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Mitteldeutschland Zweiter Prozesstag im Mordfall der Leipzigerin Sophia – Experten sagen aus
Region Mitteldeutschland Zweiter Prozesstag im Mordfall der Leipzigerin Sophia – Experten sagen aus
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09:04 24.07.2019
Der wegen Mordes angeklagter Marokkaner (2.v.r.) sitzt zu Prozessbeginn im Sitzungssaal des Landgerichts Bayreuth. Quelle: Daniel Karmann/dpa
Bayreuth/Leipzig

Zweiter Tag beim Gerichtsprozess im Mordfall der Leipziger Tramperin Sophia am Bayreuther Landgericht. Nachdem der angeklagte Lastwagenfahrer Boujemaa L. zum Auftakt am Dienstag bereits ein umfangreiches Geständnis abgelegt hat, das nach Ansicht der Familie des Opfers allerdings eher einer „Märchenstunde“ glich, werden am Mittwoch nun vor allem zwei Sachverständige des Münchner Landeskriminalamtes im Mittelpunkt der Verhandlung stehen. Sie sollen unter anderem die Ergebnisse der forensischen Untersuchungen und psychiatrische Gutachten vorstellen.

Die Anklage wirft Boujemaa L. vor, die Leipziger Tramperin Sophiaa Lösche im Juni 2018 vom Rastplatz am Schkeuditzer Kreuz mitgenommen, sie sexuell attackiert, gefesselt und später in seinem Lkw mit roher Gewalt ermordet zu haben – weil er fürchtete, sie können ihn anzeigen. Der Marokkaner soll danach mit dem Leichnam an Bord weiter durch Deutschland und Frankreich bis nach Nordspanien gefahren sein, wo er Sophia auf einem Feld an einer Tankstelle in der Provinz Alava abgelegt und angezündet haben soll.

Angeklagter bestreitet sexuelle Handlungen

Der Strafverteidiger von Boujemaa L. las am Dienstag ein umfangreiches Geständnis des Angeklagten vor, in dem der 42-Jährige die Tötung und Verbrennung zugibt, allerdings jegliche sexuelle Handlungen an der Leipziger Studentin vehement zurückweist.

Danach hatte Richter Bernhard Heim den Angeklagten zum Tatablauf befragt. Boujemaa L. gab bereitwillig Auskunft, erklärte unter anderem, Sophia mit einem metallenen Ratschenschlüssel bis zu siebenmal auf den Kopf geschlagen zu haben. Angeblich soll ein Streit zwischen ihr und ihm Auslöser der Attacke gewesen sein.

Handyfotos belasten Boujemaa L.

Zu einer Vergewaltigung oder dem Versuch von sexuellen Übergriffen sei es dagegen nicht gekommen, behauptet er. In Lauf der Vernehmung gab der Marokkaner allerdings auch zu, noch kurz vor dem Treffen mit Sophia Fotos von verschiedenen Frauen auf einer Raststätte gemacht zu haben. Zudem wurden laut des Gerichts auch Fotos und ein Video seines Geschlechtsteils auf dessen Mobiltelefon gefunden. Laut Angaben des Angeklagten stünden diese aber nicht in Zusammenhang mit dem Angriff auf die Leipziger Studentin.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung wollen bis zur Urteilsverkündung Mitte September bis zu 17 Zeugen im Gericht vernehmen. Wie Richter Heim erklärte, sollen darunter auch zwei Gerichtsmedizinerinnen aus Spanien sein, die die Überreste des Opfers obduziert haben und die per Videoschaltung im Bayreuther Landgericht befragt werden sollen.

Von Matthias Puppe

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