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Mitteldeutschland Wohlfahrtsverbände mahnen rasche Integration von Flüchtlingen an
Region Mitteldeutschland Wohlfahrtsverbände mahnen rasche Integration von Flüchtlingen an
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15:17 24.02.2016
Quelle: dpa
Dresden

Sachsens Wohlfahrtsverbände schlagen Alarm: Wegen steigender Flüchtlingszahlen stehen ihre Mitarbeiter unter Druck. Es brauche mehr hauptamtliche Mitarbeiter, etwa in Beratungsstellen oder Kitas, die Verbände seien in der Flüchtlingshilfe an ihrer Belastungsgrenze angekommen, sagte der Liga-Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege, Karlheinz Petersen, am Mittwoch in Dresden. Ein Bekenntnis von staatlicher Stelle zur Integration sollte auch „die notwendigen Voraussetzungen dafür schaffen“, forderte er. Die zahlreich im Ehrenamt Engagierten könnten nur unterstützend und ergänzend tätig sein.

Auch der sächsische Diakonie-Chef Christian Schönfeld betonte: Die Ehrenamtlichen allein könnten die Arbeit nicht leisten. Integration sei eine Gemeinschaftsaufgabe. Dafür „brauche es eine klare politische Aussage“, forderte Schönfeld.

Sachsens DRK-Chef Rüdiger Unger verwies auf die anhaltend hohe, vor allem durch soziale Medien verursachte, psychische Belastung der in den Flüchtlingsunterkünften tätigen Mitarbeiter und Helfer. „Am liebsten würde ich meinen Mitarbeitern verbieten, Facebook zu lesen“, sagte er bei der Vorstellung des Jahresberichtes der Liga. Nahezu täglich würden diese „vom rechten Rand“ dafür beschimpft, „dass sie überhaupt helfen und vom linken Rand, dass sie nicht gut genug helfen“, sagte Unger. „Wenn ich mich irgendwann nicht mehr traue zu sagen, dass ich helfe“, laufe etwas schief.

„Das System ist extrem angespannt. Wir brauchen dort Verstärkung“, sagte Albrecht Engelmann, Referent für Migration bei der sächsischen Diakonie und Ausländerbeauftragter der Landeskirche in Sachsen. Integrationsprogramme seien „auf Kante genäht“. Das müsse der Bund neu regeln. Notwendig sei vor allem ein niedrigschwelliger Zugang zum Arbeitsmarkt etwa als Hospitanten oder über einen Freiwilligendienst.

„Wir sollten uns bei den Flüchtlingen bedanken“, sagte Engelmann, „wir sind eine Einwanderungsgesellschaft“. Das hätten viele nicht im Blick. Er erwarte aber eine „Stärkung im Asylsystem und in den Integrationsprogrammen“. Zudem müssten „die Menschen lernen, mit Migranten umzugehen. Es werde “viel zu wenig erklärt und sachlich diskutiert" und das sei auch eine der Ursachen für fremdenfeindliche Übergriffe wie vor nur wenigen Tagen in Clausnitz und Bautzen.

Das DRK in Sachsen betreut einen Großteil der Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Freistaates, derzeit mehr als 3.000 Personen. Im Januar waren es Unger zufolge rund 1.600 Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer. Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen beschäftigt in ihren Verbänden insgesamt rund 100.000 hauptamtliche Mitarbeiter.

dpa

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