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Mitteldeutschland Zastrow mit schlechtem Ergebnis Spitzenkandidat der FDP Sachsen
Region Mitteldeutschland Zastrow mit schlechtem Ergebnis Spitzenkandidat der FDP Sachsen
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13:43 11.02.2019
Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow beim Parteitag in Annaberg-Buchholz. Quelle: Foto: Peter Endig/dpa
Annaberg-Buchholz

Holger Zastrow soll’s noch einmal machen: Der sächsische FDP-Chef wird zum vierten Mal Spitzenkandidat für eine Landtagswahl. Bei einem Parteitag in Annaberg-Buchholz (Erzgebirgskreis) stimmten 153 Delegierte für den Dresdner – allerdings votierten auch 88 gegen ihn. Zastrow kam damit nur auf 62,2 Prozent Zustimmung. Das ist der mit Abstand niedrigste Wert bei einer FDP-Spitzenkandidatur, zumal es keinen Kontrahenten gegeben hatte.

Zastrow: „Wir sollten die Förderung des Mittelstands in der Verfassung verankern.“

In seiner Vorstellungsrede hatte sich Zastrow – der über sich selbst sagt, dass er stark polarisiere – kämpferisch gegeben: „Wir müssen in unserem Land dringend etwas ändern. Ich ertrage die Langsamkeit, die Gängelei und die Bürokratie nicht mehr.” Der geschäftsführende Gesellschafter einer Werbe- und Eventagentur, der seit 1999 Landesvorsitzender der Sachsen-FDP ist, appellierte an die Delegierten, für ein Klima des Anpackens und für mehr Mut einzutreten: „Lasst es uns anders machen. Denken wir neu und verbünden wir uns mit denjenigen, die aus eigener Kraft etwas in Sachsen aufbauen wollen.“ Unterstützung versprach er vor allem den Selbstständigen und dem Mittelstand. „Unser Mittelstand ist das Herzstück, unsere Basis. Er ist vor Ort fest verankert und zieht nicht einfach weiter. Wir sollten die Förderung des Mittelstands in der Verfassung verankern”, so Zastrow.

Schon bei der Mitgliederbefragung Ende 2018 war Zastrow nur auf 63,6 Prozent der Stimmen gekommen, damals hatte ihn allerdings Tobias Segieth herausgefordert. Bei der letzten Vorstandswahl war Zastrow – bei ebenfalls einem Gegenkandidaten – nur auf magere 53 Prozent gekommen. „Es gibt in der FDP niemanden mehr, der unumstritten ist“, so Zastrow.

Kristin Franke will sich unter anderem für soziale Themen engagieren

Auf Listenplatz 2 wird bei der Landtagswahl erstmals eine Frau für die Liberalen ins Rennen gehen: Die Leipziger Kinderbuchautorin Kristin Franke (36) erhielt auf dem Parteitag 78 Prozent. Die Mutter von drei Kindern will sich unter anderem für soziale Themen wie die frühkindliche Bildung engagieren. Mit Anja Jonas aus Markkleeberg (Kreis Leipzig), die bereits bis 2014 für die FDP im Landtag saß, setzte sich in einer Kampfkandidatur um Platz 3 eine weitere Frau durch.

Auch viele junge Liberale wurden auf aussichtsreiche Ränge gewählt – sofern die Liberalen bei der Landtagswahl am 1. September den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen sollten, würde die neue Fraktion nicht nur weiblicher, sondern auch jünger. Dafür stehen unter anderem Philipp Hartewig aus Dresden, der Spitzenkandidat der Jungliberalen Aktion (Julia), sowie der sächsische Julia-Vorsitzende Hai Bui aus Chemnitz.

Sachsen: FDP liegt in Umfragen konstant bei sechs Prozent

Die FDP liegt in Umfragen für den Freistaat konstant bei sechs Prozent. Bei der Landtagswahl 2014 waren die Liberalen mit 3,8 Prozent gescheitert, nachdem sie fünf Jahre lang mit der CDU regiert hatten. „Diese Scharte wollen wir auswetzen und das Comeback schaffen. In den vergangenen fünf Jahren haben wir unsere Bodenhaftung zurückgewonnen“, gibt Zastrow die Marschrichtung vor – und geht noch einen Schritt weiter: „Wir wollen wieder zweistellig werden und auch regieren.“ Vor zehn Jahren hatte die FDP glatt zehn Prozent geholt.

Von Andreas Debski

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