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Polizeiticker Auto von AfD-Chef Chrupalla brennt – Extremismus-Abwehrzentrum ermittelt
Region Polizeiticker Auto von AfD-Chef Chrupalla brennt – Extremismus-Abwehrzentrum ermittelt
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13:46 02.03.2020
Das Auto des AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla ist im Landkreis Görlitz ausgebrannt Quelle: dpa
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Gablenz

In Gablenz im Landkreis Görlitz ist in der Nacht zu Montag das Auto des AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla ausgebrannt. Das bestätigten die Polizei und der Sprecher Chrupallas unserem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Zunächst hatte die Polizei nur von einem Bundestagsabgeordneten gesprochen.

Chrupalla: Geht um inneren Frieden im Land

Chrupalla habe nach eigenen Löschversuchen über Atembeschwerden geklagt und sei vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden. Es werde wegen des Verdachts auf Brandstiftung ermittelt. Die Ermittlungen führe das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum des sächsischen Landeskriminalamtes in Dresden, hieß es.

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Während die Polizei den Fahrzeughalter zunächst nur als ein „Mitglied des Bundestages“ bezeichnet hatte, berichteten mehrere Medien, dass es sich um Chrupalla handele. Der Politiker selbst schrieb am Montagmorgen auf Twitter: „Dieser Brandanschlag auf meine Familie und mich ist ein weiterer Beweis für das, wovor ich gewarnt und weshalb ich alle politischen Akteure zur Mäßigung und Selbstreflexion aufgerufen habe.“ Alle gesellschaftlichen Kräfte seien gefordert, erklärte Chrupalla. Es gehe um den inneren Frieden im Land.

Dass es sich dabei um das Auto des AfD-Vorsitzenden handelt, hatten zuerst die „Bild“ und die „Lausitzer Rundschau“ berichtet. „Das überschreitet alle nur denkbaren Grenzen“, sagte Chrupalla gegenüber der „Bild“.

Kretschmer: „Verrohung macht uns Sorge“

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat den mutmaßlichen Brandanschlag auf das Auto von AfD-Bundeschef Tino Chrupalla scharf verurteilt. „Die zunehmende Verrohung macht uns Sorge. Es gibt überhaupt keine Toleranz gegenüber Gewalt gegen Sachen und Personen“, sagte Kretschmer am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Man arbeite intensiv an der Aufklärung der Tat: „Wir wollen diese Täter dingfest machen und verurteilen.“

„Wer zu solchen Methoden greift, spaltet die Gesellschaft, sorgt für neue Aggression. Eine Tat folgt der nächsten. Wir müssen diesen Kreislauf der Gewalt durchbrechen“, erklärte der Ministerpräsident. Bei Gewalt gehe es aber nicht nur um physische Gewalt, sondern auch um das, „was in Worten und Reden gesagt wird“: „Dazu hat die AfD in den vergangenen Monaten und Jahren einen großen Beitrag geleistet.“ Trotzdem rechtfertige nichts den Angriff auf das Fahrzeug.

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Von RND/ms/sn

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