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Mitteldeutschland Weniger Schul- und mehr Berufsabschlüsse in Sachsens Gefängnissen
Region Mitteldeutschland Weniger Schul- und mehr Berufsabschlüsse in Sachsens Gefängnissen
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11:03 10.08.2018
Symbolbild Quelle: dpa
Dresden

Nur jeder fünfte verurteilte Straftäter in sächsischen Gefängnissen nutzt die Bildungschancen hinter Gittern. Ende Juli waren nach Angaben des Justizministeriums 677 von insgesamt 2609 Strafgefangenen in schulischer oder beruflicher Ausbildung. Dabei schafften 69 von 89 Häftlingen den Schulabschluss - elf weniger als im Jahr zuvor. Die Absolventenquote sank von 81,6 auf 77,5 Prozent. Unterrichtet und ausgebildet wurde vor allem in den Gefängnissen Bautzen, Zeithain und Waldheim.

132 Häftlinge drückten die Schulbank, belegten Sprachkurse oder waren in sozialpädagogische Projekte eingebunden, weitere 545 machten eine Lehre oder Qualifizierung. Vor einem Jahr lag der Anteil derer, die die Haftzeit zur Bildung nutzten, bei reichlich einem Viertel. „Die Zahl Heranwachsender und Jugendlicher im Vollzug nimmt ab“, erklärte ein Ministeriumssprecher. Auch der Anteil der Untersuchungsgefangenen steige, die von Ausbildung und Arbeit ausgenommen sind.

Viele Gefangene kommen mit Lerndefiziten, Bildungsmängeln oder beruflicher Perspektivlosigkeit in Haft, berichtete Justizminister Sebastian Gemkow (CDU). „Bildung im Justizvollzug gibt den Gefangenen eine echte Chance, den Weg zurück in die Gesellschaft zu finden.“ Anerkannte Abschlüsse und nachgewiesene Qualifizierung verbesserten die Startbedingungen der Entlassenen, fehlende Berufsabschlüsse und Schulbildung indes begünstigten eine weitere kriminelle Entwicklung nach Haftende.

Die sächsische Justiz sieht den Erwerb von Schul- und Berufsabschlüssen als eines der wichtigsten Elemente der Resozialisierung. Dadurch werde das Rückfallrisiko gemindert und die Chance auf ein normales selbstständiges Leben erhöht. Für 2017 stehen 28 Berufsabschlüsse zu Buche: Fachlagerist, Betriebsinformatiker, Fachkraft für Metall-, CAD- oder CNC-Technik sowie Hochbaufacharbeiter. 715 Gefangene erwarben Zertifikate für das Schweißen und Motorsägen, das Führen von Stapler oder Minibagger oder den europäischen Computerführerschein. 41 unter ihnen lernten erfolgreich Airbrush.

Dabei können Häftlinge im Freistaat eine Lehre oder Weiterbildung als Maurer, Maler, Lagerist, Gebäudereiniger, Änderungsschneider, Koch, Holzmechaniker oder Metalltechniker, aber auch Betriebsinformatiker oder Medientechnologe hinter Gittern machen. Die Motivation, die Zeit in Haft sinnvoll zu nutzen, ist laut dem Ministeriumssprecher sehr unterschiedlich. Das soziale Umfeld, aber auch Pläne der Gefangenen für die Zeit danach spielten dabei eine Rolle. „Im April wurden in der Justizvollzugsanstalt Waldheim fünf Meisterbriefe übergeben.“

dpa

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