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Mitteldeutschland Zögerliches Anbaden: Sachsens Freibäder warten noch auf Sonne
Region Mitteldeutschland Zögerliches Anbaden: Sachsens Freibäder warten noch auf Sonne
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17:30 09.05.2019
Andreas und Birgit Fronmüller sowie Cornelius Hinze (v.l.) gehörten am vergangenen Wochenende zu den ersten Badegästen im Parthebad in Taucha. Quelle: Reinhard Rädler
Leipzig

Immer wieder mal Regen, Temperaturen unter 20 Grad – angesichts der aktuellen Wetteraussichten scheint der Sommer noch in weiter Ferne. Das macht auch Sachsens Freibädern einen Strich durch die Rechnung, schließlich wollen diese wieder ihre Tore öffnen. Trotz kühler Gesamtsituation zeigen sich viele Betreiber zumindest standhaft.

„Wir haben einfach schon mal aufgemacht, obwohl das Wetter ja noch nicht mitspielt. Bei uns läuft das eher auf Zuruf, unser Personal ist flexibel. Auch wenn eine Gruppe nur Volleyball spielen will, dann können sie das natürlich machen“, sagt Ronald Hanns, Badeleiter im Tauchaer Parthebad. Wer das Nass im Becken ausprobieren will, für den hat Hanns ohnehin ein Ass im Ärmel: „Unsere Solaranlage zur Beheizung der Becken läuft auf Hochtouren, die Wassertemperatur hat schon 16 Grad erreicht.“

Eröffnungen in Mügeln und Leisnig verschoben

Das sind immerhin drei mehr als aktuell im Stadtbad in Mügeln. „Wir haben unseren Start verschoben, werden jetzt frühesten am 18. Mai aufmachen“, sagt Schwimmmeister Clemens Paulin. Sollten die Temperaturen weiter unter 20 Grad bleiben, könnte es auch sein, dass Paulin das Tor noch weiter geschlossen hält.

Blick ins Stadtbad Mügeln (Archivfoto) Quelle: Christian Neffe

In Leisnig sollte eigentlich schon seit Anfang Mai gebadet werden, ob der durchziehenden Kaltfront ließ die Stadt den Eröffnungstermin aber sausen. Nun sollte eigentlich an diesem Wochenende Startschuss zum ersten Freischwimmen sein, aber auch daraus wird nichts: „Wenn wieder zu kaltes Wetter angesagt ist, wird die Eröffnung eben nochmal verschoben“, sagte Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU). Das Landratsamt hat das Badewasser zumindest schon beprobt, die Mitarbeiter haben auch sonst alles präpariert. „In Leisnig wartet alles auf sonniges Wetter“, sagt Hauptamtsleiterin Sylvia Dießmann.

Start am kommenden Wochenende

Auch in vielen anderen Freibädern in der Region laufen die Planungen Richtung kommendes Wochenende – wie zum Beispiel im Freibades Gebersbach bei Waldheim und im Delitzscher Bad an der Elberitzmühle. „Viel mehr Sorgen als das Wetter macht uns die angespannte Personalsituation“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Da sich nicht genug Saisonkräfte finden konnten, bleibe das Freibad nun zwei Tage pro Woche zu. Schon in den vergangenen Jahren musste aufgrund der angespannten Personalsituation ein Schließtag eingerichtet.

Das Schreberbad in Leipzig gehört zu den beliebtesten in der Messestadt. (Archivfoto) Quelle: Andrè Kempner

In Leipzig sollen am 18. Mai wie geplant die Sommerbäder Kleinzschocher, Südost und Schönefeld, das Schreberbad und das Ökobad Lindenthal wieder ihre Türen öffnen. Nur das Kinderfreibecken Robbe wartet noch bis zum Kindertag am 1. Juni. „Für einen reibungslosen Ablauf haben wir über 50 Saisonmitarbeiter eingestellt, darunter Rettungsschwimmer, Kassierer und Badewarte“, sagt Sprecherin Katja Gläß. In den Freibädern in Neukieritzsch, Pegau und Frohburg kann bereits ab kommenden Mittwoch angebadet werden. „Dabei bleibt es auch. Wir sind bei den letzten Zügen der Vorbereitung“, so der Frohburger Schwimmmeister Hermann Heinze. Erstmals könne man in dem früheren Steinbruch auch Paddel-Bords ausleihen und stehend über das Gewässer schippern, sagt er.

Hochdruckgebiet bringt Auflockerungen

Wetterprognosen, die über eine Woche hinausgehen, sind eher unseriös. Sebastian Baldes vom Deutschen Wetterdienst (DWD) wagt deshalb nur den Blick bis zur nächsten Woche – und dieser ist vielfach mit Konjunktiv durchsetzt. Das Tief „Yukon“ führt weiterhin Regen, örtlich sogar Gewitter nach Sachsen. Zwischendrin scheint auch die Sonne. „Ab Sonntag stehen wir dann unter Hochdruckeinfluss“, sagt Baldes. Das sorgt zwar für mehr Auflockerungen, allerdings nicht für spürbar höhere Temperaturen. Das Quecksilber bleibt vorerst unter 20 Grad.

Moritz und Jonathan im Freibad Mockritz in Dresden.(Archivfoto) Quelle: Hauke Heuer

Lars Kühl von der Dresdner Bäder GmbH kann sowas nicht erschüttern. „Das Wetter kann man nicht planen, und es ist auch noch nicht ideal. Aber wir haben trotzdem bereits die ersten drei Bäder eröffnet, der Rest folgt in der kommenden Woche“, sagt er. In Chemnitz heißt in den Freibädern Gablenz und Bernsdorf schon ab diesem Samstag: Oberkörper frei! Die Freibäder Einsiedel und Wittgensdorf folgen eine Woche später.

Wiederöffnung mit Breitwellenrutsche

In Bad Düben endet am 24. Mai eine einhalbjährige Umbauphase im Natursportbad, das jetzt unter anderem ökologischer und barrierefrei ist. Zu den Attraktionen gehören dort jetzt eine 15 Meter lange Breitwellenrutsche, sowie acht Schlaffässer, in denen übernachtet werden kann. Rund 2,25 Millionen Euro hat die Neugestaltung gekostet.

Im Döbelner Freibad ist einen Tag später Saisoneröffnung. „Da wird schönes Wetter sein“, verspricht Stadtwerke-Geschäftsführer Gunnar Fehnle und verweist auf entsprechend gute Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. „Wir haben ja in Döbeln unser Hallenbad. Da wir aber nicht so einfach zwischen Freibad und Hallenbad hin und her wechseln können, starten wir lieber ohnehin etwas später in die Freibadsaison. So nutzen wir das Hallenbad im wechselhaften Mai noch etwas länger“, so Fehnle weiter.

Badende im Freibad in Döbeln. Quelle: Bartsch

Am wenigsten vom Wetter beeindruckt sind derweil die Betreiber des Freibeckens am Oschatzer Platschbad – gezwungener Maßen. Das Sommerbad bleibt in diesem Jahr angesichts der begonnenen Bauarbeiten in der Halle ganz geschlossen. „Wir haben uns schweren Herzens zu diesem Schritt entschlossen“, sagte Jörg Bringewald bei der Baustellenbegehung. Er sei unvorstellbar, dass „man sich im Freibad erholen kann, wenn man auf der Wiese liegt und nebenan die Baumaschinen von der Platschbaustelle Lärm machen“.

Von Matthias Puppe, Christine Jacob, Hagen Rösner, Olaf Büchel, Olaf Krenz

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