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Mitteldeutschland Witterung sorgt für mäßige Ernte bei den Spargelbauern
Region Mitteldeutschland Witterung sorgt für mäßige Ernte bei den Spargelbauern
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11:35 19.06.2016
Quelle: dpa
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Kyhna

Zu kalt, zu trocken, dann zu nass: Sachsens Spargelbauern sind mit der zu Ende gehenden Saison nur mäßig zufrieden. „Die Erträge fallen geringer aus als erwartet“, sagte Jürgen Kopf, Betriebsleiter des Spargelhofs Kyhna bei Leipzig. Zwar müsse man erst noch das Ende der Saison abwarten. Kopf aber geht von 15 Prozent weniger Ertrag als im vergangenen Jahr aus. Vor allem der Regen habe die Felder teils unter Wasser gesetzt und das Edelgemüse schlechter wachsen lassen.

Traditionell endet die Spargelsaison am Johannistag - dem 24. Juni. Weil die Saison in diesem Jahr später begonnen hat, würden einige Höfe wohl noch ein paar Tage hinaus Spargel anbieten, sagt Holger Schöne vom Spargelhof Ponickau. Allerdings lasse nun langsam der Appetit der Kunden nach. Im Schnitt lagen die Preise in der Saison bei rund acht Euro pro Kilogramm. „Wir hätten uns einen Euro mehr gewünscht“, sagt Schöne. Er spricht von einer „mittelprächtigen“ Ernte, auf die erwartete Menge sei man in diesem Jahr nicht gekommen.

Die Agrar GbR Naundörfel (Landkreis Meißen) baut das Edelgemüse auf rund zehn Hektar an - pro Hektar werden in der Regel zwischen vier und fünf Tonnen geerntet. Gesellschafter Roland Naumann spricht von einem durchschnittlichen Spargeljahr 2016 - sowohl was Erträge als auch Preise angeht. „Zwar sind wir von Überflutungen verschont geblieben“, so Naumann. Dennoch hätten die Spargelstangen mehr Wärme zum Wachsen gebraucht.

Und auch bei den Verbrauchern hat sich die Witterung offenbar auf den Appetit ausgewirkt: „Spargel genießt man am besten auf der Terrasse, bei Sonnenschein“, so Naumann. Daran hab es in dieser Saison allerdings gemangelt. Vor allem das Pfingstfest, das als beliebteste Zeit für den Spargel gilt, fiel buchstäblich ins Wasser.

In Sachsen bauen 19 Betriebe das Edelgemüse auf rund 254 Hektar an, zusätzlich wachsen junge Spargelpflanzen auf knapp 70 Hektar - für die spätere Produktion. Der Freistaat gehört zu den kleinsten Anbaugebieten des Landes. Das Stangengemüse wird vor allem in Delitzsch, Oschatz, Meißen und in der Gegend um Bautzen gezogen.

dpa