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Polizeiticker Mord in Leipzig-Gohlis: Opfer ist wohl der Kneipenwirt
Region Polizeiticker Mord in Leipzig-Gohlis: Opfer ist wohl der Kneipenwirt
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20:39 08.08.2019
Polizeieinsatz in der Georg-Schumann-Straße in Leipzig. Die Kripo sichert Spuren am Tatort. Quelle: Kempner
Leipzig

Grausames Verbrechen im Leipziger Stadtteil Gohlis: Am Mittwochmorgen ist ein Mann bei einer Schießerei ums Leben gekommen. Ermittler sperrten am Vormittag die Georg-Schumann-Straße zwischen der Lützowstraße und der Lindenthaler Straße mehrere Stunden komplett für Autos und Fußgänger. Anwohner mussten sich ausweisen. Polizei und Staatsanwaltschaft veröffentlichten nur wenige Informationen zu dem Fall.

„Wir haben einen männlichen Toten“, bestätigte Vanessa Fink, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, zumindest. Die Ermittlungen liefen in alle Richtungen, ein Tötungsdelikt werde nicht ausgeschlossen, hieß es lediglich.

„In stillem Gedenken“: Zwei Frauen legten am Abend dieses Trauergesteck vor der Kneipe nieder Quelle: André Kempner

Opfer nicht mehr zu retten

Bei der Polizei ging der Notruf um 3.32 Uhr ein. Zu diesem Zeitpunkt war die Lage noch unklar und das Opfer noch am Leben. Helfer versuchten vor Ort, den Mann zu reanimieren. Sie konnten aber nichts mehr ausrichten. Er erlag noch vor Ort seinen Verletzungen.

Zuvor hatte ganz offenbar eine Schießerei stattgefunden. „Ich habe sechs Schüsse gehört, es war sehr laut“, sagte ein Mieter aus einem angrenzenden Haus.

Die Ermittlungen konzentrierten sich auf die Kneipe „Zum fröhlichen Zecher“ und angrenzende Gebäude, in denen sich neben Wohnungen auch ein Second-Hand-Kaufhaus und ein Gebrauchtwagenhandel befinden. Stundenlang sammelten Spezialisten der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes (LKA) in ihren markanten weißen Overalls Spuren und Hinweise ein. Dabei waren sie in den Gebäuden, auf dem Fußweg und im Hof zugange. Schwerpunkt war aber die Kneipe selbst. Ein Fährtenhund suchte nach weiteren Hinweisen. Er hatte zuvor an einer rotbraunen Jacke in einer Plastiktüte geschnüffelt.

Identität des Mannes unklar

In den Räumen der Gaststätte befand sich bis zum Nachmittag auch noch der Leichnam des Opfers. Staatsanwältin Fink bestätigte, dass das Opfer zunächst nicht in die Gerichtsmedizin gefahren wurde und deshalb auch nicht untersucht worden sei. Eine Begründung für dieses ungewöhnliche Vorgehen nannte sie allerdings nicht. Die Identität des Opfers sei noch nicht offiziell geklärt. Am Abend legten zwei Frauen ein Trauergesteck vor der Kneipe nieder. Aufschrift: „In stillem Gedenken“. Eine der beiden arbeitet in einer anderen Gaststätte auf der Georg-Schumann-Straße und kannte das mutmaßliche Opfer. Es handelt sich vermutlich um den Wirt der Kneipe „Zum fröhlichen Zecher“.

Staatsanwältin Fink ließ aus ermittlungstaktischen Gründen auch einen Bericht des Portals Tag24.de unkommentiert. Demnach soll ein Albaner bei der gewalttätigen Auseinandersetzung in oder vor der Kneipe eine Waffe gezogen und auf Gäste geschossen haben. Nach LVZ-Informationen soll in dem Lokal mit Drogen gedealt worden sein. Die Beamten machten zum Täter keine Angaben.

Behinderungen im Straßenverkehr

Der Polizeieinsatz sorgte am Vormittag auch für Behinderungen im Straßenverkehr. Autos mussten während der Sperrung umgeleitet werden. Die Spur in Richtung Möckern wurde gegen 13 Uhr wieder freigegeben. Lediglich die Straßenbahnen durften weiter am Tatort vorbeifahren. Gegen 18 Uhr konnte auch die andere Richtungsfahrbahn freigegeben werden. Ein Sprecher aus dem Lagezentrum der Polizei bestätigte am Abend, das die Behörde derzeit noch verstärkte Präsenz in der Nähe des Tatorts zeige.

Anwohner und Schaulustige beobachteten das Geschehen hinter dem Absperrband der Polizei. Immer wieder war ein Satz zu hören: „Kommt die Eisenbahnstraße jetzt zu uns?“ Zur Gefahrenlage in Gohlis wollte die Staatsanwältin sich ebenfalls nicht äußern. „Ich müsste sonst Details zu dem Fall nennen“, erklärte sie. Demnach ist unklar, ob die Auseinandersetzung in der Georg-Schumann-Straße erledigt oder jederzeit wieder aufflammen kann. Gegen 17.30 Uhr wurde die Tatort-Gruppe des Landeskriminalamts wieder vom Ort des Geschehens abgezogen.

Von Matthias Roth/Jens Rometsch

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