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Mitteldeutschland Wieder mehr Interesse an Freiwilliger Feuerwehr in Sachsen
Region Mitteldeutschland Wieder mehr Interesse an Freiwilliger Feuerwehr in Sachsen
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16:46 06.06.2020
Die Freiwilligen Feuerwehren in Sachsen verzeichnen einen stetigen Mitgliederzuwachs. (Symbolbild) Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/d
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Dresden

Die Freiwilligen Feuerwehr in Sachsen hat wieder mehr Zulauf. Wie das Innenministerium bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, gab es 2019 erstmals wieder einen leichten Anstieg auf mehr als 43.000 Mitglieder, davon seien rund 4350 Frauen. „Erfreulicherweise konnte der Mitgliederschwund der letzten Jahre in den aktiven Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehren gestoppt werden“, sagte ein Ministeriumssprecher. Allein 2013 bis 2016 war die Mitgliederzahl den Angaben zufolge von mehr als 44.000 auf rund 42.700 zurückgegangen.

Dresden wirbt mit Plakaten für Freiwillige Feuerwehr

Die Stadt Dresden hatte schon 2017 mit einer Plakat-Aktion für die Freiwillige Feuerwehr geworben. „Wir haben einen leichten Zuwachs bei den Mitgliederzahlen“, bilanzierte der Leiter des Katastrophen- und Brandschutzamtes, Andreas Rümpel. Seinen Angaben zufolge stieg die Zahl der aktiven Mitglieder von 572 im Jahr 2016 auf 614. Aktuell seien in den 21 Stadtteilfeuerwehren der Landeshauptstadt sogar 634 Feuerwehrleute aktiv im Einsatzdienst, davon 61 Frauen.

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„Dieser Anstieg bestärkt uns, öffentlichkeitswirksame Werbung und vor allem auch die Präsenz in den sozialen Netzwerken voranzutreiben“, sagte Rümpel. Vor allem sollten auch Kinder und Jugendliche für die Tätigkeit im Ehrenamt bei den Kinder- und Jugendfeuerwehren gewonnen werden.

600.000 Euro für Jugendarbeit

Mit rund 600.000 Euro unterstützt der Freistaat in diesem Jahr die Jugendarbeit des Landesfeuerwehrverbandes. Dem Ministerium zufolge engagieren sich dort rund 14.800 Mädchen und Jungen. Deren Zahl sei seit 2009 kontinuierlich gestiegen. Das Geld solle unter anderem in Erholungsmaßnahmen, Jugendfeuerwehrtage, Wettbewerbe, Exkursionen, Jugendwochen und internationale Begegnungen sowie die Gründung neuer Jugendfeuerwehren fließen. Weitere 50.000 Euro kommen den Kinderfeuerwehren zugute. Der Verband vertritt rund 64.500 Mitglieder.

In Leipzig bezeichnete ein Sprecher die Entwicklung der Mitgliederzahlen in den 22 Ortsfeuerwehren als „durchaus erfreulich“. Seit 2016 sei diese bis 2019 von 609 auf 648 kontinuierlich gestiegen. Ursachen seien eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, gute bauliche Bedingungen in den Gerätehäusern, eine bessere Ausstattung und Ausrüstung. Zudem erhalte die Freiwillige Feuerwehr seit 2013 ein zusätzliches Budget von 100.000 Euro etwa zur Kameradschaftspflege. Jährlich gebe es eine angemessene Dankeschön- und Ehrenveranstaltung.

Mitgliederzuwachs auch in Chemnitz

Besondere Werbeaktionen waren in Chemnitz nach eigener Darstellung bisher nicht nötig. Dennoch habe es „aufgrund der sehr guten Arbeit in den Freiwilligen Wehren der Stadt“ Zuwachs gegeben. Die altersbedingten Abgänge hätten kompensiert werden können. „Bei den Kinder- und Jugendfeuerwehr konnten die Mitgliederzahlen in den letzten Jahren fast verdoppelt werden“, hieß es.

Bei den Berufsfeuerwehren vollzieht sich laut Landesfeuerwehrverband in den nächsten Jahren ein Generationswechsel weil geburtsstarke Jahrgänge in den Ruhestand gehen. Die Ressourcen der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Sachsen (LFS) seien nicht ausreichend, räumte das Innenministerium ein. Deshalb seien Anfang März interimsmäßig neue Lehrräume und ein Internat zusätzlich in Betrieb genommen worden. Dabei soll die Kapazität verdoppelt und jährlich mindestens 8000 Lehrgangsplätze angeboten werden. Zudem hat der Freistaat jetzt mit zwei Sicherheitsunternehmen vereinbart, dass diese die Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses künftig selbst in die Hand nehmen dürfen.

Von LVZ/dpa