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Mitteldeutschland Wie leben Familien in Sachsen? Start für neue Serie
Region Mitteldeutschland Wie leben Familien in Sachsen? Start für neue Serie
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22:39 03.03.2020
Wie wohl fühlen sich Familien in Sachsen? Mit dem Familienkompass 2020 starte die LVZ eine Umfrage zur Familienfreundlichkeit. Quelle: Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa
Leipzig

Familien brauchen eine starke Stimme in der Öffentlichkeit. Deshalb starten Sachsens drei große Tageszeitungen – Leipziger Volkszeitung, Sächsische Zeitung und Freie Presse – gemeinsam mit der Evangelischen Hochschule Dresden den Familienkompass 2020. Wir schauen uns in einer Reihe von Reportagen genauer an, wie Familien in Sachsen leben, was sie freut, was sie bedrückt.

Kernstück dieser Serie ist eine landesweite Umfrage, die online läuft. Uns interessiert, wie familienfreundlich Ihr Dorf, Ihre Gemeinde oder Ihre Stadt ist. Wie gut sind die Schulen, wie kindersicher die Straßen? Ihre Stimme zählt! Ab Mitte Juni veröffentlichen wir die Ergebnisse auf LVZ.de und in der Leipziger Volkszeitung. Anschließend konfrontieren wir Entscheidungsträger vor Ort und berichten intensiv auf allen Plattformen. Zum Dank für Ihre Teilnahme haben Sie die Möglichkeit, an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Der Hauptpreis: eine Familienreise an die Ostsee.

Hier geht es zur Umfrage: Mitmachen und am Gewinnspiel teilnehmen

Die Befragung läuft bis zum 9. April. Teilnehmen kann jeder ab 18 Jahren. Die Daten der Befragung werden anonym erhoben und ohne Personenzuordnung wissenschaftlich ausgewertet.

Wie steht es um die Familien in Sachsen?

Dreißig Jahre nach dem Mauerfall nähern sich Familien in Ost und West einander immer stärker an. In Sachsen bündeln sich bestimmte Tendenzen dieser Entwicklung besonders stark. So blieben die Geburtenraten im Freistaat von 2014 bis 2018 mit 1,59 Kindern pro Frau erstmals relativ stabil, während sie in der Bundesrepublik mittlerweile fast sächsisches Niveau erreicht haben (1,57 Kinder). Gleichzeitig entscheiden sich Frauen auch in Sachsen immer später zur Familiengründung. Waren Mütter hier Mitte der 80er Jahre bei der Geburt des ersten Kindes im Schnitt erst 22 Jahre alt, nähern sie sich mittlerweile stark der 30.

Bei Betreuungsquote spitze

Bei den Betreuungsquoten steht Sachsen im Vergleich der Bundesländer seit Jahren mit an der Spitze. Jedes zweite Kind unter drei Jahren wurde 2019 in einer Tageseinrichtung professionell betreut.

Quelle: LVZ

Auch was Gleichberechtigung angeht, kommen die Eltern im Freistaat gut weg. Dem sächsischen Sozialministerium zufolge nimmt fast die Hälfte aller sächsischen Väter Elterngeld in Anspruch. Deutschlandweit ist es nur etwas mehr als jeder Dritte.

Viele erwerbstätige Mütter

Obwohl die traditionelle Rollenverteilung auch in den alten Bundesländern mehr und mehr an Bedeutung verliert, liegt der Anteil erwerbstätiger Mütter in Deutschland noch immer deutlich unter dem sächsischen Anteil. Von 79 Prozent aller Mütter, die im Freistaat 2015 arbeiteten, war etwa die Hälfte Vollzeit beschäftigt. Bundesweit gehen rund sieben von zehn Müttern einem Beruf nach, aber nur etwa ein Drittel tut dies in Vollzeit.

Unkonventionelle Familienformen

Gleichzeitig steigt in Sachsen die Zahl unkonventioneller Familienformen. So sind Eltern seltener verheiratet, die Ämter registrieren mehr Alleinerziehende. Dies liege aber nicht an daran, dass es mehr Scheidungen gebe, sagt Nina Weimann-Sandig, Soziologin an der Evangelischen Hochschule Dresden. „Immer mehr Paare leben zusammen ohne zu heiraten, Singles entscheiden sich auch ohne Partner dafür, ein Kind zu bekommen, Regenbogenfamilien setzen sich durch.“

Eltern bewegen viel

Obwohl Familien für Deutschland, für Sachsen so entscheidend sind, so wird ihre Stimme doch erstaunlich wenig wahrgenommen. Eltern engagieren sich in Fördervereinen oder Sportgruppen, im Stadtteil oder Dorf.

Dort bewegen sie im Kleinen oder vielleicht auch Größeren viel. Doch wenn es darum geht, dass Rahmenbedingungen sich ändern sollten, werden sie oft nicht gesehen und nicht befragt. Das liegt mitunter auch an ihnen selbst. Familien verschaffen sich selten Gehör, in Gremien und Parteien sind sie aus gutem Grund seltener vertreten: Die wenigsten Eltern haben neben dem stressigen Alltag Zeit, sich zu engagieren. Darum fallen ihre Sorgen, Nöte und Wünsche oft hinten über.

Der Familienkompass will an diese Themen ran. Er will wissen, wo es gut läuft oder eben nicht. Denn Familien haben von Beginn an einen Korb voll Sorgen – sie brauchen nicht noch andere, die man eigentlich gut lösen könnte.

Von Daniel Krüger und Johanna Lemke

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