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Polizeiticker 85-Jähriger wendet auf A14 bei Leipzig – zwei Tote
Region Polizeiticker 85-Jähriger wendet auf A14 bei Leipzig – zwei Tote
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17:31 11.03.2018
Auf der A14 an der Anschlussstelle Leipzig-Nordost krachte ein Geisterfahrer in den Gegenverkehr. Der 85-Jährige und ein weiterer Autofahrer kamen bei dem Unfall ums Leben. Quelle: News5 / Desk
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Leipzig

Bei einem schweren Unfall mit einem Geisterfahrer auf der Autobahn 14 bei Leipzig sind am Samstagabend zwei Menschen ums Leben gekommen. Vier weitere Autoinsassen wurden zum Teil schwer verletzt. Ein 85-jähriger Rentner hatte nach Ermittlungen der Polizei gegen 18.50 Uhr „spontan gewendet“ und krachte anschließend in den Gegenverkehr. Zuvor war der Nissan-Fahrer an der Anschlussstelle Leipzig-Nordost bei Taucha in Richtung Halle auf die Autobahn aufgefahren.

Der Falschfahrer erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen. Der 76 Jahre alte Fahrer eines BMW, mit dem er frontal zusammenstieß, starb im Krankenhaus. Seine 73-jährige Beifahrerin wurde schwer verletzt. Die beiden BMW-Insassen wurden in dem völlig demolierten Wrack eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr befreit werden.

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Gesundheitliche Probleme oder tödliches Versehen?

Was den 85-Jährigen zu dem plötzlichen Wendemanöver veranlasste, ist noch völlig unklar. Die Polizei schließt bislang weder ein tragisches Versehen noch gesundheitliche Probleme oder einen Suizid aus. „Über die Ursache zu sprechen, wäre noch spekulativ“, sagte Polizeihauptkommissar Steffen Weyde aus dem Führungs- und Lagezentrum am Sonntag. Berichte, wonach der Senior mit der Leitplanke zusammenstieß und dadurch vor seinem Wendemanöver möglicherweise desorientiert war, bestätigte die Polizei bislang nicht.

Der tödlich verunglückte BMW-Fahrer hatte offenbar keine Chance, dem entgegenkommenden Kleinwagen auszuweichen. „Der 85-Jährige fuhr mit seinem Nissan auf der linken Fahrspur in Richtung Dresden, wo er frontal mit dem Wagen zusammenstieß“, so Weyde. Zwei weitere Fahrzeuge krachten noch in die Unfallstelle. Die Insassen eines Volvo, ein 52- und ein 16-Jähriger sowie eine 34-Jährige, wurden leicht verletzt. Ein VW-Fahrer, der ebenfalls nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte, blieb unverletzt.

Autobahn fünf Stunden voll gesperrt

Den eintreffenden Rettungskräften bot sich ein schreckliches Bild. Die Trümmer auf der Autobahn verteilten sich über fast 200 Meter Länge. Die A 14 musste an der Anschlussstelle Nordost für mehr als fünf Stunden voll gesperrt werden. Erst gegen Mitternacht konnte die Autobahn in Richtung Halle wieder freigegeben werden.

Die beteiligten Fahrzeuge wurden zur weiteren Untersuchung sichergestellt. Unfalldienstes, der Dekra und Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen aufgenommen. Mit welcher Geschwindigkeit der Falschfahrer unterwegs war und ob er vor dem tödlichen Unfall möglicherweise noch bremste, dazu konnte die Polizei bislang keine Angaben machen. Die Aufklärung des tragischen Unglücks stehe noch ganz am Anfang, so Weyde.

Von Josephine Heinze und Robert Nößler

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