und Krankenwagen fuhren mit Blaulicht durch die Straßen, um bei Hilfsmaßnahmen schnell vor Ort zu sein. Anwohner kamen zudem bei Verwandten und Freunden unter.

Nicht der erste Bombenfund in Halle

Die Evakuierung war bei Weitem nicht die größte in Halles Nachkriegsgeschichte. Im Oktober 2011 wurden bei einem Bombenfund in der Innenstadt sogar 20. 000 Menschen aus dem Sperrkreis gebracht. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Saalemetropole wie durch eine Wunder im Verhältnis zu anderen deutschen Großstädten weitestgehend von verheerenden Bombardements verschont. Die beiden größten Angriffe Ende Februar und Ende März 1945 hatten unter anderem den halleschen Hauptbahnhof zum Ziel.

Die Stadt richtete ein Bürgertelefon für Nachfragen ein – Rufnummer: 0345 2210. Bei der Hotline, die von neun Mitarbeiterinnen betreut wird, gingen bis zum Abend über 700 Anrufe ein.

von CN/mape/nöß/mit dpa

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