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Mitteldeutschland Zustand von unter 40-jährigem italienischen Corona-Patienten in Leipzig kritisch
Region Mitteldeutschland Zustand von unter 40-jährigem italienischen Corona-Patienten in Leipzig kritisch
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22:04 02.04.2020
Ein weiterer, relativ junger Patient Corona-Patient aus Italien wird am Herzzentrum Leipzig behandelt und schwebt in Lebensgefahr. (Symbolbild) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Nach dem Tod eines Corona-Patienten aus Italien in Leipzig befinden sich die sieben anderen italienischen Patienten im Freistaat teilweise in kritischer Verfassung. Ein Patient - jünger als 40 Jahre, ohne Vorerkrankungen - sei sogar in einem „akut lebensbedrohlichen Zustand“, sagte Gerhard Hindricks, Ärztlicher Direktor des Herzzentrums Leipzig, am Donnerstag. Die Patienten werden in insgesamt fünf Kliniken in Sachsen behandelt. In der Nacht zu Mittwoch war ein 57 Jahre alter Patient am Universitätsklinikum Leipzig gestorben.

Man sei „in die letzte medizinische Eskalationsstufe“ gegangen, sagte Hindricks. Der Patient musste demnach an eine sogenannte künstliche Lunge angeschlossen werden. „Wenn das nicht greift, haben wir keine weiteren Möglichkeiten“, sagte der Arzt. „Das hat mich schon fassungslos gemacht und auch erschrocken“, sagte Hindricks. Der Fall zeige, dass auch jüngere Menschen nicht sicher sein können, nicht von Covid-19 bedroht zu sein. „Wir sind so zwischen Hoffen und Bangen, aber zuversichtlich“, beschrieb er die Situation.

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Zustand von 70-Jährigem hat sich „günstiger entwickelt“

Der zweite Patient am Herzzentrum Leipzig ist den Angaben zufolge älter als 70 Jahre und hatte Vorerkrankungen. Zunächst sei sein Zustand kritischer gewesen, er habe sich aber „günstiger entwickelt“, so Hindricks. Er sei zuversichtlich, dass es für den Patienten „ein glückliches Ende“ nehmen werde, wenn sich die Dinge so weiter entwickelten.

Auch in den anderen Kliniken in Sachsen, die italienische Corona-Patienten betreuen, ist die Lage ernst. Im Fachkrankenhaus Coswig wird ein Patient aus Italien auf der Intensivstation behandelt. Er werde noch künstlich beatmet, teilte der Ärztliche Direktor Jens Kraßler mit. Der Zustand habe sich aber etwas stabilisiert. Derzeit würden die schlafauslösenden Medikamente reduziert. „Die Angehörigen werden regelmäßig ausführlich über den Zustand unseres Patienten telefonisch informiert“, so Kraßler.

Der Zustand des italienischen Patienten am Universitätsklinikum Leipzig sei „ernst, aber stabil“, sagte ein Kliniksprecher am Donnerstag.

Zur Gesundheit des italienischen Patienten in Dresden wollte das Uniklinikum aus Gründen der medizinischen Schweigepflicht keine Angaben machen. Auch in Chemnitz werden zwei Patienten aus Italien behandelt.

Ausreichend Intensivkapazitäten in Sachsen

Die Solidarität und der Zusammenhalt sei in vielerlei Hinsicht sinnvoll, so Hindricks vom Leipziger Herzzentrum. Bei der Behandlung der Patienten aus Italien hätten die Mediziner in Leipzig Prozesse optimiert, sagte Hindricks. „Wir sind im Moment noch nicht in dem Steilanstieg der Herausforderung, die mit einer steigenden Zahl Schwersterkrankter auf uns zukommt“, sagte er. In Sachsen gebe es nach seiner Einschätzung ausreichend Intensivkapazitäten.

Am Donnerstag lag die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in Sachsen laut Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bei 2411 Fällen. 19 infizierte Menschen waren demnach gestorben.

Von Theresa Held