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Mitteldeutschland „Wir wollten eine bessere DDR, nicht sie abschaffen“: Bürgerrechtler erinnern an Gründung des Neuen Forums
Region Mitteldeutschland „Wir wollten eine bessere DDR, nicht sie abschaffen“: Bürgerrechtler erinnern an Gründung des Neuen Forums
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20:25 09.09.2019
Rainer Eppelmann wollte die DDR erneuern und nicht ihr Ende einläuten. (Archivbild) Quelle: Andr
Berlin

30 Jahre nach der Gründung der Oppositionsbewegung Neues Forum in der DDR haben frühere Bürgerrechtler und Vertreter der Bundesregierung an den Wende-Herbst 1989 erinnert. „Das Neue Forum war eine weitere, wenn nicht die Initialzündung für die friedliche Revolution“, sagte der Vorsitzende der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“, Matthias Platzeck, am Montag bei einer Diskussionsveranstaltung in Berlin. Der damalige Dialogaufruf „Aufbruch 89“ habe vielen Menschen Mut gemacht. „Für mich war es wie eine Erlösung, als ich gehört habe, Neues Forum ist gegründet“, so Platzeck.

Mehrere DDR-Bürgerrechtler machten deutlich, dass viele Oppositionelle seinerzeit nicht eine Auflösung der DDR und eine schnelle deutsche Einheit im Sinn gehabt hätten. „Wir wollten eine demokratischere und bessere DDR, nicht sie abschaffen“, sagte Almuth Berger, 1989 Mitbegründerin der Bewegung „Demokratie jetzt“. „Das ist dann im Zuge der sehr schnellen Einheit ein Stück weit verloren gegangen.“ Ähnlich äußerte sich Martin Klähn, Mitbegründer des Neuen Forums. Der Traum von einer anderen, demokratischen DDR sei nach dem Mauerfall am 9. November geplatzt, als aus dem Ruf „Wir sind das Volk“ schnell „Wir sind ein Volk“ wurde.

Rainer Eppelmann, damals im „Demokratischen Aufbruch“ aktiv, gab indes zu bedenken: „Die meisten Menschen wollten was anderes.“ Das habe spätestens im März 1990 die erste freie Volkskammer-Wahl gezeigt. Die breite Masse habe sich die schnelle Einheit gewünscht statt eine „andere DDR mit der Aussicht, dass das 20 Jahre dauern kann“.

Von LVZ

Die Kommission zur Planung des offiziellen Jubiläums „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ hat am Montag ihre Pläne vorgestellt. Dabei soll es weniger Staatsakte und mehr Dialogangebote geben.

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