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Polizeiticker Bastei-Brand durch illegale Boofe verursacht – Zwei Verdächtige im Visier
Region Polizeiticker Bastei-Brand durch illegale Boofe verursacht – Zwei Verdächtige im Visier
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16:36 09.08.2018
Die gefundenen Utensilien in der Boofe. Laut Polizei sind die Besitzer mit hoher Wahrscheinlichkeit für den Waldbrand an der Bastei zuständig.
Die gefundenen Utensilien in der Boofe. Laut Polizei sind die Besitzer mit hoher Wahrscheinlichkeit für den Waldbrand an der Bastei zuständig. Quelle: Polizei
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Sächsische Schweiz

Der Waldbrand am Felsen Kraxelbrüderscheibe, der über zwei Tage lang hunderte Feuerwehrmänner im Nationalpark Sächsischen Schweiz beschäftigt hatte, steht mit hoher Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit einer illegalen Boofe. Das teilte die Polizei auf DNN-Anfrage mit. Die Nachtunterkunft war wenige Stunden nach Beendigung der Löscharbeiten entdeckt worden, mit offenbar in größerer Eile zurückgelassenen Gegenständen.

Waldbrand an der Bastei

Neben einer illegalen Feuerstelle entdeckten die Ermittler auch zwei Rucksäcke und Ukulelen. Einen Campingkocher, zwei Klappstühle und eine Schlafmatte fand man in der Nähe. Die Besitzer dieser Gegenstände haben sich bisher nicht bei der Polizei gemeldet.

Stattdessen gingen nach einem Zeugenaufruf eine bedeutende Anzahl an Hinweisen auf die mutmaßlichen Brandstifter ein, wie es heißt. Zwei Männer seien in der Nähe der Boofe gesehen worden, dem gingen die Ermittler nun nach, so ein Sprecher der Polizei. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Der Waldbrand in der Nähe des bekannten Basteifelsens hatte vergangene Woche auf einer Fläche von rund 15 000 Quadratmetern in schwer zugänglichem Gebiet getobt. Drei Feuerwehrleute haben sich bei den Löscharbeiten leicht verletzt. „Der Schaden an der Natur und den betroffenen Bäumen ist nicht mit Geld zu beziffern“, sagte Hanspeter Mayr, Sprecher der Nationalparkverwaltung.

Laut Mayr ist die Gegend eigentlich für Wanderer und Publikum tabu und unberührt, die Besitzer der Fundstücke hätten unerlaubt die Wege verlassen. Auch wenn sich die Wälder in geraumer Zeit aus eigener Kraft regenerierten, werden die Auswirkungen des Brandes noch nach Jahrzehnten in Flora und Fauna präsent sein, sagte er. Seit Ostern gab es aufgrund der großen Trockenheit 15 Waldbrände in der Schutzzone, im Schnitt sind es jährlich sonst fünf bis sechs. Bei den meisten wird Fahrlässigkeit vermutet: Rauchen oder Campen.

Dabei darf im Nationalpark weder gezeltet noch im Freien übernachtet werden – schon gar nicht in der Kernzone, zu der das betroffene Areal gehört. Für Kletterer sind 58 sogenannte Boofen außerhalb der Kernzone ausgewiesen. Die Verwaltung geht aber von zahlreichen Verstößen gegen das Übernachtungs- und Feuerverbot aus. Im Schnitt werden rund 300 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten pro Jahr eingeleitet, sagte Mayr. Erst Mittwoch habe eine Gruppe ein Lagerfeuer im Kirnitzschtal gemacht – und auch „das Auto parkte auf der Wiese“.

Von mb/dpa