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Mitteldeutschland Wildgehege Moritzbug schneidet weißem Hirsch das Geweih ab
Region Mitteldeutschland Wildgehege Moritzbug schneidet weißem Hirsch das Geweih ab
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15:21 26.09.2018
Der Vater des aktuellen Problemhirsches mit Geweih im Moritzburger Wildgehege. Er wurde Silvester 2013 von Unbekannten geköpft, dem Sohn wurde nun wegen seines gefährlichen Brunftgebarens das Geweih abgeschnitten. Quelle: dpa/SMUL
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Moritzburg

Im Wildgehege Moritzburg will keine Ruhe einkehren. Neben dem Problemelch, der in der Brunft seine eigene Tochter mit dem Geweih am Sonntag tödlich verletzte (DNN berichteten), bereitet nun auch der weiße Hirsch dem Wildhege Sorgen. Mit seinem mächtigem Geweih bedrängt er seine auserwählte Hirschkuh. Weil Wildgehege-Leiter Ronald Ennersch und Tierärzte um das Wohl der Hirschkuh fürchten, haben sie beschlossen den „Kopfschmuck“ des fünf Jahre alten Hirsches abzuschneiden.

Mit einem Narkosegewehr haben sie den Hirsch, der ein Abkömmling des 2013 geköpften Hirsches ist, am Dienstag betäubt. Dann schnitten Ennersch und der Tierarzt das Geweih ab. „Das Geweih ist nicht mit Nerven durchzogen, er wird keine Schmerzen haben“, sagt der Einrichtungsleiter. Normalerweise stoßen Hirsche das Geweih im Winter ab und bilden bis zum nächsten Sommer ein neues. „Unter den Hirschen bereitet im Moment nur dieser Probleme“, erklärt Ennersch. Allerdings sei der weiße Hirsch bereits im vergangenem Jahr während der Brunft aufgefallen, berichtet der Leiter des Wildgeheges. Das Geweih soll künftig im Forsthaus Kreyern für die waldpädagogische Arbeit genutzt werden.

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Der ursprüngliche Plan auch dem Problemelch das Geweih abzuschneiden, schlug bisher fehl. In dem großen Wald habe es der Tierarzt bis jetzt nicht geschafft, sich dem Elchbullen bis auf die für das Narkosegewehr nötigen 20 Meter zu nähern. Er steht aber weiter unter Beobachtung. Und das Brunftverhalten von Elch und Hirsch in diesem Jahr hat Folgen. Kurzfristig plant das Moritzburger Wildgehege einen sogenannten Hochzeitsgang für Elche und anderes Wild anzulegen, in dem sie sich sicher vor den Brunftgebaren der männlichen Tiere erholen können. Baustart für die Barriere aus eng gesteckten Pfählen soll nach Auskunft des Einrichtungsleiters nach der Brunft sein – wenn Witterung und Finanzierung stimmen. Möglich wäre auch, dass die Anzahl der Hirsche reduziert wird oder dass eventuell in Zukunft nur noch weibliche Elche gehalten werden.

Von Tomke Giedigkeit

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